Die Stellung der unspezifischen Behandlung in der gesamten Therapie

  • Ferdinand Hoff

Zusammenfassung

Wir haben es als kennzeichnend für die spezifische Therapie hingestellt, daß hierbei die ärztlichen Maßnahmen sich direkt gegen den Krankheitsherd oder den Krankheitserreger wenden, während die unspezifische Therapie eine Unterstützung der natürlichen Abwehrvorgänge des Organismus zum Ziele hat. Wenn wir uns die Krankheiten vor Augen halten, mit denen wir es besonders in der ärztlichen Praxis zu tun haben, so ist es ohne weiteres klar, daß wir viel häufiger auf unspezifische Heilmethoden zurückgreifen müssen, als daß wir in der Lage sind, spezifische Heilmittel anzuwenden. Von der im Sprachgebrauch üblichen Gepflogenheit, besonders wirksame Heilmethoden auf Grund ihres Erfolges als spezifisch zu bezeichnen, muß man allerdings im Interesse einer klaren Scheidung der Begriffe völlig absehen. Wir werden sogar noch auseinandersetzen müssen, daß viele Heilmittel, die man in der Absicht einer spezifischen Beeinflussung anwendet, tatsächlich in Wirklichkeit durch ihre unspezifische Wirkung einen Erfolg herbeiführen, daß zum mindesten eine unspezifische Wirkung auch häufig mit der spezifischen Wirkung gleichzeitig zustande kommt. Trotzdem halten wir es nicht für richtig, wenn Much glaubt, den Wert dieser verschiedenen Heilmethoden in aphoristischer Weise folgendermaßen wiedergeben zu dürfen: „Krankheitsabwehr mit direkter Einstellung auf die Angriffskräfte ist ein Irrweg.

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© Julius Springer in Berlin 1930

Authors and Affiliations

  • Ferdinand Hoff
    • 1
  1. 1.Universität ErlangenDeutschland

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