Das erste Rekonstruktionsprogramm des Verkehrs von 1928 bis 1933

  • Georg Cleinow

Zusammenfassung

Die allmähliche Überführung der privatkapitalistischen Wirtschaft in die sozialistische Staatswirtschaft nennt man in der Sowjetunion die Rekonstruktion der Wirtschaft. Rekonstruktion heißt ebenso die Sozialisierung und Rationalisierung der Fabrikbetriebe, wie die Überführung der individuellen Bauernwirtschaften in scheinbar genossenschaftlich bewirtschaftete, kollektivisierte Großbetriebe. Zur Rekonstruktion eines Betriebes oder Wirtschaftszweiges gehört nicht nur die formale Erklärung oder Gesetzesbestimmung, sondern auch die innere Umwandlung des Produktionsprozesses im Sinne von höchster Rationalisierung und Mechanisierung, natürlich auch Schabionisierung der Arbeit. Unter Rekonstruktion des Verkehrswesens im obigen Sinne hat man sich bisher bei den Bolschewisten keinen rechten Begriff gemacht. Das Hauptverkehrsmittel, die Eisenbahn war ja bereits verstaatlicht, die Seeschiffahrt war es in der Russischen Freiwilligen Flotte in weitem Umfange. Rekonstruktion des Verkehrswesens konnte somit nur bedeuten die Sozialisierung von Binnenschiffahrt und Landstraßenverkehr sowie innere Zusammenfassung der sozialistischen Verkehrsmittel zu einem gewaltigen System. Wir werden auf diesen Punkt noch zurückkommen, doch sei schon hier die Feststellung gemacht, daß das Wort „sozialistisch“ mehr im Gegensatz zu „kaiserlich“ angewandt wird, weniger als Bezeichnung volkswirtschaftlicher Form.

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Notes

  1. 1.
    Probleme der Rekonstruktion a. a. O.Google Scholar
  2. 2.
    Nach Pjatiletka a. a. O., Bd 1, S. 64. Grinko gibt nur 2300 Lokomotiven zu 80 t und 35 zu 100 t an — auch ein Beweis, wie wenig genau selbst führende Persönlichkeiten in verantwortlicher Stellung mit ihren Angaben sind.Google Scholar
  3. 3.
    Pjatiletka a. a. O., Bd 1, S. 65.Google Scholar
  4. 1.
    Pjatiletka a. a. O., Bd 1, S. 66.Google Scholar
  5. 2.
    Grinko in Probleme der Rekonstruktion a. a. O., S. 73.Google Scholar
  6. 3.
    Entschließung des Verkehrsrates vom 19. Februar 1930.Google Scholar
  7. 1.
    J. K. Libin: „Der Eisenbahnbau im Jahrfünft“. Planowoje chosaistwo 1929, H. 3, S. 231.Google Scholar
  8. 2.
    Nach Libin a. a. O., Planowoje chosaistwo 1929, H. 3, S. 232.Google Scholar
  9. 1.
    J. K. Libin: „Der Eisenbahnbau in dem Jahrfünft 1928/29–1932/33“. In Planowoje chosaistwo 1929, Nr. 3, S. 332/33.Google Scholar
  10. 1.
    Wurde im Sommer 1930 in Angriff genommen; Berichte über entsprechende Vorarbeiten Iswjestija vom 20. März 1930, Nr 78.Google Scholar
  11. 2.
    Planowoje chosaistwo 1929, H. 3, S. 237.Google Scholar
  12. 1.
    Seit Sommer 1930 mit Irkutsk zu „Ostsibirien“ vereinigt.Google Scholar
  13. 1.
    Prawda, Nr 152, vom 4. Juni 1930 „Die Revision des Fünfjahrplans für den Verkehr ist unerläßlich“.Google Scholar
  14. 2.
    Nach der Pjatiletka a. a. O., Bd 1, S. 68, kommen 130–180 Millionen Rubel in Frage.Google Scholar
  15. 1.
    Ekonom. shisnj Nr 27, vom 3. 4. 1930.Google Scholar

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1931

Authors and Affiliations

  • Georg Cleinow

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