Kritik der klinischen Blutdruckmessung

  • Baron Alexander v. Korányi

Zusammenfassung

Wir wissen seit Bright, daß sich zu Nierenleiden vielfach Herzhypertrophie gesellt. Da sie bei gewissen Nierenkrankheiten regelmäßig vorkommt, bei anderen fehlt, gehört die Herzhypertrophie zu denjenigen diagnostischen Merkmalen, welche bei der Unterscheidung typischer Krankheitsbilder eine ausschlaggebende Rolle spielen. Solange keine den kleinen Kreislauf überlastende Insuffizienz des linken Ventrikels besteht, beschränkt sich die Hypertrophie auf die Muskulatur des linken Ventrikels. Daraus folgt, daß sie nicht durch eine Zunahme des Herzschlagvolums erzeugt werden kann, da eine solche die Arbeit aller Herzabschnitte erhöht. Folglich ist sie die Folge kompensatorisch erhöhter Herzarbeit bei pathologisch erhöhtem peripherischem Widerstand im großen Kreislauf. Bei gesteigerter Herzarbeit und erhöhtem peripherischem Widerstand muß zwischen Herz und Peripherie der Blutdruck steigen. Da die Herzhypertrophie zu ihrer Ausbildung Zeit braucht, so muß es Fälle geben, in welchen der Blutdruck erhöht, die Hypertrophie aber noch nicht zustande gekommen ist. Ferner kann eine mit erhöhtem Blutdruck einhergehende Nierenkrankheit auch, heilen, ehe die Herzhypertrophie nachweisbar geworden ist. In solchen Fällen muß der Nachweis des erhöhten Blutdruckes den der Herzhypertrophie ersetzen, um Fälle, zu welchen nach längerer Dauer eine Herzhypertrophie hinzugehört, von solchen, in welchen deren Voraussetzungen fehlen, zu unterscheiden.

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© Julius Springer in Berlin 1929

Authors and Affiliations

  • Baron Alexander v. Korányi
    • 1
  1. 1.III. Medizin. Klink der K. ung. Pázmán PeterUniversität der Wissenschaften in BudapestUngarn

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