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Oben—Unten. — Berufswahl. — Mondsucht. — Gegensätzlichkeit des Denkens. — Erhöhung der Persönlichkeit durch Entwertung anderer. — Eifersucht. — Neurotische Hilfeleistung. — Autorität. — Denken in Gegensätzen und männlicher Protest. — Zögernde Attitude und Ehe. — Die Attitude nach aufwärts als Symbol des Lebens. — Masturbationszwang. — Nervöser Wissensdrang

  • Alfred Adler

Zusammenfassung

Die Abstraktion der Begriffe „Oben — Unten“ spielt in der Kulturentwickelung der Menschen offenbar eine ungeheure Rolle, die wahrscheinlich schon an den Beginn des aufrechten Ganges der Menschheit anknüpft. Da jedes Kind dieses Geschehnis in der Entwickelungsreihe wiederholt, wenn es sich vom Boden aufrichtet, die Erziehung auch aus allgemeinen hygienischen Grundsätzen stark nachhilft, ihm das „Unten sein“, das Haften und Kriechen am Boden zu verleiden, ja zu verekeln, so mag diese höhere Entwickelung im Kindesalter nicht wenig dazu beitragen, das „Oben“ höher zu werten. Ein sicherer Hinweis ist in dem Benehmen kleiner Kinder zu finden, die sich trotzig zu Boden werfen, sich dabei auch wohl schmutzig machen wollen, um sich den Eltern gegenüber zur Geltung zu bringen, dabei aber verraten, daß ihnen der Begriff des „Untenseins“ als Fiktion des Verbotenen, Schmutzigen, Sündhaften aufkeimt. In dieser psychischen Geste kleiner Kinder ist wohl auch das Vorbild für spätere, stark überbaute neurotische Züge, insbesondere des pseudomasochistischen Gebarens zu erblicken.

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Copyright information

© J.F. Bergmann in München 1928

Authors and Affiliations

  • Alfred Adler
    • 1
  1. 1.WienÖsterreich

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