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Zusammenfassung

Die vorliegende Arbeit umfaßt die Prüfung der Frage, wann der Nacherbe sich über Annahme und Ausschlagung der Nacherbschaft wirksam erklären kann. Diese Frage, ob nämlich der Nacherbe die Nacherbschaft bereits nach Eintritt des Erbfalls mit bindender Wirkung, d. h. unwiderruflich (vgl. § 1943 BGB.) annehmen oder ausschlagen kann oder ob er, um diese Erklärung abgeben zu können, den Anfall der Nacherbschaft an sich abwarten muß, bedarf eingehender Erörterung. Die Frage ist um deswillen für den Nacherben von großer praktischer Bedeutung, weil bei der Nacherbschaft der Eintritt des Erbfalls und der Anfall der Erbschaft an den Nacherben stets zeitlich auseinander fallen, ja weil in vielen Fällen zwischen Erbfall und Anfall der Erbschaft an den Nacherben eine große Spanne Zeit liegt. Es muß hierbei zur Erläuterung vorausgeschickt werden, daß nach § 2139 BGB. der Erbschaftsanfall an den Nacherben erst mit Eintritt des Falles der Nacherbfolge erfolgt. Während also bei dem unmittelbar zum Erben Berufenen regelmäßig der Zeitpunkt des Erbfalleintritts und des Anfalls der Erbschaft an den Erben zusammentrifft und es somit im Regelfalle praktisch völlig unerheblich ist, welcher Zeitpunkt für das Annahmeund Ausschlagungsrecht maßgebend ist, wird diese Frage beim Nacherben ebenso wie bei jedem anderen eventuell berufenen Erben hochaktuell.

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Copyright information

© Verlagsbuchhandlung Julius Springer in Berlin 1916

Authors and Affiliations

  • Ferdinand Kleinschmidt

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