Zusammenfassung

Vor etwa 1 1/2 Jahren meldete sich ein 46 Jahre alter Arbeiter zur Aufnahme an unserer Klinik. Sein bleiches Gesicht war gedunsen, seine Beine waren öde-matös angeschwollen. Er klagte über Kopfschmerzen, Herzschmerzen, mäßige Atembeschwerden, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Durst und Schlaflosigkeit. Seit einigen Tagen erbrach er fast täglich alles Genossene. Sein Harn war fleischwasser-ähnlich, enthielt 3‰ Eiweiß, massenhaft Erythrocyten, einige Leukocyten im Gesichtsfeld, sehr zahlreiche hyaline und grobkörnige Zylinder und verfettete Epithelien. Der Puls war schnellend, rhythmisch, schlug 84 in der Minute. Der mit dem Riva-Roccischen Apparat gemessene systolische Druck erreichte 240mm Hg. Der Symptomenkomplex Albuminurie, Hämaturie, Hypertonie und Ödeme ist der der Glomerulonephritis. Der Kranke gab an seine Ödeme und die rötliche Farbe seines Harnes vor etwa 4 Wochen bemerkt zu haben. Litt er also an einer akuten Glomerulonephritis? Ein systolischer Druck über 160–180 mm Hg kommt bei der akuten Glomerulonephritis selten, einer über 200 kaum vor. Doch verriet der Palpationsbefund an den peripheren Arterien eine ziemlich vorgeschrittene Arteriosklerose. Der Puls war ein Pulsus celer et magnus. Der Herzspitzenstoß lag zwei Finger breit nach links von der Linea medioclavicularis, war hebend und verbreitert. Über dem Herzen waren ein systolisches und ein diastolisches Geräusch hörbar, beide mit ihrem Punctum maximum an den charakteristischen Auskultationsstellen der Aortaklappen.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1929

Authors and Affiliations

  • Baron Alexander v. Korányi
    • 1
  1. 1.III. Medizin. Klink der K. ung. Pázmán PeterUniversität der Wissenschaften in BudapestUngarn

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