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Osterreich-Ungarn

  • Karl Wippermann

Zusammenfassung

Der Sprachen- und Nationalitätenstreit in Österreich nahm im Reichsrate, unter den Parteien und in den einzelnen Landtagen an Heftigkeit zu. Die am 20. Dezember v. J. vertagten Sitzungen des Abgeordnetenhauses des Reichsrats begannen am 17. Januar Sofort wieder mit einer Obstruktion gegen die Wiederaufnahme der parlamentarischen Geschäfte. Die Sozialdemokraten zogen sich zmar von diesem Verfahren zurück, weil sie glaubten, daß die Regierung damit doch nicht gehindert werden könne, auf Grund des Artikels 14 der Verfassung die Staatsgeschäfte fortzuführen; die übrigen Teilnehmer an der Obstruktion waren jedoch noch zahlreich genug, um sie auch ohne jene Hilfe fortzuführen, sie gehörten der deutschen Fortschritts- und der deutschen Volkspartei an und betrugen, nebst den Anhängern Schönerers, an Zahl 85. Sie setzten gleich in der ersten Sitzung fünf namentliche Abstimmungen über Bittschriften durch, in der zweiten Sitzung zwei solcher zeitraubenden Abstimmungen über Fragen der Richtigkeit einzelner Punkte im Protokolle der vorigen Sitzung. Daran schloss sich die Einbringung einer Reihe ausführlich begründeter Anfragen nebst einer weit ausgedehnten Verhandlung über die Frage, ob dieselben wörtlich verlesen werden sollten. Hierbei kam Beuerle zu dem Vorschlage der Errichtung eines „Generallandtags“ für die Deutschen Österreichs, denn obwohl sich unter den 425 Mitgliedern des Abgeordnetenhauses 196 Deutsche befänden, werde es, vermöge ihrer Verteilung auf 9 Fraktionen, jeder slavenfreundlichen Regierung ermöglicht, mit Hilfe des einen oder anderen Teils der Deutschen im deutschfeindlichen Sinne zu regieren.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1900

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  • Karl Wippermann

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