Spektroskopie pp 352-367 | Cite as

Der Zeeman-Effekt

  • E. C. C. Baly

Zusammenfassung

Im Jahre 1896 beobachtete Zeeman, wenn er einen Bunsenbrenner mit einer kleinen Menge von Natriumchlorid zwischen die Pole eines kräftigen Elektromagneten brachte und das Spektrum beobachtete, daß bei Stromschluß die D-Linien verbreitert erschienen und erst nach dem öffnen des Stromes wieder ihr altes Aussehen gewannen. Das gleiche zeigte sich bei den umgekehrten D-Linien, die er in der gewöhnlichen Weise durch Absorption erhielt. Dies Phänomen ist, wie Zeeman zeigte, eine natürliche Folge der H. A. Lorenzschen Theorie der elektromagnetischen Strahlung. In dieser Theorie wird angenommen, daß das chemische Atom sich aus einer Zahl kleiner, elektrisch geladener Teilchen von bestimmter Masse, Elektronen genannt, aufbaut, welche um ein gemeinsames Zentrum schwingen, und daß das Licht in transversalen Ätherschwingungen besteht, welche durch die Oszillationen dieser Elektronen ausgelöst werden. Bringt man eine Substanz in ein Magnetfeld, so werden die Bewegungen der Elektronen derart beeinflußt, daß sie Änderungen ihrer Schwingungsperiode erleiden. Zeeman zeigte als einfaches Resultat dieser Theorie, daß die Bewegungen der Elektronen sich in drei Komponenten zerlegen lassen, von denen die eine parallel zu den magnetischen Kraftlinien gerichtet ist, die beiden anderen rechtwinklig zu ihnen; diese beiden lassen sich wiederum in zwei kreisförmige Bewegungen (recht- und linkshändig) um eine den Kraftlinien parallele Achse zerlegen.

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© Verlag von Julius Springer 1908

Authors and Affiliations

  • E. C. C. Baly
    • 1
  1. 1.University CollegeLondonUK

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