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„Und Sie bewegt sich doch“ – Das Hamburger Ausbildungsmodell und die Veränderungen im Übergangssystem

  • Stephan Stomporowski
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Abstract

Seit Jahrzehnten fristet das so genannte Übergangssystem politische Abstinenz und befördert nachhaltig entlang eines kaum zu durchdringenden Strukturgeflechts gesellschaftliche Exklusion. Statt Übergang in Ausbildung zementieren die berufsvorbereitenden Bildungsgänge hochsubventionierte Warteschleifen. An diesem Zustand ist von berufspädagogischer Seite in den letzten Jahren wiederholt Kritik geäußert worden, da sich die Frage nach einem ernstzunehmenden Erziehungsauftrag kaum noch positiv beantwortet lässt. Das politische Interesse ist hingegen vor allem durch die verursachten Kosten von um die fünf Milliarden Euro geprägt — Ausgaben, die den Reformdruck erheblich erhöht haben. Ein Beispiel ist die Einführung des Hamburger Ausbildungsmodells, das mittlerweile bundesweit Aufmerksamkeit gefunden hat. Insofern lässt sich nach den vielen Jahren des strukturellen Stillstandes nun doch anführen: Und sie bewegt sich doch – die Berufsschule im pädagogischen Zwischenraum, mit ihrem Verantwortungsbereich denjenigen gegenüber, die keinen Ausbildungsplatz erhalten haben. Aber auch gegenüber den Lehrerinnen und Lehrern, die in diesem Schulsegment verantwortungsvoll arbeiten und gemeinsam mit den Jugendlichen daran wirken, für sie eine berufliche Zukunftsperspektive aufzubauen. Im vorliegenden Beitrag wird ein erster Ausschnitt auf das so genannte „Hamburger Ausbildungsmodell“ skizziert, um über die hier eingeleiteten Reformmaßnahmen des Übergangssystems zu informieren.

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  • Stephan Stomporowski

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