Advertisement

Das Symbol als geistige Funktion und als „Gebärde der Urbildseele“

  • J. Meinertz

Zusammenfassung

Eine Geschichte des Symbols schreiben hieße eine Geschichte der menschlichen Kultur von den primitivsten Anfängen an schreiben. In unserem Zusammenhange kommt es nur auf die Psychologie der Symbolbildung an, soweit sie für unsere Kernfrage, die angemessene wissenschaftliche Erfassung von Seelischem, Bedeutung hat. Verschiedene Grundhaltungen scheinen hier weltanschaulich so stark fundiert zu sein, daß sogar eine Verständigung vielfach auf Schwierigkeiten stößt. Die Symbolfunktion ist etwas primär in der Psyche Verankertes, und das Bedürfnis der Zeichensetzung, bei der ein anschaulicher oder gedanklicher Inhalt einen andern repräsentiert, ist offenbar spezifisch für Menschlich-Psychisches überhaupt. Die notwendige Inadäquatheit zwischen Zeichen und Bezeichnetem, zwischen „Idee“ und Zeichen, zwischen „symbolischer“ und „intuitiver“ Erkenntnis hat Plato, Leibniz und viele andere Denker bis zum heutigen Tage aufs stärkste beschäftigt1. Für uns ist in erster Linie wichtig die Antwort auf die Frage, welcher Weg vom „Sein“ zum „Bedeuten“ führt, ja wieweit im „Sein“ selbst ein Bedeuten, wieweit im Bedeuten ein Sein liegt. Zweifellos kommt hier Klages das Verdienst besonders fruchtbarer und auch für die Psychotherapie bedeutsamer Fragestellung zu. Grade das Ineinanderfließen von Sein und Bedeuten im Symbol ist ihm das Entscheidende, und darin muß ihm der Psychotherapeut beistimmen.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1939

Authors and Affiliations

  • J. Meinertz
    • 1
  1. 1.WormsDeutschland

Personalised recommendations