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Schreiben des Herrn Rodbertus-Jagetzow an den Redaktenr der Volkszeitung

  • E. Frensdorff

Zusammenfassung

Geehrter Herr, ich; stehe nicht an, mich allen den Grundsätzen die Sie in Ihren letzten Leitartikeln, namentlich dem vom 27. d. M. ausgesprochen haben, vollständig anzuschließen.*) Ich darf sagen, daß ich; in demselben Sinne bereits gleich nach dem Erlag des Prinz-Regenten vom 9. Oktober an mehrere Freunde geschrieben habe. Wenn ich Sie jetzt bitte, diese Erklärung zu veröffenlichen, so glaube ich damit eine Pflicht zu erfüllen. Eimnal hat sich noch keines der häufiger genannten Mitglieder der bisherigen demokratischen Partei in diesem Sinne ausgesprochen; — aus diesem Schweigen aber, weiß ich, werden im Publikum falsche Schlüsse gezogen. Zweitens habe ich zu seiner Zeit öffentlich und nach Kräften von der Theilnahme au den Wahlen abgerathen. Um so mehr habe ich jetzt öffentlich zu erklären, daß nach meiner Ueberzeugung solche Gründe heute nicht mehr bestehen. Mit einem Worte: für mich ist die Verfassung in den jüngst verflossenen denkwürdigen Tagen der preußischen Geschichte neu geboren, und ich meinerseits möchte alle früheren Parteigenossen auffordern, fortan aufrichtigen Sinnes in ihren Kreis einzutreten. Deshalb stimme ich auch darin mit Jhuen überein, daß keine Verfassungsfrage die Einigkeit bei den Wahlen trüben sollte. Wir haben, wie Sie mit Recht sagen, uns zunächst auf dem Boden, den das gegenwärtige Grundgesetz uns bietet, einzuleben. Es in seinem Geiste durch; Spezialgesetze auszubauen, ist noch eine edle und genügende Aufgabe für viele Legislaturen.

Notes

  1. Siehe den wesentlichen Theil dieses Artikels im Anhange.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1859

Authors and Affiliations

  • E. Frensdorff

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