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Wärmeaustausch und Wärmedurchlässigkeit

  • Paul Heermann
  • Alois Herzog
Chapter

Zusammenfassung

Der Wärmeaustausch beruht vor allem auf der Wärmestrahlung und der Wärmeleitung. Rubner hat für die Wärmestrahlung nachgewiesen, daß die Extreme im Ausstrahlungswert um 31,8% schwanken. Während ein glänzender Seidenstoff 3,46 Kal. abgibt, strahlt ein wollener Trikot 4,58 Kal. an Wärme aus. Er wies ferner nach, daß Seide und Wolle an sich keinen Unterschied in bezug auf Wärmestrahlung haben und die verschiedenen Resultate nur auf verschiedene Webart zurückzuführen sind, wobei die rauhe Seite eines Gewebes ein erheblich größeres Strahlungsvermögen hat als die glatte. Von großem Einfluß ist die Dicke der Schicht auf die Strahlung. Bei zu nehmender Dicke nimmt die Wärmestrahlung sehr langsam ab. Ferner ist die Strahlung nasser und trockener Gewebe nach Rubner gleich. Bezüglich der Farbe hat Krieger ermittelt, daß sich die Strahlungswerte von einem weißen und dunkelgrünen Stoffe ungefähr verhalten wie 1: 1,6. Auch nach neueren Versuchen ist in Übereinstimmung mit Rubners Versuchen das Absorptionsverhältnis, d. i. der absorbierte Bruchteil der auftreffenden Strahlung, für Baumwollzeug = 0,77, für Seidenstoff = 0,78, für Wollstoff = 0,78. Ein Unterschied in der Wärmestrahlung existiert also nicht. — Wärmeleitung. Nach Schuhmeister leiten Baumwolle, Schafwolle und Seide die Wärme besser als Luft. Rubner stellte wesentliche Leitungsunterschiede bei den verschiedenen Textilfasern fest, die sich nach neueren Untersuchungen Nussetsetwa verhalten wie 1 (Luft): 1,6 (Wolle): 1,8 (Seide): 2,0 (Baumwolle). Andere Versuche stehen mit diesen zum Teil in Widerspruch. In der Praxis handelt es sich meist um die Aufstellung relativer Werte; die Trennung des Gesamtwärmeverlustes in Leitung und Strahlung nach absolutem Maße ist dann ganz überflüssig. Für praktische Vergleichszwecke erweist sich die Bestimmung der Wärmedurchlässigkeitl mittels des von E. Müller konstruierten Apparates bei genauer Einhaltung konstanter Versuchsbedingungen als sehr zweckmäßig. Der Müllersche Apparat (s. Abb. 312) gründet sich auf das Prinzip, die Abkühlung eines Körpers zu vergleichen, der mit verschiedenen Geweben umkleidet ist. Dazu dient ein Meßzylinder, der mit erwärmtem Wasser gefüllt ist. Es empfiehlt sich, die Versuche für ein Temperaturintervall von 36 bis 40° C durchzuführen, was der normalen und Fiebertemperatur des Menschen entspricht.

Literatur

  1. 1.
    S. a. Wagner, E.: Wärmedurchlässigkeit von Textilien. Leipz. Monatschr. textilind. 1929, 137.Google Scholar
  2. 1.
    Bauer, O.: Mitt. Materialpr.-Amt 1915, 290.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1931

Authors and Affiliations

  • Paul Heermann
    • 1
  • Alois Herzog
    • 2
  1. 1.Staatlichen MaterialprüfungsamtDahlemDeutschland
  2. 2.Technischen Hochschule in DresdenDresdenDeutschland

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