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Die praktische Handhabung des deutschen Jugendgerichtsgesetzes

  • E. v. Liszt

Zusammenfassung

Wenn wir die Entwicklung der Jugendgerichtshilfe in den letzten Jahren überschauen, wenn wir uns klarmachen, was wir erreicht haben, dann können wir wohl sagen: das J.G.G. hat uns die Erfüllung unserer alten Wünsche gebracht. Wünsche an den Gesetzgeber haben wir zunächst nicht, wohl aber Wünsche und Forderungen an uns selbst, an die J.G.H. Wenn A. G. R. Fischer 1909 auf dem I. Jugendgerichtstag gesagt hat: „Die J.G.H. ist eine der großartigsten Einrichtungen, die wir dem Jugendgericht verdanken“, so müssen wir uns heute gestehen, daß wir gar so großartig nicht sind. Wir haben uns wohl im Laufe der Jahre in die Breite entwickelt, es fehlt aber die Entwicklung nach der Tiefe. Das Gesetz gibt uns die Möglichkeit, jedes Kind so zu behandeln, wie es seiner Eigenart, seinen besonderen Verhältnissen entspricht, die Mittel anzuwenden, die gerade für dieses Kind in diesem Augenblick wünschenswert erscheinen, aber, wenn wir fragen, wie es in der Praxis aussieht, so müssen wir, wenn wir ehrlich sind, sagen, es werden bei weitem nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, es wird nicht jedem Kind sein ganz besonderes Recht, wir lassen es da und dort an der eingehenden Betreuung fehlen, wir sind noch weit davon entfernt, die Absichten des Gesetzgebers wirklich zu erfüllen.

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1925

Authors and Affiliations

  • E. v. Liszt
    • 1
  1. 1.BerlinGermany

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