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Das Übergangsgeschehen – ein neues „Dispositiv der Macht“? Bericht über eine Verblüffung

  • Arnulf Bojanowski
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Abstract

Beim Übergangsgeschehen „Schule-Beruf“ finden wir eine merkwürdige Gemengelage: Es gibt eine extreme Heterogenität von Trends, Prozessen, Diskursen. Vieles ist im Fluss, sei es die verstärkte Berufsorientierung im Sekundarbereich I, sei es die Stabilisierung des „Förderdschungels“, sei es das „Regionale Übergangsmanagement“ als Versuch durch kommunale Steuerung das Übergangsgeschehen zu verbessern. Die Betrachtung eines solchen zerfurchten Feldes treibt zu neuen Überlegungen: Entstehen hier nicht neue Technologien und Praktiken, die eine bestimmte Bevölkerungsgruppe zu erfassen und disziplinieren suchen? Diese Fragen führen zu der These, dass wir uns hier grundsätzlich mit neuartigen Vergesellschaftungsmustern auseinandersetzen müssen, die auf Machtkonstellationen beruhen. Der Übergangsbereich entwickelt sich zu einem neuen Dispositiv der Macht, in dessen Folge sich neue Praktiken und Technologien des Selbst im Sinne Foucaults entfalten.

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  • Arnulf Bojanowski

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