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Fremdfaserersatz und Zubringung heimischer Grundfasern

Zusammenfassung

Aus den dargelegten Hinweisen und der Darstellung der einzelnen Fasern können nun erst die Schlüsse auf die Nützlichkeit der vermehrten heimischen Faserstoffgewinnung gezogen werden. Die wichtigste Frage, die des Ersatzes der jetzt für Deutschlands Eigenbedarf nur 340 kt betragenden Baumwolle muß verneint werden. Hier bietet wohl die rein weiße und glänzende Nesselfaser einen gleichwertigen, in mancher Hinsicht vielleicht wertvoll gesteigerten Ersatz, doch stellen sich die Kosten dieses Edelfasergutes jetzt noch zu hoch (Zahlenverhältnis des Wertes zur Baumwolle ungefähr 1: 1,2 bis 1,8). Die Anpflanzung, die Bodenpflege und Wartung erfordert, ist selbst bei Ausnutzuug jetzt wenig nutzbringenden Moorbodens usw., doch nur so weit zu bringen, daß sie einen Teil des Baumwollbedarfes (bis vielleicht 10 v. H.) befriedigen wird. Die ebenfalls weiße Kunststapelfaser ist zum reinen Ersatz von Baumwolle ungeeignet und wegen ihrer, infolge mangelnder Kräuselung und Glätte, noch minderen Verspinnungsmöglichkeit, nur als Beimischung zu benutzen, kann aber bei Fortschritten in der Herstellung (Preisminderung und Spinngutverbesserung) beachtlich werden.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1920

Authors and Affiliations

  • G. Rohn
    • 1
  1. 1.Schönau bei ChemnitzDeutschland

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