Die natürlichen Verbreitungsgebiete der deutschen Hauptholzarten

  • Alfred Dengler

Zusammenfassung

Neben der Verbreitung der Waldformen ist aber auch noch die Verbreitung der einzelnen Holzarten von Wichtigkeit, da wir aus der Abgrenzung ihrer Gebiete auf ihre natürlichen Lebensbedingungen und ihre Ansprüche an Klima und Boden schließen können. Zunächst einmal nur vergleichsweise: Die Gebiete der einzelnen Arten können ganz voneinander getrennt sein, wie das z. B. bei der echten Kastanie (Castanea vesca) und der Fichte oder Lärche der Fall ist. Das weist dann auf sehr verschiedene klimatische Ansprüche hin. Oder sie überschneiden sich mehr oder minder, fallen aber in den Hauptteilen doch weit auseinander, wie z. B. Fichte und Buche. Das zeigt dann schon etwas genäherte Lebensbedingungen. Noch mehr ist das anzunehmen, wenn die Verbreitungsgebiete sich großenteils decken und nur in Bandteilen voneinander abweichen, wie etwa Rotbuche und Traubeneiche. So wird man aus einem Vergleich der Verbreitungsgebiete schon gewisse Schlüsse auf die unterschiedlichen klimatischen Ansprüche ziehen dürfen. Auch ohne solche Vergleiche kann man aus den klimatischen Grenzwerten den Spielraum der einzelnen Art feststellen und daraus die Höchst- und Mindestwerte entnehmen, die sie noch erträgt bzw. braucht. Allerdings ist hierbei zu beachten, daß, abgesehen von der polaren und alpinen Baumgrenze, alle anderen Verbreitungsgrenzen der Holzarten niemals rein klimatisch bedingt sind, sondern daß sie immer von dem gegenseitigen Konkurrenzkampf der Arten mehr oder minder stark beeinflußt werden.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1944

Authors and Affiliations

  • Alfred Dengler
    • 1
  1. 1.Forstlichen Hochschule EberswaldeDeutschland

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