Die Hiebsmaßnahmen zur Bestandeserziehung

  • Alfred Dengler

Zusammenfassung

Unter Reinigungshieben oder Läuterungen versteht man die ersten Hiebs -maßnahmen in den jungen Aufwüchsen und Dickungen, die rein erzieherisch wirken und gewöhnlich keine Nutzung abwerfen 2). Ihre Kosten werden sehr häufig noch aus den Kulturgeldern bestritten (in Preußen z. B. immer). Sie könnten auch ebensogut noch zu den abschließenden Kulturpflegemaßregeln gerechnet werden. (Es ist aber unrichtig und verwirrend, wenn man, wie dies vielfach geschieht, die ersten regelmäßigen Durchforstungen, die nur Reisholz (unter 7 cm Stärke) ergeben, auch Läuterungen nennt.) Die Reinigungshiebe haben nur den Zweck, frühzeitig, möglichst noch vor Eintritt des dichtesten Dickungsalters, einzelne störende Glieder (Vorwüchse, Stockausschläge, verdämmende Weichhölzer) zu entfernen. Bezüglich der zu treffenden Auswahl gilt alles, was schon bei der Kulturpflege gesagt ist. Was den frühzeitigen Aushieb von Vorwüchsen betrifft, so darf ein solcher aber unter keinen Umständen dazu führen, daß bisher gut geformte Nachbarstämme hierdurch einseitige Kronenausbildung bekommen oder in der Astreinigung gehemmt werden. In solchen Fällen ist nur eine entsprechende Köpfung durchzuführen 1). Mit Bezug auf die sog. verdämmenden Weichhölzer, die gern auftreten (Birke, Aspe und Salweide), ist man wohl oft zu weit gegangen. Man soll sie jedenfalls nicht schonungslos ausrotten, namentlich nicht die Birke, die später bei der Verjüngung noch gute Dienste leisten kann.

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Referenzen

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1944

Authors and Affiliations

  • Alfred Dengler
    • 1
  1. 1.Forstlichen Hochschule EberswaldeDeutschland

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