Kolloidchemische Betrachtungen auf dem Gebiet des Schellacks und Kautschuks

  • C. Harries

Zusammenfassung

In der Elektroindustrie spielen Kautschuk und Schellack eine wichtige Rolle. Während der erste bereits nach den verschiedensten Seiten hin sehr eingehend untersucht worden ist, wurde der Schellack bisher recht stiefmütterlich behandelt. Seit längerer Zeit habe ich mich in Gemeinschaft mit W. Nagel dem Studium der Natur des Schellacks gewidmet. Und zwar sind die Untersuchungen nach zwei Seiten hin gerichtet gewesen: Erstens Abbau des eigentlichen Schellackharzes zur Aufklärung der Konstitution in struktureller Hinsicht. Über unsere Befunde, die zur Entdeckung der vollkommenen Hydrolyse des Schellackharzes und Auffindung der kristallisierten Schellolsäure führten, haben wir bereits an anderer Stelle1) ausführliche Mitteilungen veröffentlicht. Zweitens genaues Studium des Schellackharzes selbst nach der physikochemischen, insbesondere kolloidchemischen Seite hin. Man wußte in der Praxis, daß der Schellack beim Erhitzen eigentümliche Veränderungen erleidet, über die Art derselben herrschten nur vage Vorstellungen. Diese Zustandsänderungen erinnerten mich in gewisser Beziehung an diejenigen des Kautschuks, welche er beim Plastizieren und beim Vulkanisieren erleidet. Ich habe deshalb versucht, sie unter einheitlichen Gesichtspunkten zu behandeln.

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Referenzen

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    Die Einzelheiten der Untersuchung will ich mit Rücksicht auf Pummerer noch nicht mitteilen.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1923

Authors and Affiliations

  • C. Harries

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