Zusammenfassung

M. H.! Ein Kind, dessen gesunde Natürlichkeit in die Augen springt, ist nicht äußerungsabgeneigt, sondern äußerungs- und aufnahmegeneigt, äußerungsbedürftig, mitteilsam und naiv selbstbewußt. Die Äußerungsgeneigtheit hat für Eltern, Geschwister und für alle, die mit dem Kinde zu tun haben, eine große Bedeutung; sie ermöglicht einen schlichten, frischen, dem Kinde in dieser Art selbstverständlichen, weil mit seinem eigenen Wesen in Einklang stehenden Ton. Der Erwachsene hat nichts anderes zu tun, als sich den Äußerungsweisen des Kindes stimmungsgemäß, den Äußerungen selbst inhaltlieh und dem Range nach anzupassen, auf es einfach einzugehen, sein Erleben für den Augenblick von dem Kinde bestimmen zu lassen und sich auf es abzustimmen. Gelingt uns dies, dann wird sich der Verkehr mit ihm für es selbst „natürlich“, d. h. ihm gemäß abspielen; liefert es uns selbst doch dazu bereitwilligst die Handhaben, die wir nur zu nützen brauchen, dann wird es uns leicht gemacht, es zu lenken, oft genug freilich nach dem Grundsatz: „Du glaubst zu schieben und du wirst geschoben“. Aber dem Kinde diesen Glauben zu lassen, ist, richtig und zur rechten Zeit angewandt, ein vorzügliches Stimmungserhaltendes pädagogisches Hilfsmittel.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1926

Authors and Affiliations

  • August Homburger
    • 1
  1. 1.Psychiatrischen Klinik in HeidelbergDeutschland

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