Über die Rolle der positiven Ionen bei der Zündung einer Gasentladungssäule

  • Max Steenbeck

Zusammenfassung

Der Fortschritt unserer jetzigen Auffassung1) über die Vorgänge bei der Zündung irgendwelcher Entladungen gegenüber der alten Townsendschen Theorie2) beruht im wesentlichen auf der Einsicht, daß die positiven Ionen durch die Verzerrung des ursprünglichen Elektrodenfeldes einen maßgebenden Einfluß auf den Verlauf der Zündung nehmen, auch ohne daß sie dabei selbst aktiv ionisieren. In der Regel, aber keineswegs immer, wirkt dabei diese Feldverzerrung durch die Ionenraumladung auf den weiteren Verlauf der Zündung begünstigend, beschleunigend; es finden also die zeitlich später an der Entladungsentwicklung beteiligten Elektronen ein Feld vor, das ihre Ionisierung in irgendeiner Weise wirksamer sein läßt als das Feld, in dem die früheren Elektronen ionisierten. Der Beginn der Zündung, der noch in einem raumladungsfreien Feld erfolgt, konnte deswegen nach der alten Townsendschen Theorie, die die Raumladungen prinzipiell außer acht ließ, zwar meist richtig beschrieben werden; so sind die großen Erfolge dieser Theorie für die Berechnung der Erstzündungsspannung zu verstehen; aber diese Theorie muß ergänzt werden, wenn bei der weiteren Entwicklung der Entladungen Raumladungen entstehen und wirken. Deswegen wird von der alten Theorie meist nicht nur die zeitliche Geschwindigkeit des Entladungsaufbaues, sondern auch die nach einer Zündung in der Regel erfolgende Absenkung der Elektrodenspannung falsch wiedergegeben3).

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1936

Authors and Affiliations

  • Max Steenbeck

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