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Das Rechnen und seine Hilfsmittel

  • C. Runge
  • H. König
Chapter

Zusammenfassung

Der Zweig der Mathematik, der sich mit den Methoden beschäftigt, um ein Problem bis zu seinem quantitativen Resultat durchzuführen, hat bei den Mathematikern in den letzten hundert Jahren nicht die gleiche Pflege erhalten wie die anderen Zweige. Früher, als noch Personalunion in den Reichen der Mathematik, der Astronomie, der Physik bestand, war das anders. Gauß z. B. hat den Methoden des numerischen Rechnens, der Interpolation, der Integration, der Ausgleichung viel Nachdenken gewidmet, wie seine Theoria motus corporum coelestium, seine Methode der kleinsten Quadrate, seine Betrachtungen über Quadratur beweisen. Von ihm sind die fruchtbarsten Anregungen ausgegangen, die für eine Reihe von Wissenschaften von grundlegender Bedeutung geworden sind. Sie sind in die Wissenschaften übergegangen, die vornehmlich aus ihnen Nutzen ziehen, in die Geodäsie und die Astronomie. Aber von den Mathematikern im engeren Sinne sind sie wenig gepflegt worden. Nicht überall gehört das numerische Rechnen zu dem regelmäßigen Studiengange des mathematischen Unterrichts, obschon es so sein sollte. Denn in der Tat sollte die Lehre, wie mathematische Aufgaben am zweckmäßigsten numerisch zu Ende geführt werden, und die Übung in der Ausführung einen ebenso wichtigen Teil des Unterrichts bilden wie alles übrige. Sowohl für den Mathematiker selbst als namentlich für den Studierenden der Physik, der Astronomie, der Technik, der sich die Mathematik nicht um ihrer selbst willen, sondern als Handwerkszeug zu eigen machen will, ist diese „mathematische Exekutive“ unerläßlich.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1924

Authors and Affiliations

  • C. Runge
    • 1
  • H. König
    • 2
  1. 1.Universität GöttingenDeutschland
  2. 2.Bergakademie ClausthalDeutschland

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