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Die Versicherung für fremde Rechnung

  • Victor Ehrenberg
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Part of the Enzyklopädie der Rechts-und Staatswissenschaft book series (ENZYKLOPÄDIE, volume 13)

Zusammenfassung

Wenn jemand im eigenen Namen das Interesse eines andern versichert, so spricht man von einer Versicherung für fremde Rechnung (VVG. §§ 74–80; HGB. § 781), hier sind Versicherungsnehmer und Versicherter verschiedene Personen; der Abschließende kann es auch ungewiß lassen, ob er eignes oder fremdes Interesse versichert („für Rechnung wen es angeht“, VVG. § 80 II, HGB. § 781 II). Ergeben die Umstände nicht, daß fremdes Interesse versichert werden soll, so ist Versicherung für eigene Rechnung anzunehmen (VVG. § 80 I, HGB. § 781 III). Wenn jemand das Interesse eines anderen ausdrücklich in dessen Namen versichert, so handelt er als dessen Stellvertreter (oben, § 5); der Grund, warum jemand statt dessen die Versicherung für fremde Rechnung wählt, kann sehr verschieden sein: Unbestimmtheit oder Unbekanntschaft des Interessenten, gemeinschaftliche Versicherung für mehrere Interessenten (so in Lagerhäusern), Kreditgewährung, Geheimhaltung der Geschäftsverbindungen usf.; und im Zweifel ist anzunehmen, daß selbst die auf das Interesse eines benannten Dritten genommene Versicherung eine Versicherung für fremde Rechnung ist (HGB. § 783 II). — Bedeutsam ist, ob der Versicherte vom Abschluß der Versicherung gewußt hat, weil auch seine Kenntnis von Gefahrsumständen, seine Arglist oder Redlichkeit in Betracht kommt (VVG. § 79, HGB. § 807), und weil, wenn er von dem Abschluß wußte, auch er gleich dem Versicherungsnehmer die gesetzlichen oder vertragsmäßigen „Obliegenheiten“ (oben § 9) zu erfüllen hat; daher muß der Versicherungsnehmer den Mangel eines Auftrags beim Vertragsschluß anzeigen (VVG. § 79 IV, HGB. § 807 III).

Notes

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1923

Authors and Affiliations

  • Victor Ehrenberg
    • 1
  1. 1.Universität LeipzigDeutschland

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