Die Mendelschen Vererbungsgesetze beim Menschen. Die geschlechtsgebundene Vererbung

  • Julius Bauer

Zusammenfassung

M. H.! Es ist a priori klar, daß die Mendelschen Vererbungsgesetze auch für den Menschen Geltung haben müssen, denn es liegt gar kein Grund vor, warum ein so fundamentales biologisches Gesetz der Fortpflanzung mehrzelliger Lebewesen beim Menschen eine Ausnahme finden sollte. Insoweit nun die Vererbung anzestraler Anlagen sich nicht nur auf Eigenschaften und Merkmale bezieht, die den Normalbestand eines menschlichen Individuums, seine Normalkonstitution ausmachen, sondern sich auch auf die Übertragung abnormer Anlagen erstreckt, die entweder als solche schon unmittelbar krankhaft sind oder ein dispositionelles Moment für die Entstehung gewisser Krankheiten abgeben, insoweit beansprucht die Kenntnis ihres Übertragungsmodus ein ganz besonderes Interesse von seiten des Arztes und Rassenhygienikers. Da nicht nur die Anlagen morphologischer Merkmale, sondern, wie wir früher schon besprochen haben, auch ganz bestimmte Reaktionsarten und Anspruchsfähigkeiten sich vererben, so basiert eigentlich das Verständnis der Genese — wir können mit Haecker von Phänogenese sprechen — der individuellen Körperverfassung, der individuellen Eigenart im Verhalten bei krankhaften Störungen des vitalen Gleichgewichtes, großenteils auf der Erkenntnis der Vererbungsgesetze menschlicher Erbanlagen.

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Notes

  1. 1).
    Vgl. F. Lenz: l. c. — H. W. Siemens: Über Vorkommen und Bedeutung der gehäuften Blutsverwandtschaft der Eltern bei den Dermatosen. Arch. f. Dermatol. u. Syphilis. Bd. 132, S. 206. 1921.CrossRefGoogle Scholar
  2. 1).
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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1923

Authors and Affiliations

  • Julius Bauer
    • 1
  1. 1.Innere MedizinUniversität WienAustria

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