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Der Marimal-Arbeitstag

  • Wilhelm Oechelhaeuler

Zusammenfassung

Nächst den Frageu der Kinber-, Frauen- und Sonntagsarbeit hat sich in leúter Zeit keine Frage der Arbeiterfchuúgefeúgebung mehr in den Vordergrund gedräugt, als der Marimal-Arbeitstag. Noch vor wenig Jahren als eine gar nicht diskutirbare, nur von Sozialdemofraten oder unpraktifcheu Philantropen aufgestellte Forderuug verschrien, bei deren bloßer Erwähnuug die meiften Arbeitgeber eine Gäfehaut übelief, vollzieht sich allmählich gerade in den Rein der Leúteren em bemerfeuswerther Umfchwung, welcher sie einen folchen gefeúgeberischeu Eingriff in die bisher der Freiwilligkeit vorbehaltene Festseúung der Arbeitszeit erwachseuer Arbeiter uicht blß als etwas aus humanitätsgrünben unter Umständen zuläffiges, fondem von gewissen Staudpunften aus fogar als etwas fir sie Bortheilhaftes, Wüuschenswerthes erfcheiuen läßt. Sicherlich fteht die große Mehrheit del Arbeitgeber noch bei weitem nicht auf leßterem Staudpnuft; allein unverkennbar lichten fich die Reiheu del entfchiedenen Gegner des Marimal-Arbeitstages täglich mehr, und die Zahl der Auhängger, oder doch derjenigen, welche dieser wichtigen Frage in wohlwollendem Sinn näher treten, ift im Steigen begriffen. Dies fpiegelte fich auch uuverkennbar in den Diskussionen der Reichstags-Commiffionen ab, welche in den Jahren 1887 und 1889 diefen Segenftand, wenn auch bei weitem nicht erfchöpfend, einer vorläufgen Berathung unterzogen haben. Die verbündeten Regieruugeu wollen allerdiugs vom Marimal-Arbeitstag noch gar nichts wiffen und haben die vor 2 Jahren vom Reichstag befchloffene Refolution bezüglich Bonahme einer Euquete ruudweg abgelehnt.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1889

Authors and Affiliations

  • Wilhelm Oechelhaeuler

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