Die symbolischen Identifizierungen und die wissenschaftliche Haltung

  • J. Meinertz

Zusammenfassung

Diese kurzen und keineswegs erschöpfenden Hinweise sollen die noch nie mit solcher Bestimmtheit betonte, für die Erfassung der seelischen Abläufe bedeutsame Lebensgrundlage des begrifflichen Denkens herausstellen. Wenn wir in der Wissenschaft Begriffe gebrauchen, so vergessen wir jeden Augenblick, daß sie ihr eigentliches Gewicht aus einer in der Wissenschaft gern gemiedenen Sphäre beziehen, auf die doch jeder Sprachlaut hinweist, auch wenn wir mit seiner Hilfe einen noch so „abstrakten“ Begriff formen. Nur daß das Erlebnis in ein Erlebnis andern Inhalts übergehe, verhindert der grenzsetzende Antrieb der sprachlichen Bezeichnung1, der andere ist gerade der Ausdruck jener Einheit des Erlebensstromes, der das „Material“ heraufschafft, das „Brot“, das vom „Messer“ des „Geistes“ zerschnitten wird2. Wenn ich in diesem Zusammenhange besonderes Gewicht auf das „Brot“, geringeres auf das „Messer“ lege, so will ich mir damit keineswegs die Klages sche Wertung des „Geistes“ und der „Seele“ zu eigen machen. Diese Wertungen stammen aus einer bestimmten „metaphysischen“ Haltung. Sie gibt uns nicht nur wie jede Metaphysik einen Beitrag zur Psychologie des Forschers (was für uns hier nicht in Frage kommt), sondern erweist sich auch insofern als psychologisch bedeutungsvoll, als wir sehen, daß wohl nur diese Wertverteilung es ermöglicht hat, der Wirksamkeit der „Seele“ auch in den abstrakten Taten des „Geistes“ so eindringlich nachzuspüren (18).

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1939

Authors and Affiliations

  • J. Meinertz
    • 1
  1. 1.WormsDeutschland

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