Zusammenfassung

Wenn es wahr sein sollte, was einige behaupten, daß der Beruf des Lehrers ein harter und entsagungsvoller ist, so sins es sicher nicht unsere Schüler, die ihn dazu machen. Es giebt kein freudigeres Leben als das, welches wir in thätiger Gemeinschaft mit ihnen führen könnten. Aber daß diese Lhätigkeit ganz von selber sich entwickele, falls nur interessante Aufgaben dargeboten werden, ist doch ein Jrrthum. Freiwillig angestrengtes Arbeiten ist etwas, was auch in reiferem Alter nicht jedem gelingt; wie soll man es von der Jugend erwarten, der Sorglosigkeit und Uebermuth so natürlich sind? Diese zu überwinden bedarf es eines festen Zwanges, ein Zwang aber wird um so drückender empfunden, je mehr er durch äußere Mittel geübt wird. Deshalb müssen die Grundlage alles Unterrichrtes solche Wissenschaften bilden, die durch eine in ihnen selbst liegende Nöthigung den noch ungelenken Geist in stramme Zucht nehmen. In vorzülicher Weise thut dies die Mathematik, aber sie schießt über das Ziel hinaus; hinter ihm zurück bleibt das Deutsche, das einer strengen Gesetzmäßigkeit widerstrebt. Das richtige Maß halten die fremden Sprache inne. Aus dem was nach beiden Seiten vergleichend über sie gesagt ist, wird klar geworden sein, daß es sich dabei nicht bloß um den Inhalt ihrer Literaturen handelt, sondern daß die selbständige Durchdringung der Form das eigentlich Bildende ist.

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Notes

  1. 37).
    Worte des Abgeordneten Dr. Langerhans in der Sitzung des Preußischen Abgeordnetenhauses vom 12. März 1886.Google Scholar
  2. 38).
    Oberlandesgerichtspräsident Eccius, „Rechtsstudium und Prüfungsordnung“. Preuß. Jahrb. 61 (1888), S. 181.Google Scholar
  3. 39).
    Oberstabsarzt Dr. Frölich, Die Militärmedicin Homers. Stuttgart 1879.Google Scholar
  4. 40).
    Deutsche Schriften, S. 402.Google Scholar
  5. 41).
    In der schon oben (Anm. 13) citirten Rektoratsrede, S. 249 f.Google Scholar
  6. 42).
    Philologie und Geschichtswissenschaft. Bonn 1882. Die angeführten Stellen S. 26 und 31.Google Scholar
  7. 43).
    Homerische Untersuchungen (1884) S. 418 f.Google Scholar
  8. 44).
    Goethe. Vorlesungen gehalten an der Kgl. Universität zu Berlin (zuerst 1876). S. 5 f.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1890

Authors and Affiliations

  • Paul Gauer

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