Fernaufnahmen und Infrarotphotographie

  • Friedrich Löhle

Zusammenfassung

Die Erfahrung zeigt, daß die mit Hilfe einer gewöhnlichen photo-graphischen Platte [Steilheit der Schwärzungskurve (Gradation) γ = 1, Kontrastschwelle ε Pl = 0,10] erzielte photographische Sichtweite hinter der visuellen Sichtweite (relative Unterschiedsschwelle des Auges ε A = 0,02) beträchtlich zurückbleibt. Demgegenüber fallen die auf infrarotempfindlichen Platten gemachten Aufnahmen durch eine verstärkte Wiedergabe der Einzelheiten und eine durchgreifende Steigerung der Kontraste auf. Im allgemeinen wird die Überlegenheit der Infrarotphotographie über die Augenbeobachtungen auf die Herabsetzung der Lichtzerstreuung im Bereich der langen Wellen und die damit verbundene Ausschaltung des Luftlichtschleiers zurückgeführt. In Wirklichkeit beruhen aber die bei Fernaufnahmen erzielten Erfolge vorwiegend auf einer Steigerung des Kontrastes des Blattgrüns gegen seine Umgebung, insbesondere gegen den Horizont. Diese Wirkung kommt dadurch zustande, daß das Blattgrün im Infrarot ein ähnlich hohes Reflexionsvermögen besitzt wie frisch gefallener Schnee („Chlorophylleffekt“), während umgekehrt die Albedo des Horizonts auf der infrarotempfindlichen Platte hinter dem visuellen Wert um so mehr zurückbleibt, je größer der Anteil an kurzwelligem Licht in der Horizontalhelligkeit ist („Nachteffekt“).

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1941

Authors and Affiliations

  • Friedrich Löhle

There are no affiliations available

Personalised recommendations