Zusammenfassung

Es scheint erforderlich, einleitend auf einige häufig zu beobachtende Fehlschlüsse bei der Begutachtung innerer Unfallkrankheiten hinzuweisen. So liest man z. B. oft in Gutachten den Satz, daß ein Zusammenhang zwischen der Erkrankung und dem Unfall deshalb nicht anzunehmen sei, weil Verletzungen der Knochen und Weichteile nicht vorgelegen hätten. Das ist eine vollkommen irrige Auffassung. Denn es ist in vielen Fällen einwandfrei erwiesen, daß bei den schwersten inneren Verletzungen, z. B. Ruptur des Herzens und der großen Gefäße, vollkommenes Abreißen eines Lungenflügels etc., die Haut oder die Knochen auch nicht die Spur einer Verwundung aufwiesen. Ferner ist es unrichtig, wenn behauptet wird, daß nicht anzunehmen ist, daß eine bestimmte innere Erkrankung auf einen Unfall zurückzuführen sei, weil nach ähnlichen Verletzungen, wie in dem vorliegenden Falle, die betreffende Krankheit für gewöhnlich nicht beobachtet würde. Das heißt, die Bedeutung, die dem Trauma in der Ätiologie innerer Krankheiten zukommt, völlig verkennen. Denn dem Trauma kommt bei der Entstehung einer inneren Krankheit lediglich die Rolle des auslösenden oder verschlimmernden Momentes zu. Es können also nach ein und demselben Trauma bei verschiedenen Menschen ganz verschiedene Krankheiten entstehen.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1914

Authors and Affiliations

  • H. Neumann
    • 1
  1. 1.der internen Abteilung des städtischen Krankenhauses AltonaHamburgDeutschland

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