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Balkanhalbinsel

  • Wilhelm Müller

Zusammenfassung

Die bulgarische Frage gab der Politik der ganzen Balkanhalbinsel ihr Gepräge. In ihren Kreis wurden auch solche Staaten hineingezogen, welche sich eine große Zurückhaltung auferlegten. Zu diesen gehörte in erster Linie das Königreich Rumänien. Dasselbe hielt sich, seitdem es seine Selbständigkeit errungen hatte, ebenso fern von Rußland als von der Türkei, arbeitete beständig an der Vervollkommnung feiner Armee und sparte feine Kräfte für den verhängnisvollen Tag, wo aufs neue um die Hegemonie auf der Halbinsel gerungen würde. Die Nachbarschaft von Bulgarien, wo so viel Zündstoff angehäuft lag, veranlaßte die rumänische Regierung zu Vorsichtsmaßregeln, zumal da bulgarische Flüchtlinge in großer Zahl sich dort ansammelten und der russische Konsul Hitrowo in Bukarest, wie sein Vorgänger, Fürst Urussow, die Geschäfte Rußlands in der bekannten agitatorischen, den Rubel nicht sparenden Weise besorgte, wobei nicht nur die bulgarische, sondern auch die rumänische Regierung nicht geschont wurde. Letztere sah sich einigemal veranlaßt, zu Verhaftungen zu schreiten, und ließ sich angesichts der kriegerischen Vorbereitungen Europas und der Nachbarstaaten am 3. Februar 5 und am 17. Februar 30 Millionen zur Vervollständigung der Rüstungen bewilligen, die hauptsächlich der Aufrechthaltung der Neutralität Rumäniens dienen sollten; denn dieses wollte weder unter dem Drucke einer benachbarten Großmacht wider Willen in einen Krieg verwickelt, noch vollends zum Schauplatz eines Krieges um fremde Interessen gemacht werden.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1888

Authors and Affiliations

  • Wilhelm Müller
    • 1
  1. 1.TübingenDeutschland

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