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Akkulturationsphänomene in dem behandelten Zeitraum

  • Jürgen Jensen
Part of the Afrika-Studien book series (AFRIKA-STUDIEN, volume 17)

Zusammenfassung

Der Wandel des Lebensstandards bei den Baganda richtete sich weiterhin nach jenen Vorbildern, die von den als überlegen anerkannten Kontaktpartnern geboten wurden. So stellte sich für die Baganda das Problem, sich an Gegebenheiten orientieren zu wollen, die selbst in einem rapiden Wandel begriffen waren. Was gestern noch als modern galt, konnte heute schon wieder völlig überholt und rückständig sein. Diese Tatsachen mußten sehr zur Komplizierung des Akkulturationsprozesses beitragen und ihm immer wieder Impulse zu erneuter Intensivierung zuführen, falls nicht etwa ein grundsätzlicher Wandel des Wertsystems der Baganda eintrat, was jedoch offensichtlich nicht der Fall war.

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Anmerkungen zu Kapitel IX

  1. 1.
    So heißt es 1904 über eine protestantische Mission: “The Mission houses do not strike a passer-by with a sense of superfluous comfort.” (59: 15) Dies gilt ganz allgemein für europäische Einrichtungen dieser Zeit.Google Scholar
  2. 2.
    Diese Reise wurde von Mukasa, der Apolo Kagwa als Sekretär begleitet hatte, sehr anschaulich beschrieben (263).Google Scholar
  3. 3.
    Auch von Politikern wurden den Afrikanern zu dieser Zeit Auffassungen von der engen Beziehung zwischen Religion und zivilisatorischer Entwicklung nahegebracht; so erklärte Wilson in einer Ansprache an die den Baganda benachbarten Basoga: “Long ago we English were like the Kavirondo, and wore no clothes and smeared our body with paint, but when we learnt Christianity from the Romans we changed and became great... ‘We want you’, he said, ‘to learn Christianity, to follow our steps, and you, too, will be great.’” (54: 290)Google Scholar
  4. 4.
    Die Arbeitsvorgänge wurden differenzierter und schlössen immer mehr westliche Techniken ein, die hier nicht weiter erläutert zu werden brauchen. Zur Erhaltung der Übersichtlichkeit bei den komplexen Gegebenheiten sollen Arbeitsbereiche, die untereinander gewisse Ähnlichkeiten in den technischen Abläufen aufweisen, enger zusammengefaßt werden.Google Scholar
  5. 5.
    Im Gegensatz zur Politik der ersten Gouverneure wurde in diesen Jahren die Ansiedlung europäischer Pflanzer von der Protektoratsleitung durchaus gern gesehen (288: 19–20). Der Umschwung beruht also auf einem Personalwechsel.Google Scholar
  6. 6.
    1904, als zum ersten Mal Baumwolle geerntet wurde, wurden 54 Ballen Baumwolle exportiert; 1937/38 betrug die Ausfuhr von ganz Uganda bei einer seither nicht mehr erreichten Rekordernte 402200 Ballen (436: 15, 59).Google Scholar
  7. 7.
    Die Verwendung landwirtschaftlicher Maschinen wird einstweilen durch mehrere Faktoren stark gehemmt. Teilweise sind Maschinen infolge gewisser Besonderheiten des Bodens und mancher in Buganda angebauten Pflanzen als Hilfsmittel ungeeignet, und teilweise — dies ist das Wichtigere — ist eine mechanisierte Landwirtschaft wegen der Kleinheit der dem einzelnen Bauern zur Verfügung stehenden Anbaufläche unrentabel (268: 76/293: 206–208).Google Scholar
  8. 8.
    Die Missionare bemühten sich darum, weitere weibliche Handwerke in Buganda bekannt zu machen. Davon sind offenbar in neuerer Zeit nur noch Nadelarbeiten weitverbreitet, während andere — auf einer Ausstellung im Jahre 1908 zeigten z. B. Frauen ihre Fertigkeit im Spinnen und Weben — sich nicht durchsetzen konnten; denn es finden sich in neueren Quellen keinerlei diesbezügliche Angaben (87: 218/142: 24/210: 177). Auch die schon im vorigen Jahrhundert eingeführte Seifeherstellung fand keine allgemeine Verbreitung unter den Frauen.Google Scholar
  9. 9.
    Es erscheint bei der sonst im traditionellen Buganda üblichen Erblichkeit von Handwerken naheliegend, daß es sich bei der genannten Regelung um etwas Neues handelt; es wäre also zu vermuten, daß früher auch die übrigen Mitarbeiter bei der Trommelherstellung demselben Clan wie der Werkstattleiter angehörten.Google Scholar
  10. 10.
    Nach den Untersuchungen Trowell’s hatten die Töpfer seit Jahrzehnten immer dieselben Gefäßtypen hergestellt (345: 60), während Kollmann über die letzten Jahre des 19. Jahrhunderts schreibt: „Neuerdings liefern auch die Töpfer in Uganda Tassen, Leuchter, Becher, Schalen und ähnliche Gegenstände in europäischer Form...“ (225: 19)Google Scholar
  11. 11.
    Der Baustil der Häuser änderte sich in diesem Jahrhundert völlig. Die traditionellen runden, kegelförmigen Häuser wurden mehr und mehr von rechteckigen, mit richtigen Türen und Fenstern und möglichst noch mit einem Wellblechdach versehenen Bauten verdrängt. Schon Mair schreibt 1934: “The majority of houses are now built on an entirely European plan, in a rectangular form with the posts forming the main framework...” (241: 16–17) Ebenso setzte sich die Einrichtung des Hauses mit Tischen, Stühlen und sonstigen Möbeln durch.Google Scholar
  12. 12.
    Shepherd schreibt: “I always marveled at the great number of new enterprises getting started under the trees along the road to Katwe. There were numerous ‘bicycle-repair-shops’, as they were called. These consisted of an African sitting under a tree amidst a few tools and several old, broken-down bicycles. Those who had prospered had little forges with a charcoal fire in which they heated the metal and shaped it with a great deal of noisy banging. I looked on these entrepreneurs with a feeling of pity mingled with admiration. They were starting with practically nothing in the hope of winning their way in the modern way of business. The next step for them would be to acquire a small, tumble-down shop in Katwe where they would sell bicycle parts and a few odd and ends of piece goods. Their ambition would be to move one day to Kampala and compete with the Indian-owned garages and shops there. None had yet achieved that step, as the shops in Kampala proper were run exclusively by Indians, with the exception of the department store, which was owned by a European.” (318: 52–53)Google Scholar
  13. 13.
    Dies war z. B. im Jahre 1928 der Fall, als sich die Baumwoll-Großhändler zu einem Kartell zusammenschlössen und die Baumwollpreise herabdrückten, so daß die Baganda zur Erhaltung des gewohnten Lebensstandards auf die zeitweilige Annahme von Lohnarbeit angewiesen waren (287: 36).Google Scholar
  14. 14.
    Auch im Eisenbahndienst — in der Zwischenkriegszeit wurde eine Bahnlinie von Kenia bis Kampala gebaut — fanden viele Baganda eine Anstellung.Google Scholar
  15. 15.
    Die bei der Begründung von Genossenschaften auftretenden Probleme sind von Shepherd ausführlich beschrieben worden (318).Google Scholar
  16. 16.
    Nach a) der organisatorischen Komplexität und b) nach dem Arbeitsgang (III: 61–64).Google Scholar
  17. 17.
    Die Gemeindehäuptlinge, die lediglich von ihren Vertretern und Repräsentanten der im jeweiligen Gebiet bedeutendsten Landbesitzer in der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützt wurden, vereinigten in sich eine Fülle verschiedenartiger Funktionen (326: 223), während in den zentralen Behörden, die den Gemeindehäuptlingen vorgesetzt waren, unterschiedliche Aufgaben auf ein mehrköpfiges Personal aufgeteilt werden konnten (6: 360–362), wie es in einem bürokratischen Staat üblich ist.Google Scholar
  18. 18.
    Nur die Verarbeitungsstätten landwirtschaftlicher Produkte waren nicht das ganze Jahr über in Betrieb. Die Baumwollernte fand gewöhnlich von Dezember bis Februar statt, und nur in diesen und den unmittelbar folgenden Monaten hatten die Baumwollverarbeitungsfabriken zu tun (241: 111). Ähnliches gilt für die Kaffee-Industrie; Kaffee wurde im Juni geerntet (241: 111).Google Scholar
  19. 19.
    Elkan berichtet hinsichtlich der Industrie des Landes, daß ein Arbeitswechsel häufiger ist als in westlichen Staaten; gewöhnlich wechseln Arbeiter zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn recht häufig ihren Arbeitsplatz, bleiben aber dann doch meist nach einiger Zeit in einem Betrieb auf längere Dauer, insbesondere dann, wenn sie einen Arbeitsplatz erhalten haben, der kein Äquivalent in anderen Unternehmen hat (77: 99–107).Google Scholar
  20. 20.
    Es sind die günstigen Pachtbedingungen, die es den Baganda ermöglichten, ihren Verdienst ganz oder teilweise aus der eigenen Landwirtschaft zu ziehen. Die Pachtbedingungen werden im nächsten Abschnitt dieses Kapitels behandelt.Google Scholar
  21. 21.
    Im Landwirtschaftsbericht von 1932 heißt es dazu: “The net result is that at the present time, although there was during the past year a record acreage under cotton, growers spend considerably fewer hours per day working in the fields than they did in the past. The increase in the acreage of the cotton crop has been obtained at the expense of decreased yield of all crops per unit area.” (371: 21)Google Scholar
  22. 22.
    Richards sammelte in drei Dörfern Daten über die durchschnittliche Arbeitszeit von Baganda und Einwanderern: Village Ganda Avarage Hours Immigrant Farmers Avarage Hours Porters Avarage Hours Seseriba 17 3.8 11 5--Musisi 11 4.6 26 5.3--Luwoko 32 4.5 27 4.6 31 5.3 (293: 204) Die Möglichkeit, einen Teil der Arbeitslast abzuwälzen, indem man Wanderarbeiter anstellt, wird von den meisten Baganda als ein Positivum empfunden, weshalb man sie auch entsprechend ausnutzt. Richards fand jedoch vereinzelt auch gegenteilige Meinungen: “Two speakers suggested that the Ganda should work harder themselves. One was an old man who said ‘In the past the Ganda grew cotton without porters so that they can do it again.’ The other, a younger man, said rather sententiously ‘No man was born to work for others. Even in England foreigners don’t go to work on the people’s plots. As the Ganda are under the English Government and have the same aims, the immigrants should be evicted and the Ganda should work for themselves.’ However, the more common point of view was that expressed by a muruka chief in Kyagwe who said ‘Of course the Ganda know to look after cattle, but if they can get others for them, surely it is God’s blessing to them?’” (293: 198) (Als ‚porter ‘wird in Buganda jeder ungelernte Arbeiter bezeichnet. Der Ausdruck stammt aus der Zeit um die Jahrhundertwende, als Arbeitskräfte von den Europäern überwiegend für den Transport, also als Träger gebraucht wurden.)Google Scholar
  23. 23.
    Es gibt auch in neuerer Zeit verhältnismäßig wenige Baganda, die ein rein städtisches Leben führen; denn viele, die in der Stadt, also im städtischen Gebiet von Kampala und Mmengo, arbeiten, wohnen auch als Pächter außerhalb und kommen täglich als Pendler zu ihrer Arbeitsstätte (77: 5–6, 19).Google Scholar
  24. 24.
    Moslems und andere Nichtchristen können auch mehr Frauen haben, und auch Christen haben inoffiziell gelegentlich noch weitere Frauen (246).Google Scholar
  25. 25.
    Mair stellte fest, daß um 1930 viele Baganda monatelang ohne einen Penny im Hause, also allein von den eigenen landwirtschaftlichen und sonstigen Produkten recht gut existieren konnten (241: 148).Google Scholar
  26. 26.
    Nach der Privatisierung des Landbesitzes im Jahre 1900 waren die meisten Landbesitzer zugleich auch Häuptlinge, so daß äußerlich gesehen die Trennung der beiden rechtlichen Positionen noch nicht deutlich war. Es wird daher in der Literatur aus der Zeit vor 1920 von Häuptlingen (chiefs) gesprochen, auch wenn die betreffenden Personen in ihrer Eigenschaft als Landbesitzer gemeint sind, wie es spätere Zitate zeigen werden. Nach dem ersten Weltkrieg wurden durch Erbfall oder durch Kauf von Grundstücken immer mehr Leute Landbesitzer, die nicht zugleich Häuptlinge waren.Google Scholar
  27. 27.
    Landbesitzer lebten häufig nicht auf dem Lande, sondern in der Hauptstadt. In diesem Fall pflegte ein Landbesitzer einen Bauern, dem die Pachtgebühr erlassen wurde, zu seinem Vertreter in privaten Verwaltungsangelegenheiten zu ernennen (268: 46–47).Google Scholar
  28. 28.
    Im Jahre 1900 wurde die Verwaltungsorganisation stark rationalisiert. Alle Sonderhierarchien und außerordentlichen Amtsträger wurden in ein einheitliches Verwaltungssystem eingegliedert. Ganz Buganda wurde in Provinzen (Ssaza, sing.), diese in Kreise (Ggombolola, sing.), und diese wieder in Gemeinden (Muluka, sing.) untergliedert — man hielt sich dabei nur teilweise an die traditionelle Einteilung — und an die Spitze einer jeden Einheit der genannten drei Ebenen territorialer Ordnung ein Häuptling gestellt.Google Scholar
  29. 29.
    Vor 1900 wurde zwischen Lehrern, Katechisten und Evangelisten nicht unterschieden. Um die Jahrhundertwende trennte man jedoch die Katechisten von den Lehrern. Auf dem Dorfe pflegte nun der Lehrer die Kinder zu unterrichten, — vornehmlich auch in der religiösen Lehre — während der Katechist sich ausschließlich dem religiösen Leben der Erwachsenen widmete. Dabei kam es oftmals zu einer engen Zusammenarbeit der beiden, wie es Taylor für die Protestanten (für die Katholiken gilt ähnliches) beschreibt: “The catechist, called omusomesa, the one who helps people to read, and the school-teacher, called omusizi, the sower of the seed, were trained in the same centre at Mukono and worked as a team of two, using, very often, one building as school and as church.” (335: 94)Google Scholar
  30. 30.
    In den besseren Schulen war die Zahlung von Schulgebühren von Anfang an das übliche (118: 9/197: 354).Google Scholar
  31. 31.
    Die Landbesitzer hatten aus der Erfüllung der Häuptlingspflichten — wie gesagt, war die Trennung der beiden Funktionen zu dieser Zeit noch nicht durchgeführt — keine besonderen Einkünfte; denn im ‚Uganda Agreement ‘waren Gehälter nur für die drei Minister und die Provinzhäuptlinge festgelegt worden (VIII4). Die Erhebung von Pachtgebühren war also eine logische Folge der Privatisierung von Grund und Boden.Google Scholar
  32. 32.
    Bauern waren — soweit sie ihre Obligationen erfüllten, was nicht allzu schwer war — rechtlich so gesichert, daß sie die einmal bebaute Fläche praktisch wie ihr Eigentum behandeln konnten. Dem Landbesitzer war dagegen z. B. kaum die Möglichkeit gegeben, seinen Grundbesitz in eine große Farm zu verwandeln, da die vorhandenen Pächter nicht gekündigt werden konnten, und es gab kaum ein Landstück, wo keine Pächter angesiedelt waren.Google Scholar
  33. 33.
    Hattersley berichtet dazu: “... soon, however, numbers of houses were deserted, two or three families crowding into one hut in a manner not conducive to sanitation, in order that one hut tax might do for all. Not only so, but a great many of the youths of a marrigeable age refused to marry and set up housekeeping because they disliked the trouble of working for the hut tax.” (198: 38)Google Scholar
  34. 34.
    Im ‚Uganda Agreement ‘war die Anzahl der Landbesitzer provisorisch auf 1000 festgelegt worden. Die Berücksichtigung aller Ansprüche führte aber dazu, daß die zur Verfügung stehende Fläche auf 3700 Personen aufgeteilt wurde (268Google Scholar
  35. 23).
    Infolge der genannten Prozesse (Erbteilung und Verkauf) vergrößerte sich die Zahl der Landbesitzer laufend, so daß sie nach Mukwaya 1952 ungefähr zwischen 45000 und 55000 betrug (268: 30).Google Scholar
  36. 35.
    Gerade bei der Beziehung zwischen den Bewohnern einer Gemeinde und ihrem Häuptling fehlt das persönliche Prinzip auch in neuerer Zeit oft nicht ganz, weil als Gemeindehäuptling oft ein im Gebiet ansässiger Landbesitzer eingesetzt wird, der mit vielen Leuten mehr oder weniger gut bekannt ist (294). Ein solches Verhältnis fehlt aber ganz hinsichtlich der Kreis-und Provinzhäuptlinge, wie es den folgenden Worten aus einem offiziellen Bericht von 1950 über die Besetzung der höheren ämter zu entnehmen ist: “Men are selected to fill them regardless whether or not they have any previous connection with the area, and are promoted from one to another according as they make good. They frequently begin life as clerks or interpreters in one of the offices of the Protectorate or Buganda Government. The people, therefore, owe no special loyalty to, and have no natural affection for, the individual who happens, at the moment, to be their immediate ruler.” (361: 11) Dies steht im Gegensatz zu den traditionellen Verhältnissen, unter denen auch ein hoher Würdenträger viele persönliche Anhänger hatte, die ihn bei einem Amtswechsel nicht verließen, sondern ihn an die neue Wirkungsstätte begleiteten.Google Scholar
  37. 36.
    Taylor erläutert dieses Problem so: “The difficulties really arise from the nature of Ganda gifts and their function in traditional society. The Ganda are anything but mean, but their giving is always personal and always ad hoc.... But sustained giving, particularly to a fund rather than a person, is very hard indeed to achieve.” (335: 135)Google Scholar
  38. 37.
    Die folgende Beobachtung Mair’s zeigt dies deutlich: “The high prices given for beer — a commodity which any one can produce with very little trouble — give the most striking possible illustration of the failure of the Baganda to make those calculations which are assumed as inherent in the nature of ‘economic man’. It never seems to occur to any one that by brewing his beer himself he could save his money to buy something which he cannot make; nor, on the other hand, does the high price tempt more producers into the market so that the price falls.” (241: 151–152)Google Scholar
  39. 38.
    Dafür spricht die folgende Beobachtung von Southall und Gutkind bei den Untersuchungen im Gebiet der Vorortssiedlungen von Kampala: “The shadow of rural existence and ideas is only thinly cast over the village. Men and women think in terms of a money economy. Not only do they know that they need money to meet bare subsistence needs, but, as has already been noted, the desire to taste the fruits of European culture has brought the idea that time is money.” (323: 148)Google Scholar
  40. 39.
    Im ‚Uganda Agreement ‘wurden die folgenden Mindestgehälter festgelegt: Jeder Minister erhält L 300 jährlich und jeder der 20 Provinzhäuptlinge L 200 (234: 353–354).Google Scholar
  41. 40.
    1951 befanden sich unter den 148 höheren Häuptlingen 61, die ehemals Gemeindehäuptlinge gewesen waren. Bei einer Anzahl von über 900 Gemeindehäuptlingen konnten die Aufstiegschancen nur gering sein (326: 219).Google Scholar
  42. 41.
    Oftmals war der Vertreter eines Häuptlings ein im Lande ansässig gewordener Angehöriger eines anderen Stammes. Diese Leute konnten nicht Häuptlinge werden. Sie übernahmen trotzdem gern einen solchen schlechtbezahlten Posten, weil ihnen das auch damit bereits verbundene Prestige sehr wichtig war (293: 181).Google Scholar
  43. 42.
    Nach Wrigley verdienten in neuester Zeit sowohl Angestellte als auch Facharbeiter und Handwerker monatlich zwischen L 50 und L 300, so daß man sagen kann, daß diese verschiedenen Gruppen — unter rein ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet — eine einheitliche Kategorie bildeten (437: 54).Google Scholar
  44. 43.
    Viele Leute hielten es für unpassend, wenn Angehörige anderer Berufsgruppen nebenbei auch als Seelsorger tätig waren. Taylor schreibt: “Either they despise a man of position who takes on a lowly catechist’s task, or they accuse him of presumption in setting himself up above his fellows.” (335: 141)Google Scholar
  45. 44.
    Elkan untersuchte die Lohnverhältnisse in zwei Wirtschaftsbetrieben und stellte als durchschnittliche Gehälter fest: für Angestellte Shs. 199 und für Aufseher Shs. 143 monatlich (77: 91).Google Scholar
  46. 45.
    Die Propheten und die Medizinmänner in der traditionellen Gesellschaft reichten in ihrem Prestige offensichtlich nicht an die höheren Häuptlingsränge heran.Google Scholar
  47. 46.
    In den führenden Missionsschulen mußten sogar Häuptlingskinder grobe Handarbeiten verrichten (419: 343), und beim Bau der protestantischen Kathedrale legten bedeutende Häuptlinge, darunter der Katikkiro, selbst Hand an (55: 545), wie es an früherer Stelle bereits über die katholischen Häuptlinge berichtet wurde (VII 160).Google Scholar
  48. 47.
    Die Frauen verwendeten nur Hacken von einheimischen Schmieden, weil man annahm, daß bei der Benutzung fremder Werkzeuge die Saat nicht wachsen würde (345: 51). Hier liegt der für die Baganda seltene Fall vor, daß ein Objekt nicht nur instrumentell bewertet wurde und daher nicht ohne weiteres von einem anderen gleicher Funktion ersetzt werden konnte.Google Scholar
  49. 48.
    Für 1936 werden die folgenden Monatslöhne (für ganz Uganda) angegeben: Ungelernte Arbeiten mit Rationen ohne Rationen Baumwollindustrie Shs. 7-10 Shs. 8-11 Minen „ 5-8 „ 6-10 Kaffee „ 8 „ 10 Zucker „ 8-10 „ 10-17 ungelernte Dienstboten Shs. 8-12 erfahrene Dienstboten „ 25-80 Köche „ 25-100 Chauffeure „ 25-100 Maurer und Zimmerleute „ 25-70 Verkäufer „ 20-60 + 25% Provisionen Angestellte „ 25-240 (142: 22)Google Scholar
  50. 49.
    Neuere Löhne nennt z. B. Elkan. für eine Autoreparaturwerkstatt stellte er die folgenden fest: Ungelernte Arbeiter Shs. 45-65 Angelernte Arbeiter „ 75-125 Angestellte „ 100-350 Mechaniker „ 96-630 Chauffeure „ 125-150 Lackierer „ 120-280 Andere (Aufseher, Wächter, Zimmermann) „ 120-170 (77: 91)Google Scholar
  51. 50.
    1938 wurde in einem Dorf als jährlicher Durchschnittsverdienst aus dem Anbau die Summe von Shs. 93/46 festgestellt, wobei dann im Einzelfall der Gewinn weit höher sein konnte (355: 58, 96). Wie ein Vergleich mit der Tabelle der Löhne ungelernter Arbeiter zeigt (IX48), konnte man ohne besondere Kenntnisse als Lohnarbeiter auch nicht viel mehr verdienen. Als selbständiger Bauer hatte man aber gegenüber dem Lohnarbeiter viele Vorteile, weil man sich seine Zeit selbst einteilen konnte und überdies nur verhältnismäßig wenig zu tun brauchte (IX:203).Google Scholar
  52. 1956.
    betrug dann das Jahreseinkommen aus dem Verkauf landwirtschaftlicher Produkte pro Kopf der gesamten Bevölkerung Shs. 218 (77: 14); auf den einzelnen Bauernhaushalt entfiel entsprechend ein Vielfaches dieses Betrages.Google Scholar
  53. 51.
    In neuerer Zeit gibt es einzelne Farmer, die etwa 150 acres intensiv bewirtschaften (437: 48).Google Scholar
  54. 52.
    Es gibt viele Übergänge zwischen dem allein arbeitenden Bauern und dem viele Lohnarbeiter beschäftigenden Farmer (437: 48).Google Scholar
  55. 53.
    Schon 1934 schrieb Mair: “... (they) have generally translated the old sense of superiority into the idea that skilled labour is the sphere of the Baganda and unskilled work that of other tribes.” (241: 11)Google Scholar
  56. 54.
    Elkan berichtet über Autoreparaturwerkstätten: “They employ unskilled men often at very small wages, as ‘cleaners’, ‘polishers’,’ sweepers’, and ‘drivers mates’. Unskilled work in connexion with cars is much sought after because the ambitious regard it as an avenue to more highly paid jobs as mechanics.” (77: 85)Google Scholar
  57. 55.
    Southall und Gutkind berichten z. B. über einen Jungen, einen Analphabeten, der durch einfachste Arbeiten monatlich etwa Shs. 120 verdiente und bei seinen Nachbarn sehr geschätzt wurde. Das folgende Gespräch zwischen zwei Baganda und einem Luo über diesen Jungen wurde aufgezeichnet: “‘I think the people in Mulago are lucky to have a young man bring them water. And I am glad that he is a Ganda.’ A Luo man who had been listening for some time, said: ‘We don’t have young men do work like that.’ Edmund got up and walked out, but before doing so he said: ‘You see, you are a Luo and you don’t understand that. We like money, but your people had to learn from us what money is and you come to us for money all the time.’ That young boy is more important in the village than you because he buys us all beer and he has a lot of money.” (323: 149) Hier liegt ein besonders klarer Fall vor, in welchem Prestige allein vom Geld und von dem, was damit gemacht wurde, abhängig war und nicht berücksichtigt wurde, daß das Geld durch einfache Handarbeit und noch dazu mit einer (auch in Buganda) als Frauensache geltenden Tätigkeit verdient worden war.Google Scholar
  58. 56.
    Andere Zuordnungen (nach Alter, Verwandtschaftsgruppe, ethnischer Gruppe), die ebenfalls als Arbeitsbewertungen bezeichnet werden können, werden hier nicht besonders aufgeführt; ihr Vorhandensein ergibt sich aus den entsprechenden Beschreibungen im Abschnitt über die Arbeitsbereiche.Google Scholar
  59. 57.
    Dies gilt z. B. für alleinstehende Männer, die auch die eigentlich weiblichen Haushaltsarbeiten zu verrichten pflegten. In dem oben gebrachten Beispiel des kleinen Jungen (IX55) ist allerdings die Arbeit des anderen Geschlechts zur hauptsächlichsten Tätigkeit, zum Beruf, geworden.Google Scholar
  60. 58.
    Über die Schätzung der Banane auch in neuerer Zeit schreibt Shepherd: “They take great pride in this, their national food, and refuse to accept that fact that for the sake of their health they should seek more nutritious supplements, such as corn and soja beans.” (318: 9)Google Scholar
  61. 59.
    Elkan äußert sich auf Grund seiner Untersuchungen in Jinja folgendermaßen über die Auffassungen der Baganda und Basoga zu diesem Problem: “The Opposition to the employment of women in Jinja and the surrounding district rests on two sets of arguments, though in the minds of particular men might run concurrently. The first is that women are taking men’s jobs and that since women are exempt from poll tax, the opportunities for earning money ought to be reserved for men.... The second set of arguments is more general. First, there is a fear that women who go out to work will not bear children. Urban life spells immorality. Women drift into prostitution and either cease to bear children or, at best, bear only half-castes. As a result population will decline and with it the power and wealth of the country.... Women not only bear the men that till the ground but they themselves till it and the argument against employment of women therefore is as urgent in the short run as in the long run. ‘Women are to us, what an investment in a bank is to a European’, as a man put it. ‘We expect a return of the money which we have spent on them as husbands or fathers, just as you Europeans demand interest on your investment.’” (75: 45–46) Die spätere Diskussion der Arbeitsteilung der Geschlechter wird die in der Struktur des Haushaltes liegenden Grundlagen dieser Argumentation näher verständlich machen.Google Scholar
  62. 60.
    Hier war die Konkurrenz stark, und die auch in neuerer Zeit meist unterlegenen Baganda griffen kürzlich zum Boykott des indischen Handels, um nicht zu unterliegen.Google Scholar
  63. 61.
    Schon im Jahr 1908 war eine große Landwirtschafts-und Gewerbeausstellung veranstaltet worden, wo man einheimische und moderne Techniken und Produkte sehen konnte (67: 248–250/87: 217–219). Diese Ausstellung fand großen Anklang, aber ähnliches wurde dann für lange Jahre nicht mehr versucht.Google Scholar
  64. 62.
    Im Landwirtschaftsbericht von 1955 wird dazu ausgeführt: “In Buganda, it has been found that annual inter-gombolola and inter-county competitions are a good barometer by which to judge such progress. Targets were set for such competitions early in the year and covered all aspects of sound agriculture.... The competitions are a team effort, since much of the work is done on communal basis, ‘bulungi bwanzi’. The winning gombolola or county is rewarded with a shield and the outstanding members of the second best gombolola or county are also given prizes. The whole gombolola benefits by a feast, money for which is provided by the Buganda Government and the Department. These annual agricultural competitions have done more to encourage better agriculture than anything else in the province. Shield and prize presentationsdays are the greatest yearly events in the competing saza. The shields and prizes are always presented by ministers of either the Protectorate or Buganda Governments or by other leading members of the community.” (378: 43)Google Scholar
  65. 63.
    Das Verhältnis von ‚High Schools ‘oder ‚Central Schools ‘zu den ‚Intermediate Schools ‘wird durch das Beispiel der beiden protestantischen Schulen in der Hauptstadt beleuchtet. Es gab dort die ‚Mengo High School‘, die in einem dreijährigen Unterricht nach Hattersley folgendes bot: “... Mengo High School can carry boys to such a standard in education that they may be able to take up the work of tax-collecting and sub-ordinate posts in the Government service,...” (198: 195) Dieser Schule übergeordnet war ‚King’s School, Budo‘, wo ebenfalls ein Dreijahreskurs abgehalten wurde, so daß, wer die beste in Buganda erreichbare Schulbildung erhalten wollte, sechs Jahre zur Schule gehen mußte. Über ‚King’s School’ schreibt Hattersley: “.... they (the pupils) have the opportunity of becoming fluent English speakers and of being prepared with the view to offering for ordination at a later period, or for entering Government service, and, as it had been expressed, to serve God in Church and State — such Government posts as those of clerk, telegraph operator, and interpreter being open to them, and schoolmasters and clergymen being sadly needed.” (198: 195–196) Ähnliches gilt für die anderen Missionen, deren Schulen nach ungefähr den gleichen Prinzipien ausgerichtet waren. Jede Mission hatte mehrere Schulen der ersten Kategorie, aber nur eine der zweiten, also ‚Intermediate Schools ‘(Church Missionary Society: ‚King’s School, Budo‘; Weiße Väter: ‚St. Mary’s College, Rubaga‘, Mission von Mill Hill: ‚St. Peter’s School, Nsambya‘).Google Scholar
  66. 64.
    Im Jahresbericht 1913/14 finden sich die folgenden Schülerzahlen: Higher Grade Elementary and Village Schools Boys Girls Boys Girls C.M.S. 808 438 9994 7995 White Fathers 368 80 10696 8049 Mill Hill 221 — 7739 3959 (120: 26) Für 1933 wurden in ganz Uganda an Schülern gezählt: Schools Boys Girls Adults Normal Schools (A, B) 11 325 128 — Normal Schools (C) 25 1118 76 — Elementary Schools (aided) 195 14197 3359 304 Elementary Schools (nonaided) 5620 123546 86515 19521 Special Schools 65 1124 848 436 (140: 545) In demselben Bericht, aus dem die obigen Zahlen stammen, gibt es auch eine Tabelle der Schulgebühren: Day Schools Sub-grade Schools usually no charge Elementary Schools Shs. 12-L 2 per an. Central Schools Shs. 12-L 1 Shs. 16 per an. Lower middle Schools Shs. 12-L 2 Shs. 8 per an. Upper middle Schools Shs. 12-L 2 Shs. 8 per an. Boarding Schools Lower middle Schools L 3 Shs. 10-L 17 per an. Upper middle Schools L 3 Shs. 10-L 21 per an. Junior secondary Schools L 3-L 21 Shs. 10 per an. Makerere L 15 per an. Government Technical School L 7 Shs. 10 per an. (140: 37) Zu den genannten Schultypen: Grundschulen sind: sub-grade schools, elementary schools, central schools. Mittelschulen sind: lower middle schools, upper middle schools, junior secondary schools. Lehrerbildungsstätten sind: normal schools.Google Scholar
  67. 65.
    Im offiziellen Bericht steht dazu folgendes: “There are, however, a few natives especially in Buganda who blind themselves to the possibility of developing a system of higher education in their own country and would like to see the whole education in their own country moulded on European lines and culminating in matriculation, which would qualify students to enter a European University. Our ideal on the other hand is to push as far as we can in every direction. Suiting our methods and curricula to the mentality of our pupils, until ultimately as good a training can be obtained in this country as in foreign institutions.” (384: 5) Hinter den letzten Worten verbirgt sich eine Politik (die dann in den 30er und 40er Jahren weitgehend befolgt wurde), die bestehenden Institutionen auszubauen und den Bildungsstandard anzuheben — aber nur soweit, daß die Baganda und andere Afrikaner in bestimmten Berufen mit Europäern und Asiaten nicht konkurrieren konnten.Google Scholar
  68. 66.
    Darin macht sich bemerkbar, daß Buganda früher als die anderen Gebiete des Protektorates mit den Europäern in engen Kontakt gekommen war.Google Scholar
  69. 67.
    Von 1950–1960 erhöhte sich die Zahl der Grundschüler von ganz Uganda von 163000 auf 346000 (212: 346). 1960 besuchten 21146 Schüler in Uganda ‚Junior Secondary Schools ‘und 6244 ‚Senior Secondary Schools ‘(160: 78–79). Von diesen Oberschülern waren jeweils ein Fünftel Mädchen, woraus man schließen kann, daß Mädchen bald in höheren Berufen zu finden sein werden.Google Scholar
  70. 68.
    Elkan schreibt dazu: “Indeed, employers often find the man who has learnt his trade by ‚experience ‘more satisfactory than the man who has been taught. They complain that those who have come from Technical or Trade Schools are difficult to manage and that, whilst they may know their job, they are too slow.” (77: 55) Das hängt aber auch zum Teil damit zusammen, daß der Unterricht in den Fachschulen häufig nicht recht auf die Erfordernisse der im Lande vorhandenen Industrie abgestimmt ist (212: 366).Google Scholar
  71. 69.
    In dem Bericht der Kommission der ‚International Bank for Reconstruction and Development ‘heißt es: “While there has been considerable advance, particularly during the 1950’s, the current and prospective output of trained personnel is inadequate to meet the needs of a developing Uganda, let alone reduce dependence on expatriates.” (212-343) “Indeed, employers often find the man who has learnt his trade by ‘experience’ (212: 343)Google Scholar
  72. 70.
    Die Kommission schreibt: “Nearly 90 percent of the population is engaged in agriculture, and yet education is widely regarded as a process by which its recipients can escape from this basic activity into ‘white collar’ positions. Education can contribute in combating this attitude by orienting the subject matter dealt with in the schools so as to emphasize the dignity and challenge of rural life. There is likewise a need to combat unfavourable attitudes toward manual and technical skills. In this connexion, too, the content of primary school instruction could be appropriately adjusted.” (212: 354)Google Scholar
  73. 71.
    So schreibt Taylor: “‘Why should he go to school? I never learned to read, but I’m rich enough in these days’, is a fairly common rejoinder.” (335: 155)Google Scholar
  74. 72.
    Dieser Unterschied fiel schon Thomas und Scott auf: “To-day the woman’s share of the work remains substantially the same, while the man’s is almost completely altered. The limitation of hunting has made one of the chief occupations into an occasional sport, and the importation of cheap cloth and implements has made it more profitable for him to earn money and provide for the family’s needs in the market than to engage in home manufacture.” (338: 279)Google Scholar
  75. 73.
    Die Landnutzungsrechte sind für die Pächter bis heute so günstig, daß auch viele Baganda, die in der Stadt arbeiten, doch in der Umgebung auf dem Lande wohnen (77: 19–20). Denn dadurch ist der Haushalt stets mit Nahrungsmitteln versorgt, die also nicht gekauft zu werden brauchen.Google Scholar
  76. 74.
    Ehescheidungen sind allerdings bei den Baganda häufig (326: 258), was natürlich auch wieder einen Unsicherheitsfaktor bedeutet.Google Scholar
  77. 75.
    Dazu siehe die diesbezügliche Beschreibung der Mädchenerziehung bei Mair aus den 30er Jahren (III:81).Google Scholar
  78. 76.
    Jones berichtet schon 1926 über Baganda-Schüler: “A class from 8 a.m. to 10 a.m. and all the rest of the day idle! I once put to a whole baptism class of seventeen young men the question: ‘What work are you doing?’ And in every case the reply was, ‘None’.” (219: 191)Google Scholar
  79. 77.
    Fallers wertete eine 1957–1958 von Musoke angestellte Untersuchung über 289 Mitglieder der Baganda-Elite aus und stellte fest, daß etwa ein Drittel davon Bauernkinder waren (89: 194–200). Diese Leute dürften zumeist in der Zwischenkriegszeit Schulkinder gewesen sein.Google Scholar
  80. 78.
    In den Jahren 1929–1930 siedelten sich erstmals Fremdlinge in Buganda an, d.h. sie wurden Pächter, was seither in großem Maßstab stattfand (136: 7/288/ 293). Diese Leute gehen langsam in der einheimischen Bevölkerung auf.Google Scholar
  81. 79.
    Fallers bringt jeweils getrennt die folgenden Faktoren sozialen Ranges in Tabellen zur Darstellung: Berufe, Rechtstitel in Bezug auf Grund und Boden, Steuerklassen (89: 188–190). Es ist jedoch daraus nicht zu entnehmen, wie diese Faktoren im einzelnen miteinander kombiniert waren. Die Angaben beziehen sich auf 1956.Google Scholar
  82. 80.
    Wrigley teilt die Bevölkerung von Buganda in vier ökonomische Kategorien ein (gilt für die neueste Zeit): a) Personen mit einem jährlichen Einkommen von L 300 oder mehr. Es handelt sich dabei hauptsächlich um die Minister, die höheren Häuptlinge und Berufe, die eine Hochschulbildung voraussetzen. b) Leute mit einem Einkommen von L 50-L 300 jährlich. Dies sind hauptsächlich Angestellte, Lehrer, Facharbeiter, Handwerker usw. c) Leute, die etwa L 35 jährliche Einkünfte haben. Hierbei handelt es sich um die Bauern, die den größten Teil der Bevölkerung bilden. d) Leute mit einem Jahresverdienst von höchstens L 10. Das sind Kranke oder Arbeitsscheue. Diesen gleichzustellen sind die Wanderarbeiter, die zwar meist zwischen L 10 und L 35 verdienen, aber einen sehr niedrigen Lebensstandard haben, weil sie möglichst viel Geld mit in ihre Heimat nehmen wollen (437: 52–54). Vielleicht zeichnet sich in dieser Einteilung die kommende soziale Schichtung ab; falls die wertstufenmäßigen Einschätzungen, den vorhandenen Tendenzen entsprechend, einen weiteren Wandel erfahren, müßte ungefähr ein derartiges Schichtengefüge entstehen.Google Scholar
  83. 81.
    Auch die Einteilung nach Religionsgruppen zeigte keine nennenswerten Übereinstimmungen hinsichtlich der Arbeiten.Google Scholar
  84. 82.
    Nicht der ganze Rinderbestand des Landes wurde vernichtet, aber doch ein sehr großer Teil davon.Google Scholar
  85. 83.
    Von diesen Maßnahmen waren natürlich auch alle anderen Afrikaner im Protektorat betroffen.Google Scholar
  86. 84.
    Diese Ausführungen hätten auch schon bei der Erläuterung der Arbeitsteilung der sozialen Schichten gebracht werden können. Da aber die Erfassung des Wandels in der Arbeitsteilung der sozialen Schichten verhältnismäßig schwierig ist, wurden an der entsprechenden Stelle zwar die afrikanischen Wanderarbeiter, die den Baganda meist nahe verwandt sind, in die Darstellung aufgenommen, nicht jedoch die europäischen und indischen Kontaktpartner. Betrachtet man nun das gesamte Schichtengefüge, so kann man am besten von einem Komplex interethnischer und intraethnischer Schichtung sprechen.Google Scholar
  87. 85.
    Man kann den Prozeß als einen solchen organisatorischer Differenzierung und Verselbständigung bezeichnen. Weitere Erläuterungen dazu finden sich im Abschnitt über das Versorgungssystem (IX:204–218).Google Scholar
  88. 86.
    Nur noch die beiden staatlichen Organisationen (Buganda-Verwaltung, Protektoratsbehörden) waren Institutionen, mit denen in einem festen Gegenseitigkeitsverhältnis zu stehen obligatorisch war.Google Scholar
  89. 87.
    In diesem Zusammenhang ist noch einmal auf die schon früher zitierten Worte Wilson’s hinzuweisen (IX3).Google Scholar
  90. 88.
    Ein Ausweg wurde, wie erwähnt (IX9), offenbar bei den Trommelmachern gefunden, indem man auch Angehörigen anderer Clans die Mitarbeit ermöglichte.Google Scholar
  91. 89.
    Über die Gründe, die Handwerkerkinder doch veranlaßten, den väterlichen Beruf zu ergreifen, ist leider nichts bekannt. Es wäre an die Bequemlichkeit zu denken, die darin liegt, zu Hause eine Fertigkeit zu erwerben, und an ein familiäres Traditionsbewußtsein.Google Scholar
  92. 90.
    Fallers zählt allein für das afrikanische Personal im Verwaltungsdienst des Protektorates über 50 verschiedene Berufsgruppen auf (89: 132–134), und zwar für das Jahr 1954.Google Scholar
  93. 91.
    Die meisten Handwerker in ländlichen Gebieten sind z. B. meist zugleich auch Bauern, die sich einen zweiten Verdienst durch den Anbau von Baumwolle oder Kaffee verschaffen (335: 117).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1967

Authors and Affiliations

  • Jürgen Jensen

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