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Biographische Risiken und schulpädagogische Maßnahmen

  • Jutta Ecarius
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Abstract

Jugendliche mit sozialen Lernproblemen, Lernbeeinträchtigungen oder anderen biographischen Bruch- und Misserfolgserfahrungen erleben häufig auch schulische Zurückstellungen, Klassenwiederholungen und prekäre Schullaufbahnen. In den PISA-Studien werden diese als Risikoschüler charakterisiert. In dem DFG-Forschungsprojekt „Benachteiligte Jugendliche in pädagogischen Fördermaßnahmen am Übergang Schule-Beruf“ sind wir der Frage nachgegangen, auf welche Weise (biographische) Brüche und Gefährdungen mit (Miss-)Erfolgen und Bildungs- sowie Zukunftsentscheidungen am Übergang Schule-Beruf in Zusammenhang stehen. Im Beitrag wird vor dem Hintergrund der empirisch herausgearbeiteten Typologie anhand von kontrastierenden Typen danach gefragt, mit welchen biographischen Vorerfahrungen die Jugendlichen in die beiden untersuchten Maßnahmen hineinkamen und wie diese dann wiederum anknüpfen sowie pädagogisch Einfluss nehmen konnten. Zugleich soll der Frage nachgegangen werden, welche Bildungsverläufe und Lernprozesse in diesen Biographien vorliegen und inwiefern Familie, Peers und Schule/Maßnahmen als Sozialisationsinstanzen daran beteiligt waren.

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  • Jutta Ecarius

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