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Herpes facialis et genitalis

  • Edmund Lesser

Zusammenfassung

Im Gesicht und an den Genitalien kommen Herpeseruptionen vor. die nicht dem Ausbreitungsgebiete von Hautnerven oder einzelnen Nervenästen entsprechend lokalisiert sind und in ihrer Anordnung eher ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis von den natürlichen Körperöffnungen zeigen, in deren unmittelbarer Umgebung sie am häufigsten auftreten. Unter dem Gefühle mäßigen Brennens oder Juckens, nur an zarteren, mit mehr schleimhautartiger Haut überzogenen Teilen unter wirklichen Schmerzempfindungen schießen in Gruppen angeordnete, auf geröteter Basis stehende, wasserhelle Bläschen von etwa Stecknadelkopfgröße, selten von größeren Dimensionen, auf. Die Bläschengruppen sind von rundlicher, oft aber auch von ganz unregelmäßiger Form und von sehr verschiedener Größe. Manchmal wird die Gruppe nur von ganz wenigen Bläschen gebildet, andere Male kommen talergroße, aus entsprechend zahlreichen Bläschen bestehende Gruppen vor. Nach ganz kurzer Zeit, nach 1–2 Tagen, trübt sich der Inhalt der Bläschen und wird bei noch längerem Bestände derselben vollständig eitrig. Je nach der Größe der Bläschen trocknen dieselben früher oder später zu kleinen, in der Mitte etwas deprimierten, gelben oder bräunlichen Börkchen ein, die meist zu größeren, der ganzen Gruppe entsprechenden Borken konfluieren, am Rande aber doch durch die aus kleinen Kreissegmenten gebildete Grenzlinie ihre Entstehungsart erkennen lassen. Etwas anders gestaltet sich diese Entwicklung auf den mehr Schleimhautartigen Partien (Lippenrot, Glans penis, inneres Präputialblatt, kleine Labien) oder auf den angrenzenden Schleimhäuten selbst, wo die Bläschen nur einen sehr kurzen Bestand haben, da die Bläschendecke schnell der Mazeration anheimfällt und nun aus den Bläschen kleine runde Erosionen oder durch Konfluenz derselben größere Defekte entstehen, die einen leichten eitrigen Belag zeigen. Aber auch in diesen Fällen läßt sich aus der Form der äußeren Grenzlinien stets die Entstehung aus kleinen Kreisen erschließen, es läßt sich stets die polyzyklische Form der Herpeseffloreszenzen erkennen. Eine geringe, etwas empfindliche Schwellung der nächstgelegenen Lymphdrüse begleitet öfters die Herpeseruptionen. — Wenn nicht störende äußere Einflüsse, so eine unzweckmäßige Behandlung, dazwischentreten, so ist in längstens einer Woche der ganze Prozeß abgelaufen und vollständige Heilung eingetreten.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1914

Authors and Affiliations

  • Edmund Lesser
    • 1
  1. 1.Universitäts-Klinik und Poliklinik für Haut- und GeschlechtskrankheitenBerlinDeutschland

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