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Zusammenfassung

Die Lebewesen, die da sind, vermögen sich zu erhalten, sonst wären sie nicht da. Zur Erhaltung eines veränderlichen Wesens ist nötig die Benutzung der Umgebung und die Vermeidung von Gefahren, d. h. gerichtete Reaktion auf Reize der Umgebung. Die Reize müssen von dem Lebewesen in spezifischer Weise aufgenommen („wahrgenommen“) und so verarbeitet werden, daß dieses zweckentsprechend je nach der Qualität (und Quantität) derselben verschieden reagiert; die Reize unterscheiden sich also in bezug auf den Reaktionsapparat und die auszulösenden Reaktionen (psychisch ausgedrückt: das Zoon muß viele verschiedene Reize „unterscheiden“können). Die Reaktion muß so eingerichtet sein, daß auf die verschiedenen Reize je die nützlichen Reaktionsbewegungen gemacht werden.

Literatur

  1. 1.
    Jennings: Modificability in Behavior, J. of exper. Zool. II, 485 (1905) u.a.Google Scholar
  2. 2.
    Es gibt auch Anordnungen, wo durch die Übung die Auslösbarkeit beschränkt, der auslösende Reiz immer schärfer von andern abgegrenzt wird (z. B. bei den Assoziationsreflexen).Google Scholar
  3. 3.
    Siehe die Kapitel Gelegenheitsapparate und Psyehokym.Google Scholar
  4. 1.
    Bei der Küchenschabe bleibt die durch elektrische Schläge verkehrte Lichtreaktion 4–55 Minuten bestehen. Später konstatiert man noch Übungsersparnis (Szymanski, Änderung des Phototropismus durch Erlernung, Arch. f. Physiol. 144, 132 (1912).Google Scholar
  5. 2.
    Psychologie der Hysterie 461.Google Scholar
  6. 3.
    Der Vorgang wäre dann nichts anderes als ein fortgesetzter „Reifungs“prozeß (S. 72).Google Scholar
  7. 1.
    Beiläufig sei erwähnt, daß ein bestimmter Zweig im Centrum des Gesichtsfeldes war, daß aber die übrigen, stark peripheren, kaum weniger deutlich waren, jedenfalls viel deutlicher als beim Wahrnehmen des Originals, das ich nachher studierte. Ich könnte keine einzelnen Blätter an einem Zweige zeichnen, der auf eine Distanz von 5 m nur 60 cm vom Blickpunkt entfernt ist. — Nachträglich finde ich die nämliche Verdeutlichung peripherer Bilder auch bei Joh. Mueller (Jaspers: Allg. Psychopath., 34, Berlin: Julius Springer 1913).Google Scholar
  8. 1.
    Die cerebrale Sekundärfunktion, 1902 und: Über psychische Minderwertigkeiten, Wien: Braumüller 1909.Google Scholar
  9. 1.
    De Haan: Zurückgreifende Verdrängung von Bewußtsemsinhalten, Diss. Groningen 1918. Ref.: Z. Neur. 17, 11 (1918).Google Scholar
  10. 2.
    Wiersma: Psychische Nachwirkungen, Z. Neur.Or. 35, 196 (1917). Vgl. auch Swift: Studies in the Psychol. and Physiol. of Learning, Amer. J. Psychol. 14, 201–251. Ref.: Z. Psychol. 41, 195 (1906). (Spielen mit 2 Bällen nach 3 Monaten.)Google Scholar
  11. 3.
    Gaupp: Schlaflosigkeit, Verh. dtsch. Ges. inn. Med. 1914.Google Scholar
  12. 3a.
    Teoemnee: Berl. klin. Wschr. 1910.Google Scholar
  13. 3b.
    Lipps: Leitfaden der Psychologie, Leipzig 1903.Google Scholar
  14. 3c.
    Morgentaler: Gedächtnis, 9, S. A., Med. Klin. 1912, Nr 38 u. 39.Google Scholar
  15. 3d.
    Lay: Z. jugendl. Schwachsinn 5 (1910).Google Scholar
  16. 3e.
    Vogt: Zbl. Neur. 29 (1904).Google Scholar
  17. 3f.
    Specht: Neue Untersuchungen über die Beeinflussung der Sinnesfunktionen durch geringe Alkoholmengen, Z. Pathopsychol. 180 (1915). Ebenso: Zur Analyse der Arbeitskurven, Z. pädag. Psychol. 1910. Google Scholar
  18. 4.
    In Bumke: Die Diagnose der Geisteskrankheiten, Wiesbaden: J. F. Bergmann 1919, 67. Wahrscheinlich nie lokal, sondern nur funktionell zu verstehen.Google Scholar
  19. 1.
    Das ist ein sehr uneigentlicher Ausdruck, den ich aber nicht durch einen besseren zu ersetzen wüßte. Psychisch faßt man das Wort nur als Ganzes auf, das man erst bei einer gewissen Kultur in Laute zerlegen lernte. Auch rein physiologisch ist das Verhältnis der aufeinanderfolgenden Laute nicht einem Staccato, sondern einem maximalen Legato zu vergleichen. Diese Wortzerlegung in Laute zeigt vielleicht am einleuchtendsten, wie wir die wahrgenommenen Dinge aus dem kontinuierlichen Strom der Empfindungen herausheben. Google Scholar
  20. 2.
    Störring, G. E.: Über den ersten reinen Fall eines Menschen mit völligem, isoliertem Verlust der Merkfähigkeit, Arch. f. Psychol. 81, 257 (1931).Google Scholar
  21. 1.
    Ein spontanes (periodisches) Auftauchen von Erinnerungen wird u. a. von Swoboda und von Fliess behauptet, aber nicht überzeugend bewiesen. Auch daß physikalische oder chemische, namentlich pathologische Reizungen des ZNSs geformte psycheartige Funktionen direkt erzeugen können, ist nicht wahrscheinlich.Google Scholar
  22. 1.
    Allerdings kommt dazu, daß der Zahlenmenseh seine Zahlbegriffe in besonders viele Beziehungen bringt, die ihm die Ekphorie erleichtern.Google Scholar
  23. 2.
    Das ist zwar gewöhnlich so, aber im Prinzip nur richtig, soweit nicht andere Mechanismen die negative Affektwirkung stören. In der depressiven, d. h. unangenehmen Natur eines Affekts liegt allerdings die Tendenz, ihn mit der Vorstellung, die ihn trägt, auszuschalten. Aber auch die negativen Affekte haben wie alle andern die Tendenz, sich durchzusetzen. Je nach Anlage und zufälliger psychischer Umgebung kann auch einmal die letztere die mächtigere sein: der Stachel bleibt im Gemüte; dieses kann ihm gegenüber sogar immer empfindlicher werden, so daß schließlich auch die entferntesten Anspielungen die unangenehme Idee samt ihrem Affekt zum Bewußtsein und zur Herrschaft über die Persönlichkeit bringen (Dysarnnesie, C. Vogt). Solche Fälle haben aber meist etwas krankhaftes.Google Scholar
  24. 1.
    Merkfähigkeit, Gedächtnis und Assoziation, Z. Psychol. 41, 38 (1906).Google Scholar
  25. 2.
    Durch die geringe Verarbeitung der Engramme erklärt sich, daß ganz primitive, ja debile und ungebildete Menschen manchmal ihre Lebensgeschichte chronologisch genau mit beliebig vielen Einzelheiten und besonders anschaulich erzählen können, während reichere Persönlichkeiten nur bei besonderer künstlerischer Begabung dazu fähig sind. (Vgl. z. B. „Dulden“. Aus der Lebensbeschreibung einer Armen. Herausgegeben von Bleuleb, München: Reinhardt.) Dahin gehört es auch, daß der Arzt, namentlich bei Halbgebildeten, oft so viel Mühe hat, eine Beschreibung der Symptome, dessen, was die Kranken fühlen, zu erhalten; sie können mit all ihren vielen Worten nur die Ursache der Symptome, die sie sich einbilden, statt dieser selbst, geben oder ihre pathologische Auffassung und die Folgen, nicht aber, was man haben sollte.Google Scholar
  26. 1.
    Vgl. auch die Resultate von Ranschburg in Bumke: Diagnose der Geisteskrankheiten, Wiesbaden: J. F. Bergmann 1919, S. 83.Google Scholar
  27. 1.
    Halluzinationen des Gedächtnisses: Es taucht plötzlich und unvermittelt die (meist recht genaue) Erinnerung ah ein Erlebnis auf, das in Wirklichkeit gar nicht stattgefunden hat (wohl nur bei Schizophrenen). — Konfabulation: Das Bedürfnis etwas zu erzählen, zu renomieren, auf eine Frage zu antworten, schafft momentan die bestimmte Vorstellung, etwas erlebt zu haben, wobei diese Vorstellung durch neue Einzelbedürfnisse beständig weiter ausgebaut werden kann (in typischer Weise zur Ausfüllung der Gedächtnisleere wohl nur bei den organischen Psychosen). Gedächtnisillusionen, Paramnesien im engeren Sinne, sind Umgestaltungen wirklicher Erinnerungen, die bei jedermann vorkommen, aber bei Geisteskranken oft stark übertrieben werden.Google Scholar
  28. 1.
    Z.B. Schultze, О.: Grundsätzliches und Kasuistisches über die Bildung von Begriffen. Arch. f. Psychiatr. 59, 547 (1918): „Die Sinneserscheinungen sind so gut wie nie an den Stellen lokalisiert, wo das Gehirn auf ihre Entstehung auslösend wirkt.“„Unser Gehirn erzeugt die Sinneserscheinungen; kein Mensch weiß, weshalb sie an Stellen auftreten, die weit vom Gehirn entfernt sind. Nirgends entsteht ein räumlicher Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung.“„Es scheint eine actio in distans vorzuliegen.“Das ist alles Verwechslung von Funktion und Inhalt. — Gleich verständnislos ist das BergsonSche „nous replaçons les perceptions dans les choses“(zitiert nach Ziehen). Auch Metaphysiker (z. B. Deussen) gehen von ähnlichen Vorstellungen aus, die die so einfache Wirklichkeit hoffnungslos mit sinnlosen Einbildungen vermengen und verwirren.Google Scholar
  29. 1.
    Es gibt deshalb zwei recht verschiedene Aspekte der inneren Erlebnisse: einen unmittelbaren, mehr gefühlsmäßigen, während des Erlebens und einen nachträglichen aus der Erinnerung (siehe Vorwort gegen Ende).Google Scholar
  30. 1.
    Das Ich der Psychologie, mit dem auch wir sonßt allein zu tun haben, und von dem wir z. B. im Kap. II H sprachen, gehört rein der psychischen Reihe an.Google Scholar
  31. 1.
    Daß die Innenwelt, abgesehen von den elementarsten Begriffen wie „ich will“, sehr viel später Mar zum Bewußtsein kam, zeigt sich wohl auch darin, daß die Bezeichnungen der seelischen Vorgänge fast alle der Außenwelt entnommene Symbole sind: Neigung, Tendenz, Trieb, Absicht, Gefühl, Seele selbst und Spiritus und Anima, Ziel, Zweck, Motiv, Grund, begreifen, niedergeschlagen, fromm, feige, Rat (= Vorrat), raten usw.Google Scholar
  32. 2.
    Allerdings in einem etwas anderen Sinne als die Dinge der Außenwelt.Google Scholar
  33. 1.
    Eben las ich wieder, das häufige Vorkommen, daß Kinder Figuren und Gegenstände auf dem Kopf stehend zeichnen, beruhe darauf, daß sie noch nicht gelernt haben, ihre umgekehrten Retinabilder aufrecht zu sehen (1932).Google Scholar
  34. 1.
    Es mag gut sein, auch hier daran zu erinnern, daß „Resonanz“und „Analysator“bildlich gemeint sind, aber dem tatsächlichen, nicht kurz zu bezeichnenden Verhalten sehr nahe kommen.Google Scholar
  35. 2.
    In diesem Zusammenhang würde dem Ausdruck „Partialkurve“von psychischer Seite der der „Empfindung“entsprechen.Google Scholar
  36. 3.
    Nach mehrfachen solchen Erfahrungen werden aus begreiflichen Gründen die ursprünglichen Erlebnisse aktiv von der Assoziation ausgeschlossen (die Platten 1, 2 usw. werden schwach oder gar nicht mehr ekphoriert).Google Scholar
  37. 4.
    Inwiefern der Prozeß vereinfacht wird, wenn die Mutter zum tausendsten Male wahrgenommen wird, lassen wir hier ununtersucht.Google Scholar
  38. 1.
    Die Mutter wird im Dunkeln an der Stimme erkannt; im Licht braucht sie sich nicht hören zu lassen; beide total verschiedenen Empfindungsgruppen werden aber ohne Schwierigkeit als Mutter identifiziert.Google Scholar
  39. 1.
    Vom Menschen werden tausend Einzelerfahrungen herausgehoben, tausend Begriffe geschaffen, die nicht einem biischen Trieb zu entsprechen scheinen. Er ist aber nicht ohne biische Gründe ausgerüstet mit Neugierde und Wissenstrieb, und der Kulturmensch weiß obendrein, daß ihm die Mehrung seines Wissens nützlich ist. So kann es für ihn wichtig werden, daß ein Stern eine Viertelsekunde früher durch sein Fadenkreuz geht, als er vorausberechnet hat.Google Scholar
  40. 2.
    „Mechanisch“in dem weiten Sinne des gesetzmäßigen Zusammenarbeitens der mnemischen Direktionen mit den physikalischen und chemischen Kräften, ohne ‘Eingreifen eines außer diesen dreien gelegenen Prinzips. Google Scholar
  41. 1.
    „Symbol“im gewöhnlichen Sinne, nicht wie S. 94.Google Scholar
  42. 2.
    Zoen mit geringerem Abstraktionsvermögen können von nebensächlichen Einzelheiten ungenügend absehen. Die Rehgeiß erkennt ihr Zicklein nicht mehr, wenn Menschen es berührt haben (Geruch); der Taube wird ihr Nest samt der Brut ein Fremdes, wenn man es von seinem Platze verschiebt.Google Scholar
  43. 1.
    Verwohn, der das „physioplastisch“genaue vom „ideoplastischen“Zeichnen unterscheidet, meint, das komme von den Ideen, die man dem Kinde anerzogen habe. Die Beobachtung des kindlichen Zeichnens zeigt, daß das eine Täuschung ist. Das Kind kann die ursprünglichen sinnlichen Engramme mit ihren Zusammenhängen nicht ekphorieren, und benutzt Bearbeitungen, die für den Zweck der Zeichnung ungenügend sind, so wenn es die Arme an den Kopf setzt, ein Auge neben das Gesicht zeichnet. Auch der Erwachsene zeichnet die Dinge nicht gleich, wie er sie gewöhnlich sieht, sondern in irgendeiner leicht vorstellbaren Stellung, einen Menschen im Profil oder genau von vorn.Google Scholar
  44. 2.
    Poetzl: Experimentell erregte Traumbilder, Z. Neur. Orig. 37, 278 (1917).Google Scholar
  45. 1.
    Obschon dann und wann ein künstlerisch angelegtes Kind instinktiv perspektivisch zeichnet.Google Scholar
  46. 2.
    Die Kompliziertheit der Gebilde, die für die Psyche als elementar gelten müssen, ist natürlich manchen andern auch bekannt. (Vgl. z. B. Poppelbeuter: Sammlung zur Abhandlung zur psychol. pädag. Ordnung des Vorstellungsablauf es, I. Teil, Arch. f. Psychol. 3.) Sie wird aber immer noch zu wenig gewürdigt.Google Scholar
  47. 1.
    Wenn ich mir einen Hund leibhaft vorstellen oder wenn ich ihn halluzinieren soll, so kann er nicht zugleich lange und kurze Ohren, braun und zugleich weiß sein, Dinge, die dem allgemeinen Begriff Hund im gewissen Sinne angehören.Google Scholar
  48. 2.
    Im gewöhnlichen Leben allerdings benutzen wir, Gelehrte und Ungelehrte, fast nur Vorstellungen, denen wir den gleichen Realitätswert zuschreiben wie den Wahrnehmungen.Google Scholar
  49. 3.
    Psychopathologie, Berlin: Julius Springer 1923.Google Scholar
  50. 1.
    Die Raumqualität, der Raum als solcher, in den nach manchen Psychologen die Dinge „versetzt“werden, kann nicht durch die jeweiligen Sinnesempfindungen gegeben werden. Er ist eine komplizierte Vorstellung, deren Abstraktion aus der ersten Lebenszeit stammt und wohl durch angeborene Tendenzen befördert wurde.Google Scholar
  51. 2.
    Grünbaum: Vorstellung der Richtung und Augenbewegung, Nederl. Tijdschr. Geneesk. 63, 2014 (1919). — Ref. Z. Neur. 19, 412.Google Scholar
  52. 1.
    Auch bei einer gesunden Versuchsperson, die infolge einer Suggestion auf einem leeren Blatte mit voller Überzeugung eine Zeichnung mit scharfen Umrissen sieht, deckt die Aufforderung, den Konturen nachzufahren, ganz schwere Defekte des Bildes auf, wenn sie nicht zeichnerisch besonders begabt ist.Google Scholar
  53. 1.
    Nur die psychische Umgebung, sagt G. F. Lipps mit andern, gestatte die Unterscheidung. Vor allem sei ausschlaggebend, daß andere Personen unsere Vorstellungen nicht wahrnehmen können; er meint sogar, daß wir ohne das letztere Unterscheidungszeichen die beiden Dinge nicht auseinander halten könnten (in Hintermann, Exper. Untersuchungen der Bewußtseinsvorgänge. Diss. Zürich 1917), was nun sicher nicht richtig ist; auch der Vereinzelte besitzt noch eine ganze Menge brauchbarer Unterscheidungszeichen, wenn diese auch in Ausnahmefällen einmal versagen. Aber es bleibt die Tatsache bestehen, daß von allen Eigenschaften der beiden Funktionen selbst weder eine einzelne noch ihre Summe eine sichere Unterscheidung erlaubt.Google Scholar
  54. 2.
    Alle Vorstellungen sollen nach G. F. Lipps die Tendenz haben, zum vollem Erleben zu kommen, d. h. Halluzinationen zu werden. Wundt schreibt den Vorstellungen das „Streben“zu, in Wahrnehmungsbilder überzugehen.Google Scholar
  55. 1.
    Lauder Brunton: J. ment. Sc. 1904, 239.Google Scholar
  56. 2.
    Wahn und Erkenntnis, Berlin: Julius Springer 1918.Google Scholar
  57. 3.
    Studien über den Gleichsgewichtsapparat, Wien. Klin. Wschr. 1918, Nr 51.Google Scholar
  58. 4.
    Wahrnehmungen und Vorstellungen, Z. Psychol. 80, 204 (1918).Google Scholar
  59. 5.
    Vorstellung der Richtung und Augenbewegungen, Nederl. Tijdschr. Geneesk. 63, 2014 (1919). — Ref. Z. Neur. 19, 412.Google Scholar
  60. 6.
    Im Begriff des „Hundes“steckt alles, was zu unserem Wissen vom Geschlecht der Hunde gehört, das, was jedem Hund zukommt, und das, was bei irgend einem einzelnen Hunde vorkommen kann: das vierbeinige Säugetier, bestimmte zoologische Merkmale, soweit sie mir bekannt sind, eine bestimmte Größenordnung, Pelz mit einer bestimmten Farbenskala unter Ausschluß anderer Farben, Möglichkeit bestimmter Zeichnungen des Pelzes, dann Eigenschaften als Haustier und eine Menge von anderen Beziehungen. Google Scholar
  61. 7.
    Nicht eine Veränderung des Begriffes ist es, wenn verschiedene Partialbedeutungen desselben herausgehoben werden, wenn etwa der Begriff „Vater“als Erzeuger, dann als Ernährer der Familie oder als Erblasser in Frage kommt.Google Scholar
  62. 1.
    Vielleicht ähnlich wie unsere Muskelbewegungen, wenn wir ein Kommando erwarten. 2 Von Person zu Person sind offenbar in dieser Beziehung große Unterschiede.Google Scholar
  63. 1.
    „Außenwelt“bedeutet in diesem Zusammenhang nicht „außerhalb des Körpers“, sondern „außerhalb der Psyche“. Manche Halluzinationen werden in den Körper lokalisiert.Google Scholar
  64. 1.
    Vgl. Bleuler, Halluzinationen und Schaltschwäche, Schweiz. Arch. Neur. 13, 88 (1923).Google Scholar
  65. 2.
    Interessant ist der von Jaspers (Psychopathologie, Berlin: Julius Springer 1920) berichtete Fall eines Fieberkranken, der blind Schachspielen konnte, während er vorher und nachher dazu nicht fähig war. Hierher gehört auch die alltägliche Beobachtung, daß man im Fieber mit großer Leichtigkeit aus Tapetenblumen oder irgendwelchen Flecken Fratzen herauskennen kann, die man nach Ablauf der Krankheit nicht mehr findet.Google Scholar
  66. 1.
    Man sieht den Teufel außerhalb des Gesichtsfeldes, z. B. hinter sich; ein Geruch ist im Nacken; man spürt auf der Haut („sieht“nicht) einen Wasserstrahl aus einer bestimmten Ecke des Zimmers kommen u. dgl.Google Scholar
  67. 1.
    Das will nicht sagen, daß der erste Begriff „Mutter“schon eine Ähnlichkeit habe mit dem, was wir darunter verstehen. Er ist zunächst nicht nur rudimentär, aus wenigen Qualitäten bestehend, sondern auch noch nicht abgegrenzt. Offenbar werden die beiden Dinge „Mutter“und „Behagen“erst später auseinander gehalten und sind zu dieser Zeit noch Teile einer umfassenden Einheit.Google Scholar
  68. 1.
    Das „Sonntag Du nicht ausgehen“bezieht sich auf den nächsten Sonntag; das ergibt sich aus dem Zusammenhang, denn am vorhergehenden Sonntag war der Delinquent ja aus und betrunken. Diese Ergänzung ist allerdings beim Denken, wo die beiden Sonntage sonstwie auseinander gehalten werden, nicht nötig wie hier beim mimischen Sprechen.Google Scholar
  69. 1.
    Das Kind des Kulturmenschen braucht lange Zeit, um zu lernen, daß der Gegenstand, der ihm wehtut, keine Absicht hat; der Primitive lernt es überhaupt nie.Google Scholar
  70. 1.
    Die musikalische Dissonanz hat eine andere Kurvenform als die Konsonanz.Google Scholar
  71. 2.
    Zu dieser Ausdrucksweise siehe Vorwort, Einwände von Binswanger.Google Scholar
  72. 3.
    Urteil im Sinne der Logik, etwa: die Art, wie Erkenntnisse gedacht werden. Nicht: Schließen.Google Scholar
  73. 4.
    Gemäß der direkten Erfahrung in: „die Milch ist weiß“, der indirekten, mittelbaren, in: „das Bewußtsein ist eine Funktion des Gedächtnisses“.Google Scholar
  74. 1.
    Ich weiß, daß „größenlose Zahl“, aus dem Zusammenhang gerissen, ein innerer Widerspruch wäre, kenne aber keinen andern Ausdruck und hoffe hier verstanden zu werden.Google Scholar
  75. 2.
    Über die spezielle und die allgemeine Relativitätstheorie, 8. Aufl. S. 78, Braunschweig: Vieweg & Sohn 1920.Google Scholar
  76. 3.
    Swindle: Über einfache Bewegungsinstinkte und deren künstliche Beeinflussung, Z. Sinnesphysiol. 49, 247 (1916).Google Scholar
  77. 1.
    Wür dürfen vielleicht auch sagen, daß unsere nicht-nervöse Organisation die Struktur der Knochenbälkchen, die Form der Knochen, die günstigste Weite der Arterien und ähnliches sehr genau „berechnet“.Google Scholar
  78. 1.
    Man streitet sieh allerdings darüber. Beruht es, wie Helmholtz will, auf Schlüssen, wenn wir die Distanz der Dinge aus den Verschiedenheiten beider Retinabilder, der Größe und der Luftperspektive und des Verhaltens zu unseren Bewegungen schätzen ? Die Frage ist sinnlos ohne eine besondere Definition des Schließens und keine Frage mehr, wenn die Definition gegeben ist. Der Vorgang der Distanzschätzung ist der nämliche, wie beim Schließen im engsten Sinne; aber manche wollen ihn nicht zu den Schlüssen zählen, weil er ganz un-bewußt, unterpsychisch sei. Wie weit beim Menschen die Hirnrinde dabei beteiligt ist, d. h. wie weit der Vorgang ein phylogenetisch organischer oder ein individuell eingelernter ist, wissen wir nicht. Jedenfalls ist er den Tieren ohne Großhirn und auch so hoch entwickelten Geschöpfen wie dem Küken angeboren.Google Scholar
  79. 1.
    Vgl. Freud: „Über den Gegensinn der Urworte“, Jb. psychoanalyt. Forschg. 2, 179. 2 Die Reformation der Philosophie, Leipzig: Neuer Geist Verlag 1918.Google Scholar
  80. 1.
    Vgl. Bleuler: Ein Fall voN aphasischen Symptomen usw., Ar ch. f. Psychiatr. 25 (1892).Google Scholar
  81. 1.
    Ich bin mir bewußt, daß sich die Diskussion über die Umkehr der Engrammrichtung hier deswegen in so vielen Einzelheiten bewegt, weil sie noch nicht zu Ende gedacht ist.Google Scholar
  82. 1.
    Der Unterschied der psychischen und physisch-experimentellen Kausalität ist einer der Komplikation und nicht des Prinzips. Wegen der nämlichen Kompliziertheit der Bedingungen ist die biologische Kausalität gleich der psychischen.Google Scholar
  83. 1.
    Vgl. Bleuler: Das autistisch- undisziplinierte Denken in der Medizin und seine Überwindung, 4. Aufl., Berlin: Julius Springer 1927.Google Scholar
  84. 2.
    Siehe vorhergehende Note.Google Scholar
  85. 3.
    Vgl. Bleuleb: Das autistische Denken, Jb. psychoanalyt. Forschg. 4 (1912).Google Scholar
  86. 3a.
    Autistic thinking, Amer. J. Isanity 69 Nr 5, Spec. Nr (1913). Ich habe es zuerst „autistisches“Denken genannt, weil es im Autismus der Schizophrenie zuerst gesehen wurde und dort am ausgesprochensten in die Erscheinung tritt. Der Name wurde aber mißverstanden (sogar von Jaspebs in seiner Psychopathologie). So war ich gezwungen, einen andern vorzuschlagen: Dereieren kommt von reor, ratus sum (ratio, res, real), logisch, der Wirklichkeit entsprechend denken. Dereieren wäre also wörtlich: Denken, das von der Wirklichkeit absieht oder abweicht. Weiterbildungen wie Dereist, Dereismus habe ich mir der Bequemlichkeit halber erlaubt zu bilden nach Analogie anderer Mißhandlungen toter Sprachen.Google Scholar
  87. 1.
    Der Verfolgungswahn hat seine hauptsächliche Wurzel darin, dass der Instinkt die Schuld an dem Scheitern der Aspirationen auf andere überwälzt.Google Scholar
  88. 2.
    Hahn: Von der Hacke zum Pflug, Leipzig: Quelle & Meyer 1914.Google Scholar
  89. 1.
    Bleuler: Dementia praecox oder Gruppe der Schizophrenien, Aschaftenburg: Handb. d. Psychiatr., Wien: Deuticke 1911.Google Scholar
  90. 1.
    Erfahrungen sammelt man durch einfache Engraphie der Erlebnisse. Damit sind auch schon Nacheinander und Nebeneinander gegeben.Google Scholar
  91. 1.
    Nicht als bewiesen, sondern als unausweichliche Vorstellung und Grundlage unseres Denkens und Handelns.Google Scholar
  92. 1.
    Näheres über Kausalannahme bei einmaligen Ereignissen siehe Bleuler: Das autistiseh-undisziplinierte Denken in der Medizin und seine Überwindung, 4. Aufl., S. 146. Berlin: JuHus Springer 1927.Google Scholar
  93. 1.
    E1in „unten“gedachter Himmel ist kein Himmel.Google Scholar
  94. 1.
    „Außen“bedeutet hier nicht notwendig außerhalb des ganzen Körpers, sondern nur außerhalb des reagierenden nervösen Organs.Google Scholar
  95. 1.
    Die menschlichen Motive stellt man sich zu leicht als intellektuelle Begründungen unseres Handelns vor. Das Wirkende darin ist aber nur der Trieb, der auch schon die Überlegung verursacht hat. Der intellektuelle Anteil des Motivs zeigt nur den Weg zur Erfüllung des Triebes. Wer keinen Lebenstrieb hat (Melancholie), kann sich wohl überlegen, wie er sein Leben erhalte; aber er wird nicht danach handeln.Google Scholar
  96. 1.
    Z. B. Weyl: Das Verhältnis der kausalen zur statistischen Betrachtungsweise in der Physik, Schweiz. med. Wschr. 1920, Nr 34.Google Scholar
  97. 1.
    Auch ein Verhältnis ist in gewisser Beziehung ein Ding.Google Scholar
  98. 1.
    Gemeint ist immer der Raum unserer Erfahrung, wie er sich unserer Psyche darstellt, nicht der objektive „Raum an sich“, von dem wir nichts wissen.Google Scholar
  99. 1.
    Albeetotti: Un cas de cataracte congénitale opérée par le Prof. Reymond sur un homme agé de 21 ans, Arch. ital. de Biol. (Pisa) 6, 341 (1884).Google Scholar
  100. 1.
    Auch hier ist nicht zu vergessen, daß entsprechende Beziehungen in der objektiven „Welt an sich“vorausgesetzt sind, die unsere Erlebnisse verursachen und sich psychisch als Zeit symbolisieren. Es gibt eine „Zeit an sich“im gleichen Sinne wie einen „Raum an sich“und ein „Ding an sich“.Google Scholar
  101. 2.
    Auch im äußeren Geschehen kann man vorläufig die Zeit nicht überall umkehren (Entropie, Mischung und Entmischung zweier Flüssigkeiten, Entwicklung eines Organismus usw.).Google Scholar
  102. 1.
    Die allerdings durch Änderung der Verdauung leicht vorübergehend gestört wird.Google Scholar
  103. 2.
    Auch die Präzision, mit der ein Hund den Fahrtenplan oder den Wochentag abschätzt, wird aus den bloßen assoziativen Verhältnissen nicht recht plausibel. Vgl. die übrigen Beispiele elementarer Schätzung (S. 124/5).Google Scholar
  104. 1.
    Mit den Distanzen allein läßt sich aber noch kein Raum bilden. Es müssen noch die Distanzrichtungen in ihren Beziehungen und relativen Verschiedenheiten dazu kommen. Das kann nur durch die Lokalbeziehungen geschehen, etwas nicht in Zeit Auszudrückendes.Google Scholar
  105. 1.
    Vgl. Bleuleb: Affektivität, Suggestibilität, Paranoia, II. Aufl., Halle: Marhold 1925. Die wenigen und nebensächlichen, dort von dieser Darstellung abweichenden Anschauungen sind leicht zu korrigieren.Google Scholar
  106. 1.
    Z. Neur. 60, 165 (1920).Google Scholar
  107. 1.
    Vielleicht bilden manche Formen der Encephalitis epid. eine — unverständliche — Ausnahme.Google Scholar
  108. 2.
    Ganz erklärt scheint die schizophrene Apathie auch damit nicht.Google Scholar
  109. 3.
    Vgl. im folgenden: Suggestion.Google Scholar
  110. 1.
    Ich habe die nämliche Reaktion seitdem auch bei anderen Kindern dieses Alters gesehen.Google Scholar
  111. 1.
    Schwalben und Finken können Katzen in viertelstündigen und noch längeren Spielen reizen.Google Scholar
  112. 1.
    Eine noch nicht recht verständliche Form der Angst ist die Sexualangst. Schon normal ist die geschlechtliche Erregung (mehr bei Frauen als bei Männern) mit Affekten verbunden, die man nicht anders wie als Angst bezeichnen kann; die körperlichen Zeichen der Angst, namentlich Zittern und Herzklopfen, sind dabei etwas ganz Häufiges; vielen wird die sexuelle Erregung erhöht oder allein möglich gemacht durch eine ängstliche Situation (Angst vor Entdeckung usw.); Angst vor Strafe, ja bloße Angst den Zug zu verfehlen, erregt manchmal direkt sexuelle Gefühle bis zum Orgasmus; krankhafte Angstzustände, z. B. bei Melancholie, sind oft mit unwiderstehlichem Trieb zum Onanieren verbunden, und was das Auffallendste ist, unterdrückte oder unbefriedigte Sexualität führt zu Angstzuständen. Man könnte sich vielleicht denken, die Bedrohung der Existenz der Spezies (Fortpflanzung) sei etwas Ähnliches wie die Bedrohung der individuellen Existenz; da aber diese Angst nicht, oder wenigstens nicht direkt, zur Sexualhandlung führt, wäre sie auch aus diesem Zusammenhang nicht restlos zu verstehen. Neurotische Angst ist wohl fast immer, schizophrene meist, eine Sexual-angst infolge Unterdrückung des Sexualtriebes oder einzelner seiner Komponenten. Google Scholar
  113. 1.
    Viel mehr als die Worte, deren Sinn das affektive Verhältnis zum Angesprochenen unter gewöhnlichen Umständen gar nicht oder mehrdeutig ausdrückt. Wie oft bedeutet ein „ja“mit bestimmter Betonung „nein“und wird ohne weiteres so verstanden! Die nämliche Rolle wird von verschiedenen Schauspielern ganz ungleich aufgefaßt.Google Scholar
  114. 2.
    Oder Schweglerr: Gesch. der Philos., Reclam „Neue Ausgabe“, S. 75: Sokrates hat durch utilistische und eudämonistische Motivierungen „die Reinheit seiner ethischen Gesichtspunkte getrübt“. Wenn die Ethik weder nützlich sein, noch glücklich machen soll, wozu ist sie dann da ? Nur um die Leute zu ärgern oder zu entzweien und Ausreden zu geben, um schlechte Handlungen zu motivieren ?Google Scholar
  115. 1.
    Es scheint mir übrigens, daß es im Naturbetrieb eine noch höhere Tendenz gebe: die Erhaltung von Leben überhaupt, gleichgültig, welcher Individuen und sogar gleichgültig welcher Arten, indem eines das andere frißt, abgesehen von dem Kohlenstoffkreislauf zwischen Pflanze und Tier. Ich habe aber noch keine Lust, es ethisch zu werten, wenn möglichst viele Bakterien von meinem lebendigen oder toten Körper ihr Leben erhalten.Google Scholar
  116. 2.
    Bei dem engen Zusammenhang zwischen Sexualität und Moral gibt es namentlich auch manche Homosexuelle, denen für einen andern als den eben geschilderten Standpunkt jedes Gefühl und damit jedes logische Verständnis abgeht, denen deshalb nicht einmal naturwissenschaftlich begreiflich zu machen ist, daß das auschließlich homosexuelle Fühlen eine Aberration, etwas „Krankhaftes“, sei.Google Scholar
  117. 1.
    Nach den Darstellungen Freuds könnte man meinen, daß nur verwerfliche Tendenzen durch ethische verdrängt werden. Es kommt aber oft auch das Umgekehrte vor, und an den Wurzeln von Neurosen können auch verdrängte Gewissensbisse sein.Google Scholar
  118. 1.
    Charakter und Temperament..., Erg. Med. 10, 508 (1927).Google Scholar
  119. 1.
    Vgl. v. Monakow, Biologie und Psychiatrie, Schweiz. Arch. Neur. 4, 239, und Bleuler: Der Sexualwiderstand, Jb. psychoanalyt. Forschg. 5, 442.Google Scholar
  120. 2.
    Maier, H. W.: Über einige Arten der psychogenen Mechanismen, Z. Neur. 82, 193 (1923).Google Scholar
  121. 1.
    Außer der Anlage können besondere affektive „Einstellungen“den Charakter bedingen (siehe Gelegenheitsapparate). Ferner sind manche Menschen infolge zu verschiedenen Keimplasmas von Vater und Mutter nicht einheitlich, so daß zwei Charaktere in ihnen streiten, von denen je nach äußeren oder inneren Umständen der eine oder der andere herrschend werden kann. Inwiefern äußere Erlebnisse oder Krankheiten den Charakter beeinflussen, ist bekannt.Google Scholar
  122. 1.
    Bleuler: Lehrbuch der Psychiatrie. — Fobel: Der Hypnotismus, 6. Aufl., Stuttgart: Erike 1911; Moll: Der Hypnotismus, 4. Aufl., Berlin: Fischer 1907.Google Scholar
  123. 2.
    Die Annahme eines besonderen Triebes zu suggerieren und suggeriert zu werden, ist also unnötig. Die allgemeine Funktion der Affektäußerung und Affektresonanz besorgt alles.Google Scholar
  124. 3.
    Daß die „Einfühlung“wie Th. Lipps meint, ein Instinkt des Nachahmens sei, ist nicht ganz richtig. Selbstverständlich besitzen wir einen Nachahmungstrieb, der unter Umständen auch unsere Affekte denen der Mitmenschen angleichen kann. Aber das, worauf es hier ankommt, läßt sich nur so ausdrücken, daß die Gefühlsäußerungen des einen ähnliche oder gegensätzliche Gefühle beim andern erwecken — ähnliche bei gleichen Interessen, gegensätzliche unter gewissen feindseligen Verhältnissen: „Suggestion des Gegensatzes“, nicht zu verwechseln mit der negativen Suggestion.Google Scholar
  125. 1.
    Ein glücklicher Ausdruck von С G. Jung.Google Scholar
  126. 2.
    Ziermer: Genealog. Studien über die Vererbung geist. Eigenschaften. Arch. Rassenbiol. 5, 178 (1908).Google Scholar
  127. 1.
    Bleuleb: Neg. Sugg., Psychiatr.-neur. Wschr. 1904.Google Scholar
  128. 2.
    Vgl. Bleuler: Der Sexualwiderstand, Jb. psychoanalyt. Forschg., 5, 442 (1913).Google Scholar
  129. 1.
    SzymanSki: Methodisches zum Erforschen der Instinkte, Biol. Zbl. 1913, 262.Google Scholar
  130. 1.
    Theodoridis: Sexuelles Fühlen und Werten, Arch. f. Psychol. 49, 1 (1920). — Ref. Z. Neur. 23, 308.Google Scholar
  131. 1.
    James: The Prinziples of Psychology, London: Macmillan 1891 II, 387.Google Scholar
  132. 2.
    Vom Nahrungstrieb ist das Wichtigste die Lust, seinen Unterhalt, zu erjagen, zu erkämpfen, überhaupt zu erarbeiten und sich dabei den vorhandenen Möglichkeiten anzupassen, seit Generationen im Schwinden begriffen und in Arbeitsscheu verwandelt worden — aus begreiflichen Gründen, ist doch an Stelle des Befriedigung bringenden Naturtriebes ein Zwang zumeist direkt lästiger Form der Anstrengung getreten; in der Schule ochst man oft sehr gegen seinen Willen und nimmt man gar seine unliebsamen Prügel in Empfang, damit man 15 oder 20 Jahre später sich mit der Familie ernähren könne. Auch eine Fabrikarbeit hat mit lustbetonten Trieben nur noch höchst indirekten Zusammenhang. — Es wäre interessant zu untersuchen, in wie fern die beschaulichen Asiaten recht haben, wenn sie geneigt sind, unsere einseitige Einstellung auf Arbeit für einen Fehler zu halten.Google Scholar
  133. 1.
    Der in der Ehe unglückliche Psychiater hat Vorliebe für Ehescheidungsgutachten. Der geizige Nervöse beschränkt wenigstens die „Ausgabe“der Faeces und wird obstipiert. Überhaupt sind viele nervöse Symptome symbolische Triebbefriedigungen (vgl. Freud).Google Scholar
  134. 1.
    Hinter dem Interesse von Eidechsen, Spinnen und anderen niederen Tieren für einfache Musik könnte eine Verwechslung der Töne oder Erschütterungen mit den Tönen stecken, die die Nähe von Insekten anzeigen.Google Scholar
  135. 2.
    Wenn auch Dichter, Musiker oder bildende Künstler mehr oder weniger einseitig auf ihre Spezialkunst eingestellt sind, im allgemeinen ist das ästhetische Fühlen doch eine Einheit, deren verschiedene Seiten je nach den begleitenden Anlagen verschieden entwickelt sein können. Künstlerisch angelegte Leute aller Spezialitäten bilden in dieser Beziehung eine Klasse, die sich sehr gut abgrenzt von den Kunstbarbaren und sogar den Kunstphilistern. Vor allem aber beweist die Familienforschung, daß es einen allgemeinen Kunsttrieb gibt.Google Scholar
  136. 1.
    Es gibt Säugetiere, bei denen die sichtbaren Hoden zum „Hochzeitskleide“gehören, indem die Drüsen nur während der Brunstzeit außerhalb der Körperhöhle bleiben.Google Scholar
  137. 2.
    Übrigens muß nicht jeder Künstler ein Publikum haben, und sind es zum Teil nicht künstlerische Gründe, die ihn nach Anerkennung streben und sich dem Publikum aufdrängen lassen. Es gibt Leute, die ihre Gedichte für sich behalten und dabei zufrieden sind.Google Scholar
  138. 3.
    Selbstverständlich werden umgekehrt die eigenen Gefühle dadurch, daß man sie studiert, verändert und bis zum Verschwinden abgeschwächt. Mаше v. Евnев-Eschen-bach sagt irgendwo: die, welche sie beneiden, wissen nicht, was es für eine Plage sei, wenn man auf diesem Wege Naivität, Gegenwartsgefühl und Gegenwartsgenuß einbüße. Und Selma Heine hat dem nämlichen Gedanken im Perseus Ausdruck gegeben, indem sie die Beobachtungsweise des Künstlers mit dem Gorgonenschild symbolisiert, vor dem das Lebendige zu Stein wird. Wahrscheinlich empfindet die Frau diese Wandlung viel stärker als der sonst schon objektivere Mann.Google Scholar
  139. 1.
    Der degenerativ-pessimistische Buddhimus wollte umgekehrt das von Zeiten größerer Lebenskraft her (in Form der Seelenwanderung) als ewig gedachte aber den Schwächlingen unerträglich gewordene Leben endlich machen. Allerdings hat dann der Lebenstrieb derer, die die Religion durch die Generationen fortzupflanzen vermochten, aus dem Nirvana der Nichtexistenz ein Nirvana der positiven leidlosen Seligkeit gemacht, wie auch die Armut und Bedürfnislosigkeit der Mönche in einen lukrativen Seligkeitshandel umgewandelt werden mußte.Google Scholar
  140. 1.
    Man hat davon gesprochen, die Rassenhygiene sollte die Religion der Zukunft werden. Das wäre sehr nützlich, aber es ist unmöglich. Die hygienischen Instinkte sind beim Menschen infolge der Verdrängung durch überlegtes medizinisches Handeln trotz aller Schwäche des letztern (Zauber!) überhaupt stark verkrüppelt; man hat sehr wenig Instinkt vorzubeugen, man möchte nur cito tuto et jucunde geheilt werden, wenn man die Folgen der hygienischen Sünden zu spüren bekommt. Die vorbeugenden Gesundheitsinstinkte sind aber auch, soweit sie vorhanden sind, unseren Kulturverhältnissen gar nicht genügend an-gepaßt (Syphilis, Alkohol!). Sie sind ferner viel zuwenig bewußt, als daß man daraus eine Religion machen könnte. Eine solche Religion wäre auch zu einseitig; alle die andern Bedürfnisse nach Abwendung von Leid, das viel näher liegt als die gesundheitliche Zukunft von Individuum und Nächstem und Rasse und alle die verschiedenartige uns in erster Linie bewegende Sehnsucht würde damit nicht befriedigt. Aber als wichtiger Teil jeder Religion sollte die Rassenhygiene wieder ihren Rang einnehmen; mehr kann sie nicht leisten.Google Scholar
  141. 1.
    Wie sich der Zusammenhang von Sexualität und Religion darstellt in den Vorstellungen einer modernen, ethisch und intellektuell außergewöhnlich hochstehenden Mystikerin mit von Natur und durch Erziehung hochentwickelten religiösen Gefühlen hat Flournoy veröffentlicht: „J’ai toujours senti d’étranges et profondes affinités entre ces deux ordres d’émotion sans pouvoir me l’expliquer intellectuellement. Les grandes forces de vie ont le même langage, qu’il s’agisse de vie divine ou de vie humaine. Le besoin de contact, de pénétration, d’intimité absolue se retrouve dans un domaine comme dans l’autre. Peut-être est-ce pour cela aussi que les mystiques ont si souvent décrit leurs expériences religieuses dans le langage même de l’amour humain. L’homme est ainsi fait (et la femme bien plus encore) qu’il cherche à rendre tangible tout ce qu’il aime. Il est malaisé d’aimer une pure abstraction; et, en fin de compte, c’est bien à notre amour, notre confiance intime, que Dieu fait appel. Alors, pour mieux l’aimer nous le saisissons dans ce qu’il a de divinement humain, nous l’appelons notre Père et en son Christ nous saluons „le divin Epoux“. Mais jusqu’à présent cette forme-là de l’émotion religieuse m’était restée étrangère. Comment se fait-il qu’elle soit éveillée en moi par cette singulière Expérience, qui, en elle-même, a si peu un caractère d’intimité personelle ? Pour une femme de bonne éducation, il existe une très forte barrière qu’il faut abattre pour parler de ce sujet. Et pourtant, il n’y a pas d’éducation qui tienne: on a beau n’en parler qu’avec d’infinies réticences, ou n’en pas parler du tout, cet éternel sujet des instincts sexuels, et de tout ce que ces instincts remuent en nous et nous font souffrir, a une importance qui n’est atteinte par rien d’autre. Toute l’éducation, la réserve féminine, la pudeur même (qu’on ne perd pas en vieillissant), ne peuvent empêcher ces instincts-là d’être primordiaux, et primitifs, et grandioses; et c’est par là, je pense, qu’ils touchent au divin. „Dieu les fit homme et femme“, et tant qu’il en est ainsi, une moitié de l’humanité ira cherchant l’autre à travers toutes ses expériences, et plus une expérience, même d’autre nature, atteindra profondément dans l’âme humaine, plus elle sera sûre de côtoyer l’instinct sexuel ou même de se confondre avec lui.“(Flournoy, Une mystique moderne, Arch. de Psychol. 15, 94/95).Google Scholar
  142. 1.
    Hätte das Kraftsystem, das den fallenden Stein und die Erde einander nähert, Be-wußtsein, es könnte gar nicht anders sein, als daß es die Empfindung hätte, spontan zu fallen.Google Scholar
  143. 2.
    Man beachte, daß dieses „könnte“eine ganz andere Bedeutung hat als das im vorhergehenden Satz (subjektiv und objektiv).Google Scholar
  144. 3.
    „Möglichkeit“bezeichnet zwei Begriffe: erstens „ich kann“, Gegensatz „unmöglich“, zweitens „es mag geschehen oder nicht“, als Mittelbegriff zwischen „es geschieht sicher“und „es geschieht sicher nicht’’. Von diesem zweiten Begriff ist oben die Rede.Google Scholar
  145. 1.
    Vgl. negative Suggestion.Google Scholar
  146. 2.
    Eduard Keller: Handlung und Bewußtsein usw. Diss., Zürich 1915.Google Scholar
  147. 3.
    Bleuler: Gelegenheitsapparate und Abreagieren, Z. Psychatr. 1920.Google Scholar
  148. 1.
    Die Assoziationsbereitschaft und Assoziationsfeindschaft sowie die Explosionsbereitschaft sind Äußerungen von Gelegenheitsapparaten.Google Scholar
  149. 1.
    Bleuleb: Gelegenheitsapparate und Abreagieren, Z. Psyehiatr. 1920.Google Scholar
  150. 1.
    Brun: Studien über Apraxie, Habilit.-Sehr. Zürich 1922, S. 140, macht darauf aufmerksam, daß die Engramme einer Handlung in der Rinde immer weiter gespannte „Er-innerungsbögen“besetzen und so immer leichter ekphoriert werden. Es ist ein hübsches Beispiel, wie weit Assoziation vom Lokalen unabhängig ist: Zugleich mit weiter Ausdehnung der Engramme wird der assoziative Anschluß an die bewußte Psyche, die ungefähr über die ganze Rinde lokalisiert sein wird, ganz unterbrochen.Google Scholar
  151. 1.
    Erscheint eine Fläche weniger hell, wenn eine zweite gleichwertige neben sie gelegt wird, so ist das nicht, wie behauptet wird, Folge der Verteilung der psychischen Energie auf die beiden Wahrnehmungen. Die Erscheinung wird zu den Kontrastfunktionen gehören; legt man eine schwarze Fläche neben die helle, so wird diese noch heller gesehen, und psychisch ist schwarz eine Funktion genau wie hell, müßte also ebensogut zur Verteilung der Energie führen — wenn nicht überhaupt schon vorher das Gesichtsfeld ausgefüllt gewesen wäre!Google Scholar
  152. 1.
    Unter was für Umständen die positive und unter welchen die negative Reaktion erfolgt, vermag ich nicht kurz zu formulieren.Google Scholar
  153. 2.
    Auch die Melancholiker schlafen wenig, leiden aber darunter und fühlen sich müde.Google Scholar
  154. 1.
    Man will darin eine prinzipielle Eigentümlichkeit sehen, die die Seele zu etwas Besonderem stemple. Wie schon der gut durchführbare Vergleich mit Schaltungen zeigt, ist das unrichtig.Google Scholar
  155. 2.
    Immerhin hat Szymanski: (Versuche, das Verhältnis zwischen modal verschiedenen Reizen in Zahlen auszudrücken, Arch f. Physiol. 143, 25 (1911); Methodisches zur Erforschung der Instinkte, Biol. Zbl. 1913, 260) gezeigt, daß bei gewissen Tropismen, z. B. wenn ein Tier durch zwei Lichter angezogen wird, unter Umständen eine Mittelrichtung eingeschlagen wird. Sogar bei Kindern hat er Andeutungen davon nachweisen können. Das sind aber Ausnahmen, die im Leben kaum vorkommen und sich auch von unserem Standpunkt aus ohne weiteres erklären lassen (auf verschiedene Arten). In manchen Fällen sieht man z. B. eine Zickzackbewegung, so daß bald der eine, bald der andere Einfluß zur Wirkung kommt (d. h. eingeschaltet wird und den andern ausschaltet) wie beim Wettstreit der beiden Sehfelder.Google Scholar
  156. 1.
    Analog ist nach dem Alles-oder-nichts-Gesetz die Stärke eines Reizes für den Erfolg gleichgültig, soweit es sich um ein einzelnes Arbeitselement handelt; das Element gibt alle seine momentan verfügbare Kraft ab, ob der Reiz stark oder schwach sei. Ob ich ein Pulver-faß mit einem großen oder einem kleinen Funken entzünde, macht keinen Unterschied in bezug auf das Quantum der frei werdenden Energie. Der stärkere Reiz veranlaßt aber im ZNS mehr Elemente zur Reaktion.Google Scholar
  157. 1.
    Absolute Widerstände und ganz widerstandslose „Kontakte“gibt es in einem Organismus wohl nicht.Google Scholar
  158. 2.
    Auch schon bei Tieren deutlich. Also nicht Folge der „Kultur“.Google Scholar
  159. 1.
    Vgl. Jung: Zur Psychologie und Pathologie sogenannter okkulter Phänomene, Diss. Zürich 1902.Google Scholar
  160. 1.
    Erkenntnis und Irrtum, III. Aufl., S. 430, Leipzig: Barth 1917.Google Scholar
  161. 2.
    Рighini: Considerazioni patogenetiche sulle psiconevrosi emotive osservate a! fronte, Roma, Il Policlinieo, Vol. XXIV, M., S. 7 (1917).Google Scholar
  162. 3.
    Matula: Korrelative Änderungen der Reflexerregbarkeit, Arch. f. Physiol. 153, 413 (1913). — Z. Neur. Ref. 8, 97 (1913).Google Scholar
  163. 1.
    Beachtenswert für den Unterschied zwischen willkürlicher und unbewußt automatischer Einstellung ist, daß, als ich nach Jahren die bessere Schaltung auch für die Konzepte erstrebte, nicht nur der Erfolg null war, sondern die Fehler in den sorgfältig sein sollenden Schriften erheblich zunahmen.Google Scholar
  164. 1.
    Vgl. Flournoy: Des Indes à la planète Mars.Google Scholar
  165. 1.
    Das heißt das dem Ich Unbewußte. Vgl. S. 41 ff.Google Scholar
  166. 2.
    Freud kennt nur Unbewußtes durch Verdrängung wegen sexueller Ambivalenz. Ich kann ihm da nicht folgen.Google Scholar
  167. 3.
    DessoiR: Das Doppel-Ich, Leipzig: Günther 1890. — Bleuler: Das Unbewußte, J. Psychol. u. Neur. 20, 89 (1913). — Bleuler: Bewußtsein und Assoziation, J. Psychol. u. Neur. 6, 126 (1905). — Bleuler: Zur Kritik des Unbewußten, Z. Neur. 53, 80 (1919). — Bleuler: Über unbewußtes psychisches Geschehen, Z. Neur. — Bleuler: Das Unbewußte, Natur 4, 161 (1913). — Dann vor allem alle die Arbeiten der FREUDschen Schule, wobei aber darauf aufmerksam zu machen ist, daß sie die latenten Engramme auch dazu zählt, und daß sie im Unbewußten als Kern verdrängte sexuelle Perversitäten sieht, an die sich dann andres Material assoziativ geknüpft habe. Wir teilen diese Ansicht nicht.Google Scholar
  168. 1.
    Es handelt sich in diesen Diskussionen nie um das Urbewußtsein, sondern nur um das Bewußtsein des menschlichen Ich.Google Scholar
  169. 2.
    Sogar die Wurzel bestimmter allgemeiner Denkrichtungen ist uns unbewußt; sie kommen nach Jung aus dem kollektiven Unbewußten (Kreislauf des Lebens, sexuelle Symbolik usw.).Google Scholar
  170. 3.
    „Unbewußt bleibende“Erregungen können z. B. bei Hirnverletzten und Hysterischen mit stärkeren Ausschlägen des psychogalvanischen Phänomens verbunden sein als bewußte.Google Scholar
  171. 1.
    Man fühlt sich oft müde bei einer bestimmten Beschäftigung, nicht bei einer andern. Es ist gar nicht bewiesen, daß jedesmal lokale Erschöpfung eines (nervösen) Organes oder lokale Anhäufung von Ermüdungsstoffen die Ursache sei.Google Scholar
  172. 1.
    Noch unsere Kinder streben instinktiv nach Hause und werden unruhig, wenn der Abend sie an einem fremden Orte überrascht.Google Scholar
  173. 1.
    Zitiert nach Trömmer: Problem des Schlafes S. 46, in Kindborg: Suggestion, Hypnose und Telepathie S. 52, München: J. F. Bergmann 1920.Google Scholar
  174. 1.
    Verwohn“: Erregung und Lähmung, eine allgemeine Physiologie der Reizwirkungen. Jena: Fischer 1914.Google Scholar
  175. 1.
    „Ferne“ist in erster Linie nicht topisch zu verstehen, sondern bezogen auf inhaltlich abliegende, weniger selbstverständlich dazu gehörige Engramme.Google Scholar
  176. 1.
    Natürlich sind „Lockerung der Schalteinrichtung“und „Schwäche des Kraftfeldes“nur verschiedene Bilder für die nämliche psychisch-physiologische Tatsache, für die wir keine direkt bezeichnenden Ausdrücke besitzen. Sie schließen sich auch nicht aus; man kann sich geradezu vorstellen, daß das Kraftfeld die Schaltungen fest halte.Google Scholar
  177. 2.
    Bleuler: Störung der Assoziationsspannung usw., Z. Psychiatr. 74 (1918).Google Scholar
  178. 1.
    Es ist interessant, daß nichts so leicht in den Pareidolien erscheint wie Fratzen. Das hat verschiedene Gründe. Zunächst ist ein Gesicht sehr leicht anzudeuten; irgendein Umriß und darin drei oder vier Punkte genügen, während z. B. Worte oder Buchstaben durch kleine Änderungen ganz andere Bedeutung bekommen. Menschliche Gesichter sind ferner für den Menschen eines der wichtigsten Sehobjekte (wie auf akustischem Gebiet die Worte). Das affektive Verhältnis der Außenwelt zu uns drückt sich am häufigsten in der Mimik des Gesichtes aus, wir empfinden es leicht als etwas Persönliches; ein Haus kann uns ein freundliches Gesicht machen; die Personifizierung der Dinge liegt in bezug auf Drohung oder Freundlichkeit am nächsten. (Bei der Deutung von Klexabklatschen im Rorschach-versuch und beim Delirium tremens werden am häufigsten Tierformen gesehen.)Google Scholar
  179. 1.
    Das sympathische Nervensystem soll nach einigen einen kontinuierlichen Muskeltonus bewirken können, müßte also wohl selbst einer (mehr) kontinuierlichen Funktion fähig sein.Google Scholar
  180. 1.
    Wir benützen den Begriff der spezifischen Energie der Sinnesorgane nicht, weil er etwas mehr sagt, als wir wissen. Wird der Unterschied von Licht und Schall und Geschmack bedingt durch eine besondere chemische oder molekulare Konstitution des Sinnesorganes von der Sinnesfläche bis zur Rinde, der eine spezifische Neurokymart zukommt, oder durch die rein räumlichen Verhältnisse, d. h. den Eintritt ins Gehirn an bestimmter Stelle, oder durch die funktionellen Zusammenhänge dieser Reize im Gehirn ? Besteht der Unterschied schon in der Peripherie oder erst im Gehirn ? Wie kann sich ein solcher Unterschied in der einheitlichen Psyche geltend machen ?Google Scholar
  181. 1.
    Von hier aus werden Paramimien, Zwangslachen, Zwangsweinen, steife Mimik bei Encephalitis lethargica usw. bedingt.Google Scholar
  182. 2.
    Nicht alle.Google Scholar
  183. 3.
    Über die dem phylischen Alter entsprechenden Besonderheiten des Schmerzaffektes siehe Kapitel Affektivität. Auch von andern altern Affekten mag der basale Anteil besonders wichtig sein, während jüngere Affekte im wesentlichen cortical lokalisiert sein werden.Google Scholar
  184. 4.
    Кеаереlin (Psychiatrie, 8. Aufl., S. 558, Leipzig: Barth 1910) meint allerdings, daß es sich nicht um besonders heftige Gemütsbewegungen, sondern um erleichterte Auslösung krampfartiger Ausdrucksbewegungen handle. Es gibt aber doch nicht seltene Fälle, in denen sich die Stärke und Richtung der plötzlich labil gewordenen Affekte nicht nur in der Mimik, sondern ebensogut im Denken und Wollen ausdrückt wie bei Rindenerkrankungen (Gedächtnis und affektlose Logik ist nicht gestört). Ferner kann ein Herd in der Thalamus-gegend auch vollständige Apathie bewirken.Google Scholar
  185. 1.
    Utter: Fall von Aneneephalie. Acta psychiatr. (Københ.) III, 311/12 (1928).Google Scholar
  186. 1.
    Wahrscheinlich wird man einmal Unterschiede in der vom Stamm ausgehenden Affektlabilität gegenüber derjenigen finden, die durch Reduktion der Rinde entsteht. Die erstere scheint mir massiger, elementarer, weniger abstufbar.Google Scholar
  187. 2.
    Die Schizophrenie als eine ausschließliche Krankheit des Hirnstammes aufzufassen, wird aber doch nicht gehen.Google Scholar

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1932

Authors and Affiliations

  • Johann Wolfgang Goethe

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