Die Anzeigeverzögerung von Thermometern

  • Fritz Lieneweg

Zusammenfassung

Die Anzeigeträgheit oder -verzögerung von Thermometern muß bei der Erörterung ihrer Anzeigegenauigkeit berücksichtigt werden, weil bei kurzzeitigen Temperaturänderungen, z. B. bei Temperaturmessungen in Flugzeugen oder bei Temperaturreglungen von Koch- und Destillationsvorgängen usw., leicht erhebliche Trugschlüsse hinsichtlich der erreichten Temperaturhöhe gezogen werden können. H. Hergessell (1) hat gezeigt, daß die angezeigte Übertemperatur Θ m eines Thermometers nach einer Exponentialfunktion mit der Zeit t sich ändert, wenn dieses plötzlich einer Übertemperatur Θ c ausgesetzt wird:

Bezeichnungen

V

Volumen (m3).

O

Oberfläche (m2).

ϱ

Dichte (kg · m−3).

c

spezifische Wärme (kcal · kg−1 · grad−1).

t

Zeit (Stunden oder Sekunden nach besonderen Angaben).

ϑ

Temperatur (°C).

Θc

Übertemperatur zur Zeit t = 0 (grad).

Θm

Übertemperatur zur Zeit t (grad).

Θo

Übertemperatur an der freien Oberfläche einer Platte, eines Zylinders oder einer Kugel (grad).

Θi

Übertemperatur an der isolierten Oberfläche einer Platte, in der Achse eines Zylinders oder im Mittelpunkt einer Kugel (grad).

p

Trägheitsbeiwert oder Zeitkonstante.

H

Halbwertzeit (Sekunden).

X

Dicke einer Platte, Halbmesser eines Zylinders oder einer Kugel (m oder mm nach besonderen Angaben).

x

Abstand von der isolierten Oberfläche einer Platte, von der Achse eines Zylinders oder vom Mittelpunkt einer Kugel (m).

ξ

Fiktive Länge.

λ

Wärmeleitfähigkeit (kcal · m−1 · h−1 · grad−1).

α

Wärmeübergangszahl (kcal · m−2 · h−1 · grad−1).

h = α/λ

relative Wärmeübergangszahl.

ϰ

Wärmedurchgangszahl.

\(a = \frac{\lambda }{{\varrho \cdot \,{\rm{c}}}}\)

Temperaturleitfähigkeit.

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Schrifttum

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1937

Authors and Affiliations

  • Fritz Lieneweg

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