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Zusammenfassung

Die Komedonen (Mitesser) entstehen durch Anhäufung und Eindickung des Sekretes der Talgdrüsen. Dieselben erscheinen als schwarze oder bläulichschwarze Punkte in den oft erweiterten Follikelmündungen, deren Ränder gewöhnlich etwas emporgewölbt sind, während der schwarze Punkt entweder über diesen Rand noch hervorragt und so die Spitze bildet oder aber auch in einer kleinen kraterförmigen Vertiefung liegt. Durch seitlichen Druck läßt sich der Komedopfropf stets leicht herausdrücken, der dann als dünner zylindrischer Körper von weißlicher oder schmutzig gelblicher Farbe, einen bis mehrere Millimeter lang, mit einem dunklen „Kopfe“ erscheint. Nach dieser Ähnlichkeit mit einem Wurm ist die Benennung Mitesser gewählt worden. Die mikroskopische Untersuchung zeigt, daß diese Masse aus verhornten und verfetteten Zellen und freien Fetttröpfchen besteht, der in dem schwarzen Kopf Kohlenpartikelchen und andere von außen hineingelangte Verunreinigungen (Leinenfasern, Ultramarinkörnchen usw.) beigemengt sind. Außerdem finden sich häufig zusammengerollte Lanugohärchen und der von Berger, Henle und G. Simon zuerst beschriebene Parasit, der Acarus folliculorum, letzterer oft in größerer Zahl. Da dieser Parasit aber auch in völlig gesunden Follikeln gefunden wird, so ist nicht anzunehmen, daß er von irgendwelcher Bedeutung für die Entstehung der Komedonen ist. — Manchmal kommt es durch Stauung des Sekretes bei wegsam gebliebenem Ausführungsgange zu einer cystischen Erweiterung des Follikels bis zu Kirschgröße. Durch Druck auf die Geschwulst entleert sich dann zuerst der schwarze, die Mündung verstopfende Pfropf und dann das eingedickte Sebum in Gestalt eines langen Fadens aus der Follikelöffnung (Riesenkomedo). — In einzelnen Fällen zeigen die Komedonenpfröpfe eine auffallend harte Beschaffenheit und bilden dunkelbräunliche spitze Hervorragungen, welche, da sie fast stets in Gruppen auftreten, die Haut reibeisenartig erscheinen lassen (Acné sébacée cornée der französischen Autoren). Entzündungserscheinungen fehlen stets. Ich habe diese seltene Komedonenform am häufigsten in der Umgebung des äußeren Augenwinkels, in der Schläfengegend gesehen, sie kommt aber auch auf Nacken, Hals und Hinterbacken vor.

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1914

Authors and Affiliations

  • Edmund Lesser
    • 1
  1. 1.Universitäts-Klinik und Poliklinik für Haut- und GeschlechtskrankheitenBerlinDeutschland

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