Lehrheft des freitragenden Holzbaues

  • C. Kersten

Zusammenfassung

Die Zweckmäßigkeit und Brauchbarkeit eines nach neuzeitlichen Gesichtspunkten ausgeführten Holzbauwerkes hängt in der Hauptsache von der Erfüllung folgender Forderungen ab: 1. Bei größtmöglicher Herabminderung des Holzbedarfes und der Arbeitskosten soll Schnittholz nur in solchen Abmessungen Verwendung finden, wie es von benachbart gelegenen Sägewerken auch wirklich geliefert und bearbeitet werden kann; zu starke und zu lange Balken müssen auf jeden Fall vermieden werden; Sehr gute Hölzer nur für hochwertige Bauteile; dann auch höhere zulässige Beanspruchungen. Statt Nadelschnittholz auch Eiche, nicht Buche (leichter faulend). Stammholz bis aufs äußerste ausnutzen, Abfälle auf Mindestmaß bringen. Im gewöhnlichen Hochbau genügt fehl- oder baumkantiges Bauholz1); scharfkantiges nur bei statischem Bedingtsein. Höchste Güteforderung nur für Nähe der Größtbeanspruchungen; dort auch keine Verletzungen des Holzes statthaft.

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Notes

  1. 1).
    Beim Sägen der Stämme, also beim Beseitigen der Baumkante, wird oft das beste Holz entfernt (Splintholz). Zulässige Grenzen der Baumkante richten sich nach Zusammenbau (Dübel, Versatz, Lagerung). Vgl. Bautechn. 1939, S. 164. Waldkantiges Holz hilft starkes Rundholz einsparen.Google Scholar
  2. 2).
    Viele der genormten Querschnitte sind für neuzeitliche Bemessungsverfahren durchaus unzweckmäßig. Mehrverbrauch gegenüber freier Querschnittswahl; es fehlen Hölzer 1:2 bis 1:3. Vgl. Aufsatz Dr. Seitz in Bautechn. 1939, S. 397.Google Scholar
  3. 3).
    Vgl. u. a. Hille, „Anlagen für künstliche Holztrocknung“, Der deutsche Zimmermeister, Jahrg. 1939.Google Scholar
  4. 4).
    Vgl. Kersten, „Der Holzbau im Vierjahresplan und die neuen Holzbaubestimmungen“, Deutsche Bauztg. 1938, Heft 34, sowie Kersten, „Statik und Festigkeitslehre“, Deutscher Baukalender 1939. Diesen Arbeiten sind Abb. 4, 5, 29, 32 entnommen.Google Scholar
  5. 1).
    Vgl. „Merkblatt über baulichen Holzschutz gegen Fäulnis“ vom 15. III. 1939, dazu Erläuterungen des Fachausschusses für Holzfragen (VDI-Verlag, Berlin NW 7).Google Scholar
  6. 1).
    Beim Schüller-Ringdübel (Abb. 14) sind die Lappen an einer Seite zu verschweißen, da sich sonst die Ringe bei höheren Lasten schief stellen; vgl. Bailing. 1937, S. 255.Google Scholar
  7. 2).
    Berechnung auf Winddruck gemäß DIN 1055, Blatt 4, vom Juni 1938.Google Scholar
  8. 3).
    Verschalungen solcher Art haben den Nachteil, daß man die Knotenpunkte und das Holz selbst späterhin nicht überprüfen kann.Google Scholar
  9. 1).
    Bei 13-mm-Schrauben wurde bei kräftigem Anziehen eine Zugkraft von etwa 1300 kg ausgeübt. Rechnet man mit 30 kg/cm2 zulässiger Pressung des feuchten Holzes senkrecht zur Faser (hoch gegriffen), so errechnet sich die notwendige Größe der Unterlegscheiben zu 1300:30 = rd. 43 cm2.Google Scholar
  10. 2).
    Vgl. Troche, Bemessungstafel für Schraubenbolzen und Seitenholzstärken, Bauing. 1939, S. 353.Google Scholar
  11. 3).
    Nach Seitz (Bautechn. 1939, S. 399) erscheinen die Vorschriften über gegliederte Knickstäbe in der Fassung von 1938 zu scharf.Google Scholar
  12. 1).
    A. W. Andernach, Beuel-Rh. Sparren in 1,40 m Entfernung, dazwtechen hochkantgestelltes Brett. Brauchbar für offene Hallen, für beheizte Räume nur bei Mitverwendung von Dämmplatten.Google Scholar
  13. 2).
    Je leichter die Decken werden, um so größer ist allerdings die Gefahr, daß sie in schall-und wärmetechnischer Beziehung nicht mehr befriedigen. In allem Gesagten ist die Holzeinsparung in den Vordergrund gerückt. Vgl. auch Rundschau Deutscher Technik 1939, Nr. 16.Google Scholar
  14. 1).
    Aus Kersten, Freitragende Holzbauten. Ein Lehrbuch für Schule und Praxis. 2. Aufl. Berlin: Julius Springer 1926.Google Scholar
  15. 1).
    Bei Verwendung von Ring-oder ähnlichen Dübeln gestaltet man den Knotenpunkt sehr viel einfacher, vgl. z. B. Abb. 320. Günstiger in wirtschaftlicher Beziehung ist es zumeist, die Gurte einfacherer Dachbinder in nur einem Querschnitt auszuführen (geringerer Lohnaufwand).Google Scholar
  16. 1).
    Vgl. Kersten: Neuere Ausführungen freitragender Holzbauten. Bauing. 1926, S. 50.Google Scholar
  17. 1).
    Vgl. Kersten: Die Festhalle Dresden, 1925. Bailing. 1925, S. 767.Google Scholar
  18. 1).
    Vgl. Kersten, „Eine weitgespannte Holzbrücke“, Deutsche Bauztg. 1939, Heft 19, ebenso „Der Bauingenieur“, 1939 Heft 25/26.Google Scholar
  19. 1).
    Die Tabelle ist dem Kapitel „Statik und Festigkeitslehre“ des Verfassers im Deutschen Baukalender entnommen.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1939

Authors and Affiliations

  • C. Kersten
    • 1
  1. 1.Bauschule der ReichshauptstadtBerlinDeutschland

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