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Einleitung

  • Victor Ehrenberg
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Part of the Enzyklopädie der Rechts-und Staatswissenschaft book series (ENZYKLOPÄDIE, volume 13)

Zusammenfassung

Das Versicherungsrecht regelt das Versicherungswesen. Das Versicherungswesen aber umfaßt diejenigen sozialen Veranstaltungen, die bezwecken, einen zukünftigen ungewissen Vermögensbedarf durch zahlreiche Einzelbeiträge zu decken. 1. Ein Vermögensbedarf entsteht dadurch, daß die Möglichkeit eines wirtschaftlichen Nachteils droht (Gefahr), seine Höhe läßt sich entweder objektiv feststellen (Schaden, daher Schadensversicherung) oder sie hängt von dem Können und Wollen des Gefährdeten ab (Summenversicherung). Der Vermögensbedarf ist ungewiß, d. h. ob oder wann er eintreten wird, entzieht sich der Vorherbestimmung; bei der Schadensversicherung auch, wie hoch er sein wird. Derjenige, der von der Gefahr bedroht ist und durch die soziale Veranstaltung geschützt werden soll, heißt Versicherter. 2. Eine planmäßige Deckung des Bedarfs durch zahlreiche Einzelbeiträge ist möglich, weil die Erfahrung lehrt, daß von einer größeren Anzahl in gleicher Weise gefährdeter Personen innerhalb eines bestimmten Zeitraums nur eine kleine Anzahl wirklich von der befürchteten Gefahr betroffen wird und daß das Verhältnis der wirklich betroffenen zu den gefährdeten Personen einigermaßen konstant bleibt (Gesetz der großen Zahlen). Mit Hilfe der Statistik und der Mathematik (Versicherungstechnik) läßt sich daher annähernd vorherbestimmen, wie groß die Beiträge der einzelnen Personen sein müssen, um den Gesamtbedarf zu decken (Planmäßigkeit des Betriebs). Damit das Gesetz der großen Zahlen wirksam wird, bedarf es aber der Zusammenfassung zahlreicher von der gleichen Gefahr bedrohter Personen zu großen Gefahrsgemeinschaften, sei es durch eine rechtliche Organisation der gefährdeten Personen selber (Prinzip der Gegenseitigkeits-V.), sei es mit Hilfe eines Dritten, eines Unternehmers (jetzt fast immer eine Aktiengesellschaft), der daraus sein Gewerbe macht (Prinzip der Erwerbsversicherung oder Prämienversicherung i. e. S.).

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Notes

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1923

Authors and Affiliations

  • Victor Ehrenberg
    • 1
  1. 1.Universität LeipzigDeutschland

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