Die Leistungen der Invalidenversicherung und die Wirkung der sozialen Versicherung überhaupt

  • Walther Ewald

Zusammenfassung

Der Versichertenkreis war bisher in der Invalidenversicherung größer als in der Krankenversicherung. Da die RVO. jetzt den Versichertenkreis in der Krankenversicherung, aber nicht in der Invalidenversicherung, vergrößert, wird sich in Zukunft dieses Verhältnis ändern. Gegen Invalidität waren 1911 überhaupt 15,8Millionen Personen versichert, davon 11 Millionen Männer und 4,8 Millionen Frauen. In Zukunft wird sich diese Zahl also nicht erheblich ändern und nur mit dem Wachstum der versicherungspflichtigen Bevölkerung zunehmen. Die Leistungen der Invalidenversicherung kennzeichnen sich dadurch, daß sie verhältnismäßig klein sind und nur einen Zuschuß zu dem Lebensunterhalt darstellen sollen. Sie sind nicht wie bei den andern Versicherungsarten dazu bestimmt, die durch Krankheit oder Unfall verlorene wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ganz oder teilweise zu ersetzen, sondern sie stellen nur eine Beihilfe dar. Während nun aber in der Krankenversicherung die hohe Leistung von kurzer Dauer ist und in der Unfallversicherung die Dauer der Leistung zwar unbestimmt bleibt, aber in einem großen Teil der Fälle vorübergehender Natur ist, zeichnen sich die niedrigen Leistungen der Invalidenversicherung dadurch aus, daß sie meistens für die Dauer langer Zeitabschnitte gewährt werden. Eine Ausnahme machen nur die Krankenrenten, deren Zahl aber gegenüber den Invalidenrenten gering ist, und die dem Bestreben ihre Entstehung verdanken, nach Ablauf der Krankenversicherung den Versicherten nicht völlig ohne jede Hilfe zu lassen. Die Invalidenrenten werden für die ganze Dauer der Invalidität gewährt, ebenso die Witwen- und Witwerrenten, die Waisenrenten bis zum 15. Lebensjahre und die Altersrenten lebenslänglich. Im einzelnen Falle ist allerdings die Leistung, für den Monat oder den Tag berechnet, nur gering. Der Leitfaden zur Arbeiterversicherung gibt folgende Beispiele für die Wirkung der Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung in einem willkürlich gewählten Falle.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1914

Authors and Affiliations

  • Walther Ewald

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