Zusammenfassung

Es ist schon mehrfach ausgesprochen worden, daß in der Zukunft die Kautschukchemie dahin gelangen würde, für jeden praktischen Zweck einen ganz bestimmten, nur für diesen Zweck geeigneten, künstlichen Kautschuk herzustellen, ähnlich wie es in der Farbstoffindustrie auf synthetischem Wege mit den Farben geschehen ist. Ob die Möglichkeit vorhanden ist, kann man zur Zeit noch nicht klar übersehen, doch dürfte es wohl das ersehnte Ziel bleiben. Die praktische Verwertung der künstlichen Kautschukarten ist von der mehr oder minder großen Schwierigkeit ihrer Herstellung abhängig, mit anderen Worten, von den Gestehungskosten, welche ihre Fabrikation mit einem annehmbaren Nutzen durchführen lassen. Bei den zur Zeit sehr billigen Preisen für Natur- und Plantagenkautschuk auf dem Weltmarkt, die bei dem steten Wachsen der Plantagen eher noch herab- als heraufgehen dürften, ist kaum an eine Konkurrenz der künstlichen mit den natürlichen Stoffen zu denken. Man kann auch nicht einsehen, wodurch in dieser Beziehung in der Zukunft wesentliche Verschiebungen eintreten sollten. Es sei denn, daß die produzierenden Länder hohe Ausfuhrzölle forderten. Daher bleibt für den künstlichen Kautschuk, wenn er sich in die Praxis einführen will, nur die Möglichkeit, daß er, namentlich für besondere Zwecke, bessere Eigenschaften hat als der natürliche.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1919

Authors and Affiliations

  • Carl Dietrich Harries
    • 1
  1. 1.Berlin-GrunewaldDeutschland

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