Zusammenfassung

Es gibt wohl wenige Kapitel in der Medizin, die mit solcher Deutlichkeit die Abhängigkeit der Beobachtung von dem Einfluß des Affektes und der einseitigen Aufmerksamkeitseinstellung zeigen, wie das der Therapie. Das Kommen und Gehen gepriesener Heilmittel, die Begeisterungswellen, von denen neue Mittel und neue Methoden begleitet werden, sind dafür charakteristisch und bilden für den, der längere Zeiträume therapeutischen Handelns überblickt, eine Erscheinung, die nachdenklich macht. Ich denke dabei nicht an die vielen kleinen Modifikationen bekannter Heilmittel, die teils in gutem Glauben, teils aus merkantilen Interessen auf den Markt geworfen werden, oder auch um dem Praktiker, der seinen Patienten etwas Neues an Stelle der alten, den Patienten nicht mehr beeindruckenden Mittel geben will, entgegenzukommen, sondern an ernsthaftere therapeutische Bewegungen. Der erste Eindruck dieser Art fällt in meine Studentenzeit und ist mir unvergeßlich. Es war Anfang der 90er Jahre, als die mit dem Tuberkulin Robert Kochs gemachten Versuche der Tuberkuloseheilung die ganze medizinische Welt bewegten.

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© Springer-Verlag OHG. in Berlin 1941

Authors and Affiliations

  • Karl Bonhoeffer

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