Zentralisation und Dezentralisation in Aufbau und Verwaltung der Staaten

  • Hans Peters

Zusammenfassung

I. Schon in den vorhergehenden Kapiteln wurden vereinzelt Beispiele aus dem Staatsrecht herangezogen, an denen gewisse Erscheinungen der Zentralisation oder Dezentralisation aufgezeigt wurden. Trotzdem aber erscheint es zweckmäßig, in einem besonderen Kapitel zusammen-hängend das Wirken von Zentralisation und Dezentralisation in der Praxis vorzuführen, um die große praktische Bedeutung jener in den vorigen Kapiteln theoretisch behandelten Kräfte nachzuweisen und ihr Wirken im Zusammenhang der Lebensäußerung der einzelnen Staaten und damit ihr innerstes Wesen verständlich zu machen. Wollte man hierbei Vollständigkeit erreichen, d. h. überall in der Welt den zentralistischen und dezentralistischen Tendenzen nachgehen, so würde eine solche Darstellung außerordentlich umfangreich werden, aber auch infolge ihrer notwendigen Unübersichtlichkeit ihren Zweck verfehlen, zumal kaum in zwei Fällen der Wirklichkeit Zentralisation und Dezentralisation in der gleichen Abstufung und im gleichen Gegeneinanderwirken vorkommen. Es sollen daher im folgenden an einigen markanten Beispielen verschiedene Stufen von Zentralisation und Dezentralisation dargestellt und zugleich etwaige bestehende Zweifel geklärt werden. Von einer Stellungnahme zu allen dabei nebenher auftauchenden Streitfragen sowie erschöpfender Erörterung aller Ansichten ist bewußt abgesehen, um Ziel und Rahmen dieser Arbeit nicht zu überspannen.

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hinweise

  1. 2.
    Vgl. Duguit: Traité de droit constitutionnel, 1924. Bd. 4, S. 694f.Google Scholar
  2. 3.
    Näheres vgl. bei Hauriou: Précis de droit administratif, 1927, Bd. 1, S. 229 bis 235.Google Scholar
  3. 1.
    Vgl. Koellreutter-Gmelin: Ausländisches Staatsrecht. 1923, II, S. 16.Google Scholar
  4. 3.
    Vgl. z. B. Koellreutter in Koellreutter-Gmelin: Ausländisches Staatsrecht. 1923, I, S. 14; Löwenstein: a. a. O., S. 429; anderer MeinungGoogle Scholar
  5. Carré de Malberg: Contribution de la théorie générale de l’Etat. 1920, Bd. 1, S. 163.Google Scholar
  6. 1.
    Lassar (Reichseigene Verwaltung unter der Weimarer Verfassung. Jahrbuch des öffentlichen Rechts, 1926, Bd. 14, S. 46ff.)Google Scholar
  7. 1.
    Kelsen (Jahrbuch des öffentlichen Rechts. 1927, Bd. 15, S. 53) betont gerade auch den zentralistischen Charakter der Bundesverfassungsnovelle vom 30. Juli 1925.Google Scholar
  8. 2.
    Vgl. hierzu und zum folgenden Löwenstein: Jahrbuch des öffentlichen Rechts. 1925, Bd. 13, S. 452ff.Google Scholar
  9. 3.
    Über weitere Zwischenstufen und Literatur hierzu vgl. Hauriou: Précis de droit administratif. 1927, Bd. 1, S. 59ff.Google Scholar
  10. 3.
    Näheres über die Entwicklung der private bill vgl. bei Hatschek: Englisches Staatsrecht 1905, Bd. 1, S. 503ff.Google Scholar
  11. 3.
    Vgl. außer Glum (a. a. O., S. 6ff.) Hauriou: Précis de droit administratif, 1927, Bd. 1, S. 224ff.Google Scholar

Copyright information

© Verlag Von Julius Springer 1928

Authors and Affiliations

  • Hans Peters
    • 1
  1. 1.Universität BreslauPoland

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