Dermatitis exfoliativa

  • Edmund Lesser

Zusammenfassung

Als Dermatitis exfoliativa infantum hat v. Ritter eine schon früher mehrfach beschriebene eigentümliche Erkrankung der Neugeborenen bezeichnet, die mit einer Abschälung der obersten Epidermislagen an irgend einer Körperstelle, meist am Kopfe beginnend und mit oft unregelmäßig zerstreuten Bläschen- und Blaseneruptionen einhergehend in kurzer Zeit die ganze Körperoberfläche oder einen großen Teil derselben überzieht. Die Haut erscheint meist trocken, nur selten wenig nässend, glatt, hochrot und vielfach liegt derselben noch die in großen lamellösen Fetzen abgelöste Hornschicht auf. Die Kinder sehen aus, als ob sie verbrüht wären. Gleichzeitig stellt sich Injektion der Mund-, Nasen- und Konjunktivalschleimhaut ein. Die Krankheit tritt in der ersten oder den nächstfolgenden Lebenswochen auf und hat einen kurzen, wenige Wochen dauernden Verlauf. Das Allgemeinbefinden der Kinder leidet in der Regel gar nicht und nach Regeneration der Epidermis tritt vollständige Genesung ein. Doch kann die Krankheit auch letal verlaufen, zumal bei schwächlichen Kindern. — Über die Ätiologie läßt sich nur sagen, daß ein epidemieartiges Auftreten mehrfach beobachtet ist. Ferner ist auf die Analogien mit dem Pemphigus neonatorum hinzuweisen, die so groß sind, daß wohl die Mehrzahl der Autoren beide Krankheiten als verschiedene Intensitätsgrade desselben Krankheitsprozesses auffaßt. — Die Behandlung braucht in der Regel nur im Einstreuen mit Streupulver zu bestehen.

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1914

Authors and Affiliations

  • Edmund Lesser
    • 1
  1. 1.Universitäts-Klinik und Poliklinik für Haut- und GeschlechtskrankheitenBerlinDeutschland

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