Fürsorge für Psychopathen

  • Ewald Stier

Zusammenfassung

Die Psychopathenfürsorge ist das jüngste Kind sozialer ärztlicher Bestrebungen. Das ist nicht verwunderlich, wenn wir bedenken, daß der Begriff der Psychopathie erst neueren Datums ist und seine Aufstellung, Umgrenzung und Inhaltfüllung erst möglich wurde, nachdem es der Psychiatrie gelungen war, die Grenzen für die einzelnen Psychosen, also die echten Geisteskrankheiten, schärfer zu ziehen. Damit erst war die Voraussetzung gegeben für ein weiterreichendes Studium derjenigen leichteren psychischen Störungen, die nicht den Charakter der eigentlichen Krankheit tragen, das heißt nicht einen bestimmten Anfang und Verlauf und ein charakteristisches Ende zeigen, sondern die, auf dem Boden einer krankhaften Veranlagung entstanden, tief in der Konstitution des Menschen beruhen. Ihr wesentlichstes Merkmal ist eine Disharmonie im Gefühlsund Willensleben und damit im Aufbau der ganzen Persönlichkeit, das in der krankhaften Reaktion dieser abnormen Individuen auf die Reize der Außenwelt immer erneut zutage tritt.

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© Julius Springer in Berlin 1921

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  • Ewald Stier

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