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Die psychische Konstitution

  • Hermann Hoffmann

Zusammenfassung

Die psychische Konstitution muß, so verlangt es die naturwissenschaftliche Denkweise, in der körperlichen Konstitution verankert sein. Es wäre sonst undenkbar, daß körperliche Veränderungen psychische Störungen zur Folge haben könnten. Das Psychische läßt sich vom Biologischen nicht trennen; daher darf der Psychiater niemals vergessen, daß er der naturwissenschaftlichen Anschauung nicht entraten kann. Wir werden infolgedessen darauf bedacht sein müssen, auch in der Psychologie und Psychiatrie einen Konstitutionsbegriff zu schaffen, der sich in seinem Wesen möglichst mit der in der medizinischen Konstitutionslehre allgemein üblichen Definition deckt. Wir gehen bei diesem Versuch mit Kahn aus von dem biologischen Erblichkeitsbegriff von Johannsen, der vom Phänotypus oder Erscheinungstypus den Geno-typus oder Anlagetypus unterscheidet (siehe I. Kapitel). Der Geno-typus ist,,der Inbegriff aller Gene (Keimfaktoren), die grundlegende Konstitution des Organismus“. „Durch die gegebene genotypische Konstitution ist die ganze Reaktionsnorm eines Organismus bestimmt.“,,Genotypus und Milieu bedingen die realisierten persönlichen Charaktere (d. h. die phänotypischen Eigenschaften!) jedes Organismus.“„Echte Erblichkeit ist Anwesenheit gleicher Gene (oder Faktoren) bei Nachkommen oder Vorfahren.“

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1922

Authors and Affiliations

  • Hermann Hoffmann
    • 1
  1. 1.Universitätsklinik für Gemüts- und Nervenkrankheiten in TübingenDeutschland

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