Advertisement

Hochschuldidaktische Weiterbildung als Instrument der Personalentwicklung und zur Qualitätssicherung in der Lehre

Chapter
Part of the Lernweltforschung book series (LWF, volume 12)

Zusammenfassung

Hochschulen operieren in einem kompetitiven Umfeld. Im Wettbewerb um die besten Studierenden und das bestqualifizierte Personal ist das Branding der jeweiligen Hochschule von großer Bedeutung. Wenn das Branding einer Hochschule (auch) Exzellenz in der Lehre verspricht, so erweckt dies entsprechende Erwartungen aller Beteiligten an die Qualität der (Aus-)Bildung an der jeweiligen Einrichtung.

Exzellenz in der Lehre ist von vielen Faktoren abhängig, unter anderem vom Betreuungsverhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden, von den Fähigkeiten der Studierenden und vor allem auch von den Kompetenzen der Lehrenden. Lehrende müssen nicht nur fachlich kompetent sein, sondern auch über Lehrkompetenz (didaktische Fähigkeiten) verfügen. Die Lehrkompetenz kann gezielt durch Maßnahmen gesteigert werden; dazu kann ein hochschuldidaktisches Weiterbildungsprogramm eingesetzt werden.

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit zwei Fragestellungen, die miteinander verbunden sind. Der Beitrag behandelt zunächst die hochschuldidaktische Weiterbildung als Instrument der Personalentwicklung. Hochschuldidaktische Weiterbildung wird nur dann ein sinnvolles Instrument der Personalentwicklung sein, wenn die strategischen Ziele einer Hochschule auf Qualität in der Lehre gerichtet sind und wenn auch konsequenterweise das vorhandene Anreizsystem an der jeweiligen Hochschule Leistungen in der Lehre honoriert. Wenn das Anreizsystem hingegen ausschließlich oder primär Leistungen in anderen Bereichen (Akquisition von Drittmitteln, Publikationen etc.) in den Vordergrund rückt, werden sich Investitionen in die Lehrkompetenz für ProfessorInnen, DozentInnen und wissenschaftliche MitarbeiterInnen nicht auszahlen, weshalb das Instrument der hochschuldidaktischen Weiterbildung unter diesen Rahmenbedingungen ein kümmerliches Dasein fristen müsste.

Der zweite Teil des vorliegenden Beitrages widmet sich der Frage, ob und inwieweit eine hochschuldidaktische Weiterbildung zur Qualitätssicherung in der Lehre eingesetzt werden kann, soll oder muss. Eine Kausalität zwischen der Absolvierung eines (mehrsemestrigen) hochschuldidaktischen Weiterbildungsprogrammes und der Steigerung der Qualität in der Lehre wird kaum nachweisbar sein. Es ist auch Vorsicht dabei geboten, dass Vorgesetzte solchen MitarbeiterInnen, deren Lehrveranstaltungs-Evaluierungen Verbesserungspotenzial in der Lehre aufgezeigt haben, als „Sanktion“ den verpflichtenden Besuch einer hochschuldidaktischen Weiterbildung vorschreiben. Dessen ungeachtet ist in einem prozessorientierten Ansatz zur Qualitätssicherung in der Lehre eine systematische Stärkung der Lehrkompetenz aller Mitglieder des Lehr- und Forschungspersonals an einer Hochschule geboten. Hier schließt sich wieder der Kreis zur Personalentwicklung, indem eine Qualitätssicherung in der Lehre auch jedenfalls die regelmäßige didaktische Weiterbildung aller Lehrenden einschließt.

Literatur

  1. Becker, Manfred. 2013. Personalentwicklung. Bildung, Förderung und Organisationsentwicklung in Theorie und Praxis. 6. Aufl. Stuttgart: Schäffer Poeschel.Google Scholar
  2. Boos, Margarete, Christina Grubendorfer, und Dorothea Mey. 2013. Hochschule als Marke, OSC Organisationsberatung. Supervision. Coaching 2013, 5–15.Google Scholar
  3. Drucker, Peter F. 2006. Die Kunst des Managements. 3. Aufl. Düsseldorf: Econ.Google Scholar
  4. Egger, Rudolf, und Marianne Merkt, Hrsg. 2012. Lernwelt Universität. Entwicklung von Lehrkompetenz in der Hochschullehre. (Lernweltforschung Bd. 9). Wiesbaden: Springer VS.CrossRefGoogle Scholar
  5. Felbinger, Andrea. 2012. Hochschuldidaktische Weiterbildung an der Fachhochschule Joanneum: Einblicke in ein erfolgreiches Modell zur pädagogischen Professionalisierung von Lehrenden. In Lernwelt Universität. Entwicklung von Lehrkompetenz in der Hochschullehre, Hrsg. Rudolf Egger und Marianne Merkt, 209–224. (Lernweltforschung Bd. 9). Wiesbaden: Springer VS.CrossRefGoogle Scholar
  6. Florack, Arnd, und Claude Messner. 2006. Führungsstrategien und Personalentwicklung in der Hochschule. Zeitschrift für Hochschulentwicklung 1:6–20.Google Scholar
  7. Heritsch, Michael. 2008. Personalentwicklung im Fachhochschul-Sektor. In Management von Fachhochschul-Studiengängen, Hrsg. Stefan Rankl, Thomas Wala, Michael Mair, und Andreas Breinbauer, 271–284. Wien: Linde.Google Scholar
  8. Kiendl-Wendner, Doris. 2012. Die Anliegen der Studierenden an Fachhochschulen: Wer/Wie/Was? Zuständigkeiten und Verfahren nach dem neuen FHStG, zeitschrift für hochschulrecht 2012, 43–59.Google Scholar
  9. Konrad, Helmut. 2007. Kann man akademische Qualität messen? In Bene Meritus. Festschrift für Peter Schachner-Blazizek zum 65. Geburtstag, Hrsg. Anni Koubek, Friedrich Möstl, Martin Pöllinger, Manfred Prisching, und Peter Reininghaus, 397–410. Graz: Leykam.Google Scholar
  10. Malik, Fredmund. 2006. Führen. Leisten. Leben. Wirksames Management für eine neue Zeit. Frankfurt a. M.: Campus.Google Scholar
  11. Pinar, Musa, Paul Trapp, Tulay Girard, und Thomas E. Boyt. 2011. Utilizing the brand ecosystem framework in designing branding strategies for higher education. International Journal of Educational Management 25:724–739.CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2014

Authors and Affiliations

  1. 1.Management internationaler GeschäftsprozesseFH JOANNEUMGrazÖsterreich

Personalised recommendations