Zur Geschichte der Pharmazeutisch-Chemischen Destilliergeräte

  • Hermann Schelenz

Zusammenfassung

Es kann dem Naturmenschen, der jedenfalls Alles, was ihm auffiel, dem Kinde gleich unbewußt auch zum Munde führte, urn es zu untersuchen, nicht entgangen sein, daß manche Pflanzen und Pflanzenteile sich durch bittern oder säuerlichen, andre durch einen auffällig kühlenden Geschmack auszeichneten, und letzte Eigenschaft, noch mehr ein kaum je fehlender Begleitumstand, ein nachhaltiger Duft mußte dem wohl empfindIichsten Sinnesorgan, der N as e, aufgefallen sein. Ja sie mag in solchen Fällen den Menschen erst auf die Spur solcher Gewächse geführt haben. 1) Unbewußter Trieb lei tete ihn sieher dazu, solche duftende Pflanzenteile, gleich dem Salz, zu Würzzwecken seiner urwüchsigen Nahrung zuzusetzen und später zu Arzneizwecken zu benutzen. Das Hantieren mit ihnen mußte lehren, daß die riechenden Teile beim Reiben sich den Handen mitteilten und an ihnen haften blieben, daß sie in gewissen Teilen vorwiegend vorhanden waren, beim Zerbrechen oder Zerreiben aus den Schalen citronenähnlicher früchte z. B. herausspritzten oder hervortropften, daß sie in wäßrige Auszüge übergingen, daß, wenn diese Ruchstoffe erhitzt wurden, sie sieh verflüchtigten, in Dampfform aufwärtsstiegen, und daß sie das ebenfalls taten, daß sie sich den Dämpfen mitteilten, wenn wäßrige Pflanzenauszüge zum Verdampfen gebracht wurden.

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Literatur

  1. 2).
    Vgl. hierzu die sagenförmige Überlieferung von dem Vorkommen von Ammonium (Carbonat) in dem Ruß über dem Feuer aus Kameldünger in der Oase des Jupiter Ammon.Google Scholar
  2. 1).
    Lucrez, Von der Natur der Dinge, VI., 470 ff.Google Scholar
  3. 1).
    Konrad v. Megenberg, Das Buch der Natur, herausgegeben von Dr. Franz Pfeiffer. Stuttgart, Karl Aue, 1861.Google Scholar
  4. 2).
    S. 81, 5 ff.Google Scholar
  5. 3).
    S. 83, 18 ff.Google Scholar
  6. 1).
    Vgl. unten die griechische Erklärung der alten Destilliergeräte S. 24.Google Scholar
  7. 1).
    Darüber vgl. Plinius 16, 19.Google Scholar
  8. 2).
    Daß der Kohlendampf, wohl Kohlenoxydgas, giftig wirkte, berichtet schon Aristoteles, ihm nach Lucretius Carus usw.Google Scholar
  9. 1).
    In „Die volkstümliche Organtherapie“, Stuttgart, Berlin, Leipzig 1908, S. 15, sagt er: Der Brandopfergeruch sollte durch keine andre Feuerunterlage beeinträchtigt werden. Im Laufe der Zeit verwandelte sich der Opferaltar aus Ziegelsteinen in einen irdenen Hafen und dieser mit der Zeit in den Destillier-Helm des mittelalterlichen Chemikers, der seinen Vorläufer haben dürfte in dem Weihrauchruß liefernden Ziegelerdetiegel mit Deckel, wie ihn Dioskorides I, 84 schilderte, daß diese Wandlungen wirklich nicht in Frage kommen, dürfte jeder Leser ohne weiteres zugeben.Google Scholar
  10. 2).
    Vgl. meine erste Arbeit „Zur Geschichte der chemischen Geräte“, Pharmaz. Zentralhalle 1907, 36 ff.Google Scholar
  11. 1).
    Daß die Kunst des Salbenbereitens, die Pharmacie, von Köchen in den ägyptischen Tempeln in ihrer Grundlage festgelegt wurde, behauptet auch Plutarch. „Die Küchenkunst ist für uns (Chemiker) in vieler Beziehung äußerst nützlich“, sagt eine 300 n. Chr. in Ägypten abgefaßte Abhandlung. Die Arbeiten von Coelius Apicius haben jedenfalls auch pharmazeutischen oder phytochemischen Wert. Der Titel „Opus mulierum“, für ein alchemistisches Werk von 1550, soll jedenfalls, hier allerdings unzweifelhaft spottend, an grundlegendes Frauenwerk erinnern, d. h. an Küchenarbeit.Google Scholar
  12. 2).
    Vgl. weiter unten, daß Megenberg erklärt: der dunst von rosen oder wein prennen in wazzer entsleuzt, daz selbig wazzer von dem ding smeckt, dâ von der dunst kommt. Vgl. ev. auch oben S. 5.Google Scholar
  13. 3).
    Historia plantorum, Buch IX, 1, 3, vgl. Plinius 16, 8.Google Scholar
  14. 1).
    Plinius 16, 16, 19, 23. 14, 25. Die jeweilige Arbeit dauerte zwei Tage. Wächter paßten auf, Flammenausbruch zu verhüten, Gebete wurden gesprochen, um von den Göttern Segen für die Arbeit zu erflehen. Theophr. 1. cit.Google Scholar
  15. 2).
    Pech wurde zum verpichen von (Wein-) Fässern und Tongefäßen (vasa und dolia picata), und neben Gips zum verschließen (14,27. 15, 18. Cato r. r. 25. Columella 14,4,4. Horaz, Carm. 3, 8, 10. Martial 13, 107), Teer zum Dichten der Schiffe und der Hausdächer (Plin. 16, 23. Dioskor. 1, 98. Plin. 36) verwandt.Google Scholar
  16. 3).
    Vgl. über ihre Vorläufer meine Gesch. d. Pharmacie, S. 194.Google Scholar
  17. 4).
    Die für seine Darstellungen gebrauchten tierischen oder pflanzlichen Urformen kommen praktisch hier nicht mehr in Betracht. Nur ihre noch gebrauchten Namen erinnern an sie.Google Scholar
  18. 1).
    Buch 1, 84. Ruß aus Teer, λιγνὺς ἐξ υ͐γϱᾶς πίσσης fängt er in einem ϰλίβανος, einem pfannenähnlichen Gefäß auf, das über die Flamme von in einer Lampe mit Docht brennendem Teer gehalten wird, eine Vorrichtung, die wieder an die Hütte mit dem unter dem Dach qualmenden Feuer gemahnt.Google Scholar
  19. 2).
    Dioskorides 5, 96. Plinius 34, 22.Google Scholar
  20. 1).
    Spätere Lana philosophorum. Diosk. 5, 84, 85. Das Hinzuführen von Luft, um das Metall zu oxydieren und zugleich um den Zug zu befördern, bezeugt ebenfalls schon eine weit vorgeschrittene Technik.Google Scholar
  21. 3).
    Plinius 33, 82.Google Scholar
  22. 4).
    Daß die Alten auch andern Kitt kannten, mit dem sie zerbrochenes Glas zusammensetzten, geht aus des Plinius Äußerung hervor: Ne quid desit ovorum gratiae, candidum ex his admixtum calci vivae glutinat vitri fragmenta 29,51. Mit Kalk nnd Eiweiß, auch mit geschmolzenem Schwefel kitteten herumziehende Gewerbsleute zerbrochenes Glas.Google Scholar
  23. 5).
    Lediglich auf die Gewinnung einer Kohle abgesehen, ist unzweifelhaft die Vorschrift, die Dioskorides 1, 133 bei ‘Aϰαϰία gibt: In einem tönernen Gefäß gebrannt (oder auf Kohle unter Beihilfe eines Blasebalges), soll Akaziengummi als Heilmittel verwandt werden. Ahnliches bezweckt das Brennen der Ölbaumblüten (der ‘Aγϱιελαία) in einem festverschlossenem Tongefäß (Dioskorides 1, 118, Plinius 23,35), einer Vorrichtung, wie sie auch jetzt bei der Knochenverkohlung und bei der Verkoakung gängig ist.Google Scholar
  24. 1).
    Plinius 16, 21. Vgl. auch Theophrast 9, 3.Google Scholar
  25. 2).
    Das Buch XIII bei Plinius z. B. handelt davon.Google Scholar
  26. 1).
    Daß noch jetzt z. B. das Citronenöl auf diese Art dargestellt wird, sei nebenbei bemerkt.Google Scholar
  27. 1).
    Vgl. dazu weiter unten seine Vorläufer.Google Scholar
  28. 1).
    Vgl. meine Geschichte S. 410.Google Scholar
  29. 2).
    Plinius erzählt von Falern er Wein, der sich (also durch seinen Alkoholgehalt) dadurch auszeichnete, daß er sich anzünden lasse. Buch 14, 8.Google Scholar
  30. 1).
    Buch 13, Kap. 1.Google Scholar
  31. 2).
    Plinius 13, 73. Wenn auch nicht geradezu hierher gehörig, so verdient doch erwähnt zu werden, daß das Altertum sich sehr genau bewußt war, daß störende Einflüsse den äußerst empfindlichen Ruchstoffen ferngehalten werden mußten und daß dementsprechend nur reinstes, geruchloses Öl verwendet werden durfte. Lucrez sagt in seinem oben erwähnten Buche 2, 820: Wenn aus Mairan und Myrrhe und aus des Jasmines Nektarblüten man duftsüßhauchende Salben bereitet, Suchen vor allem man muß, womöglich geruchlosen Öles Reine Natur, wovon kein Hauch die Nerven berühret; Daß zum mindesten nicht es die eingemischeten Düfte Mit dem eigenen Geruch ansteck’ und solche verderbe. Gleich interessant sind die Ausführungen desselben Schriftstellers, Anschauungen seiner Zeit, sich aufbauend auf den Ansichten der alten Philosophen, Empedokles, Heraklit usw., über das Wesen des Stoffs (Buch 4, 675 ff. vgl. auch S. 4): Diese Gerüche nun selbst, die reizend berühren die Nase, obzwar einige sich weiter als andere verbreiten, Nimmer erreichen sie doch des Schalls und der Stimme Verbreitung, Noch viel weniger auch des weithin tragenden Auges. Mühvoll aus dem Innern des Ruchstoffs entwickelt sein Duft sich. Das ergibt sich daraus, daß All’, was zerbrochen, stärker Duftet, noch stärker zerriebenes und was vom Feuer versengt ward. Es sind größer sodann die kleinsten riechenden Theilchen Als die Träger des Schalls, indem sie steinerne Mauern, Welche jene Ieichtlich bezwingen, nimmer durchdringen.Google Scholar
  32. 1).
    Plinius 21, 10. Vgl. auch meine Geschichte d. Pharmazie an den in Betracht kommenden Stellen.Google Scholar
  33. 1).
    Vgl. unten.Google Scholar
  34. 2).
    Ein Blick in die Sammlung trojanischer, ägyptischer und anderer Altertümer zeigt die unendliche Vollendung des betreffenden Kunsthandwerks, im übrigen berichtet schon Horaz, daß „pila praecincta“ waren ,,lag(o)enis cotenotis“, daß an den Türpfosten der Weinschenken Flaschen als Wahrzeichen an Kettchen angehängt waren usw.Google Scholar
  35. 1).
    Es soll mit einer Art großen Blaserohrs, wie es der Überlieferung nach auch zum Anblasen von Feuer gegen die Verteidigungswerke gebraucht wurde, auf die Schiffe gespritzt worden sein. 350 soll man es gekannt haben. Unter Konstantin IV. soll es, also in den Jahren 668–75, bei der Abwehr der Konstantinopel bedrohenden Araber eine große Rolle gespielt haben. Vgl. meine Arbeit über das Felssprengen des Hannibal nach Livius und Feuersetzen in „Zeitschrift für das gesamte Sprengstoffwesen“, München 1908.Google Scholar
  36. 2).
    Vgl. oben S. 15, übrigens auch O. v. Lippmann bei Di ergart S. 149.Google Scholar
  37. 1).
    z. B. aus der prachtvollen im Besitz der Casseler Landesbibliothek, Ms. chemica, Fol. 1. Die Sammlung stammt von dem bekannten Magier und Alchemisten Dr. John Dee, dem Günstling der Königin Elisabeth von England. Sie kam aus dem Besitz des Kurfürsten Joachim Friedrich von Brandenburg in den Besitz des Landgrafen Moritz des Gelehrten nach Cassel. Vgl. meine Arbeit, „Goldmachen am hessischen Hofe“.Google Scholar
  38. 1).
    Diergarts Kahlbaum-Gedächtnisbuch.Google Scholar
  39. 2).
    Vgl. Schuchs Ausgabe, Heidelberg 1874, S. 69, 72, 74, 90, 71, 73, 74, 90. Vgl. auch oben.Google Scholar
  40. 1).
    An einigen Stellen steht dabei ϑειου απυϱου. An eine Destillation von Alumen, der gelegentlich, oder von Sulfur, der ebenso bei den Alchemisten Apyron, aber auch seit klassischen Zeiten Theion, das Göttliche, hieß, ist sicher nicht zu denken, und es kommt unzweifelhaft hier der spätere geheimnisvolle Sulfur, das Primumensmetallorum in Betracht, von dem es später hieß, daß die „Chymisten von ihm viel Redens gemacht und es für eine tingierende Materie des Steins der Weisen angesehen hatten“.Google Scholar
  41. 2).
    In der Casseler Handschrift ist beigeschrieben „maistre tuiau“, Hauptrohr.Google Scholar
  42. 3).
    Interessant ist immerhin, daß die Ausdrücke λέβης und σωλὴν noch in Griechenland gänge sind (vgl. die neue Pharmacopoea von Damberg is, S. 84), daß im Übrigen die Destillation ἀπόσταξις, nicht ϰατάσταταξις, wie man denken könnte (vgl. unten), heißt.Google Scholar
  43. 1).
    Eine in Memphis gefundene Tempelinschrift lautete : Ουϱανο • ανω • ουϱανο • ϰατω • αστεϱα • ανω • αστεϱα • ϰατω • παν • ανω • παν • τουτο • ϰατω • ταυτα • λαβε • ϰαι • ευτυχε • was Schmieder (S. 67) etwas frei übersetzt: Himmel oben, Himmelunten. Sterne oben, Sterne, unten. Was nun oben, ist auch unten. Solches nimm zu deinen Glück! Die Worte sollen wohl an altgriechische Philosophie erinnern und sind mystisch verbrämt worden. Vielleicht liegt dieser Text dem obigen zugrunde, vielleicht denkt er an den abwärts fließenden kühlenden Regenquell. Vgl. auch oben S. 6.Google Scholar
  44. 2).
    Der Name, den ich sonst weder in dem einschlägigen Schrifttum noch in den Wörterbüchern der klassischen Sprache finde, ist wohl mißverständlich und falsch im Andenken einerseits an dem Alem-bicus, andrerseits an Composita von tres [tri-vius] gebildet worden, wenn, weiß ich noch nicht. Γϱιβιϰὸς bedeutet „auf Übung sich stützend“, kommt also bei unserm Gerät keinenfalls in Betracht.Google Scholar
  45. 1).
    Vgl. meine Geschichte der Pharmacie S. 270 ff.Google Scholar
  46. 1).
    Noch im XVIII. Jahrh. finde ich (bei Ernsting z.B.) als gleichbedeutend mit Sal armoniacum Nestudar, Nosadar, Nusiadal, Nysadir und ähnlich, auf das genannte Wort zurückzuführen, genannt. [Der Name kommt wohl aus dem chinesischen Nau-scha für ein Ammonsalz und persisch darul. Es soll in Badachsan und den Nuschadir-Bergen in China im Lande Farganato gefunden worden sein. Ammonverbindungen dürfte man danach lange in China gekannt haben. Daß man Ammoniak in der Gestalt von faulem Urin in Alt-Rom sammelte und für Reinigungszwecke verwandte, sei nebenbei bemerkt.Google Scholar
  47. 2).
    Vgl. Stapleton, Sal Ammoniac. Memoirs of the Asiatic Society of Bengal. 1906. S.26ff.Google Scholar
  48. 3).
    Vgl. auch meine Geschichte d. Ph. S. 364 u. a. O.Google Scholar
  49. 4).
    Hasselquist berichtete (in der ersten Hälfte des XVIII. Jahrh.) nach Hören-Sagen von über 25 Fabriken, die aus Ochsen- und Kamelmist in Ägypten Salmiak anfertigten, der nach Venedig ging. Die geheimgehaltene Art seiner Darstellung glich sicher uralter Methode. Von damals moderner Kultur war das Land sicher unbeleckt.Google Scholar
  50. 1).
    Vgl. Marcus 14, 3. Johannes 12, 3 auch Pl ini us 12, 26. Von Kulturen von Ruchpflanzen berichtet die Bibel an vielen Stellen. Von Jerichos Rosen war oben die Rede.Google Scholar
  51. 2).
    Vgl. Diergarts Kahlbaum-Gedächtnisschrift S. 234 ff.Google Scholar
  52. 1).
    Auch hier war unzweifelhaft das Arabertum für unser mittelalterliches Schrifttum vorbildlich : die vielen Werke de secretis (von Cardanus, Wecker u. a.), die von den zumeist die Lande durchstreifenden „Chymisten“ von ihren Reisen mitgebracht oder nach der Sitte der Zeit aus früheren oder zeitgenössischen Rezept-Sammlungen abgeschrieben haben, folgten den Spuren des Rhazes und ihnen traten weiter Libav und seine Nachfolger, Schröder, Lernery, Spielmann, Hagen usw. bis Berzelius nach.Google Scholar
  53. 2).
    Hie und da gestattete ich mir, einige wohl geläufigere Kunstausdrücke einzusetzen.Google Scholar
  54. 3).
    An anderer Stelle, bei Ihn al ‘Auwam, auch al Bain und Quâdûs, d. h. die Eimer an den Schöpfrädern, also ihnen ähnlich gestaltet. Die Liste in den Mafâtih alc ‘Ulûm vergleichen den Kolben „derer, die das Rosenwasser darstellen“, geradezu mit einen Schröpf köpf. Ernstin g führt noch als Synonym für Kolben Alcara an.Google Scholar
  55. 4).
    Vgl. meine Arbeit in der Chemiker-Zeitung, Cöthen 1909, Juni.Google Scholar
  56. 1).
    Es handelt sich bei diesem Worte, wie ich andern Orts (z. B. in der Cöthener Chemiker-Zeitung) ausgeführt habe, sicher um die sprachliche Grundlage der viel erörterten und äußerst gewunden (z. B. von Littré) erklärten Redensart kaput sein, gehen und schlagen. Alle Rückstände, alle ausgebrauchten, damals als wertlos, wie Schlacke [beim Daraufschlagen von Eisen], abfallenden Stoffe waren den arabischen Lehrmeistern der nach Spanien wandernden Nordeuropäer, deren Fachsprache latein war, Chabat. Sie hörten aus dem Worte heraus oder bildeten sich das ihnen geläufige Caput. Porta nennt seine Destillationsrückstände Faeces (das, was bei der Lebensdestillation des Mikrokosmos, vgl. am Schluß, als abgebraucht abfällt) oder Sordes (Schmutz, was bei dem Destillieren non nisi simplicium cadaver remanet, ut corpus vita penitus viduatum). Als Teil des Ganzen setzte man das Caput mortuum ein, weil es gleicherzeit schaurig-mystisch anklang. Erst später verwandte man das allgemein gültige Wort für ein Sonder-Caput, den Colcothar [was wohl ganz willkürlich gebildet ist], den Rückstand bei der Destillation des Nordhäuser Vitriolöls. Kaput gegangenes oder geschlagenes ist dem Abfall gleich saft- und kraftlos, wie Schlacke, unter die man ja nicht mehr nur Hammerschlag, sondern die vielen „toten“ Abfallstoffe rechnet, die das Kreuz der Schlackenhalden bilden.Google Scholar
  57. 1).
    Weiter unten wird beschrieben, wie die „Kugel in Zeug eingeschnürt und darum entsprechend Ton geschmiert“, wie sie also auch „beschlagen“ wird. S. 239 bei Wiedemann.Google Scholar
  58. 2).
    Hier schon die Trennung der Geräte nach dem Geschlecht. Vgl. unten.Google Scholar
  59. 1).
    Vgl. oben die Rauchfänge, in denen sich das Kamelmist-Sublimat ansetzte.Google Scholar
  60. 2).
    Vgl. unten die Abb. U anf der Planche seconde nach Lémery.Google Scholar
  61. 1).
    Appul. met. IV. 18 p. 28 f. zählt hierher gehörig auf: Taedis, lucernis, cereis, sebaceis et ceteris nocturni luminis instrumentis clarescunt tenebrae. Google Scholar
  62. 1).
    An diese alte Bedeutung erinnert noch der in der Pharmazie übliche Kunstausdruck „alkoholisiertes“, d.h. höchst fein verteiltes Pulver, z.B. Ferrum alcoholisatum. Google Scholar
  63. 2).
    Wiedemann macht auf sie l.c. auf S. 246 aufmerksam, ed. Mehren arab. Text S. 53 und 194. Übersetzung v. Mehren S. 58 und 264.Google Scholar
  64. 3).
    Zentner besonders gute kosteten, wie Dismaschqî angibt, im Jahre 665 v. Chr. in Damaskus 22000 Dirham. Rosenwasser wurde in Gûr in der Nähe von Schiras (später Fairuzâbâd) vorzüglich dargestellt, aus leuchtend roten Rosen.Google Scholar
  65. 1).
    Vermutlich Anchusa Italica bei Di oskori d es. Aqua Buglossi, zumeist wohl Boraginisy oder beide gehörten neben Aq. Rosarum und Violarum zu den Aquae quatuor florum cordialium. Google Scholar
  66. 2).
    Nymphaea alba führt Dioskorides auf.Google Scholar
  67. 3).
    Flores Cheiri, Goldlackblüten vermutlich.Google Scholar
  68. 4).
    Daraus ginge, die richtige Übersetzung vorausgesetzt, hervor, daß schon vor Porta, gest. 1615, die Blüten der Pflanze destilliert wurden, die ihre Heimat in Indien haben sollen. Es soll die Pflanzen schon im IX. Jahrhundert von den Arabern in Syrien und Arabien und etwa ein Jahrhundert später in N.-Afrika, Spanien und Italien eingeführt worden sein. 1598 erwähnt Matthioli das Wasser als viel gebraucht. In Frankreich wird im XVI. Jahrhundert eine Destillation von Eau de Nafe oder Naphe erwähnt, 1600 wurde es in England gegen Pest gebraucht und in einem französ. Tarif als Preis des cent pesant (des Zentners) 3 Livres angegeben. Auch der Name, ital. Nanfa und Lanfa vom arab. Nafah spricht für arab0 Herkunft des „Wohlgeruchs“. 1681 erst soll eine Herzogin Flavio Orsini, Prinzessin Neroli, das Öl in die Mode gebracht und Veranlassung zum jetzt gebräuchlichen Namen gegeben haben.Google Scholar
  69. 5).
    Aq. Gichorii war noch vor nicht langer Zeit im Gebrauch. Der Same gehörte als Sem. Scarioloe zu den Quatuor semina frigida minora, neben Sem. Endiviae, Lactucae und Portulacae. Google Scholar
  70. 1).
    Vgl. dazu die Beschreibung des Apparates von Matthioli auf S. 45.Google Scholar
  71. 2).
    Vgl. auch unten S. 45.Google Scholar
  72. 1).
    Hier wohl ein syrisches Ratl, das viel schwerer ist, als das etwa 400 g wiegende von Bagdad. 1 Dirham = etwa 3,1 g.Google Scholar
  73. 1).
    Wiedemanns Übersetzung, 1. cit. S. 249 ff.Google Scholar
  74. 2).
    In A History of Hindu chemistry, Calcutta 1902.Google Scholar
  75. 1).
    In meiner Geschichte der Pharmazie findet man eine Menge von hierhergehörigen Angaben.Google Scholar
  76. 1).
    Die Abbildungen sind mir von der Direktion freundlichst dargeliehen worden.Google Scholar
  77. 1).
    In seinem „Elementa chemiae“ Lugdani Batav. 1732 spricht er die Meinung aus, daß die flüchtigen Öle aus einem in Wasser nicht löslichem, grobem harzähnlichem Stoff, der Mater oder dem Gas und einem subtilen, dem Äther ähnlichen, schon genannten bestünden, der in Wasser sich löse und das wesentliche, für den Geruch der einzelnen Stoffe eigentümliche darstellt, während die Mater stets dieselbe sei. Durch Luft und Luftzutritt und Entweichen des Spiritus werde das dick und harzig werden, das Verderben der Öle bewirkt.Google Scholar
  78. 1).
    Gesch. der Pharmazie, S. 364 u. a.Google Scholar
  79. 2).
    Ich lasse hier noch die Beschreibung aus Opera quae extant omnia, Basileae 1565, de ratione destillandi aquas folgen: Hac fornace utuntur Veneti ac Neapolitam, qui vitreis alembicis abundant. In qua una tantum die et nocte sicco ignis calore eliciunt aquae ultra centum libras. Fornax rotunda est, fornacibus, quae in Germanorum visuntur vapor ariis, omnino similis. Continet haec circumcirca numerosa fictilia intrinsecus vitro incrustata, urinalis formam referentia et diligenti sane artificio argillaceo luro agglutinata, quibus singulis per totum fornacis ambitum singuli adduntur vitrei alemhici, e quorum vertice ex globulo ad hoc parato recipientia crassiusculo funiculo adalligata pendent. Vgl. auch oben S. 37.Google Scholar
  80. 3).
    Nicht cohibrieren, wie irrtümlich in einer Arbeit in der Chemiker-Zeitung i. J. 1911 gesagt wurde.Google Scholar
  81. 1).
    Shakespeare z. B. erwähnt solche.Google Scholar
  82. 2).
    Im Jahre 1582 führt die Frankfurter Taxe das Wasser an, aber ohne Preis.Google Scholar
  83. 3).
    Baudot, La pharmacie en Bourgogne, Paris 1905, S. 63.Google Scholar
  84. 1).
    In der Tat haben die Alten die Schädlichkeit von Kupfer gekannt und gleicherweise die des Bleies. Gegen die erste schützte man sich durch Verzinnen (wie z. B. Theophrast in πεϱὶ λίϑων und der Ausdruck ϰασσιτεϱοο͂ν für diese Arbeit bezeugt. Vgl. Plin. 34, 47, 48), gegen Bleivergiftung durch Verwendung von Tongeräten. Vitruv sagt beiläufig (VIII, 7) „Viel gesünder ist Wasser aus irdenen wie aus bleiernen Röhren, denn das Blei scheint ungesund zu sein“. Vgl. übrigens die ausgezeichnete Arbeit von Kobert über Bleivergiftung im klassischen Altertum. (Diergarts Kahlbaum-Buch.) Megenberg spricht auch von der Schädl ichkeit der Kupfergefäße: „Wann man kupfereine vaz verzint, dâ wird ezzen und trinken pezzer in und vertreibt die vergift des rosts an dem Kupfer“. (S. 480, 20 ff.). Etwa gleichzeitig mit der Nürnberger Verordnung wandte sich im Ausland übrigens auch Ambroise Paré und Benedetto Ventori aus Faenza gegen die Verwendung von Kupfergeräten.Google Scholar
  85. 2).
    Geber verwandte vermutlich tönerne, bleiglasierte Gefäße, wenn der Ausdruck Vasa terrea plumbata, so ausgelegt werden darf. Vgl. auch Matthiolis Beschreibung in der Fußnote S. 462.Google Scholar
  86. 3).
    Daß es im XVI. Jahrhundert zum mindesten schon (Shakespeare erwähnt siez. B.) in England Pewter er [von Spiauter, das später für Zink gebraucht wurde. Vgl. meine Geschichte S. 490 u. a.], Zinnarbeiter gab, bezeugt das Vorhandensein solcher Gewerbtreibender. Daß sie auch unter der Reihe der Kurpfuscher genannt werden, läßt immerhin den Gedanken aufkommen, daß sie die Instrumente, die sie fertigten, auch anzuwenden unternahmen.Google Scholar
  87. 1).
    Vgl. unten S. 65, übrigens den aus umgekehrten Erwägungen unrichtigen Ablauf Abb. 12.Google Scholar
  88. 2).
    Vergleiche dazu die lediglich auf ganz äußerliche Ähnlichkeit sich gründenden Namen Mönch und Nonne und Dame Jeanne, englisch Demijohn für Flaschen. S. a. folgende Seite Filioli, und weiter unten, was über Amplexiccatio auf S. 58 gesagt ist.Google Scholar
  89. 1).
    Vgl. auch oben S. 12.Google Scholar
  90. 2).
    Die Phiolen (Violen und Filioli sind ganz mißverständliche willkürliche Bildungen. Bei den Filioli schwebte der Einbildungskraft der Chemiker vielleicht wieder der Vergleich mit dem Makrokosmos, die Folgerung aus den Magistrales und Metretae vor Augen) sind die Muster für die noch in den 70 er Jahren des vorigen Jahrhunderts für Tropfen gebrauchten Nönnchengläser und die noch länger vergessenen Blätterchen der Apotheker. Letztere hatten einen tief eingebogenen Boden und dienten zur Aufnahme ganz geringer Mengen von Arznei. Erstere sind die Vorfahren der noch zu nennenden modernen Ampullen, die als Ampoule durch Limousin in Paris als Behältnisse für sterilisierte Arzneilösungen seit der Verwendung des Tuberculins Anfang der 90 er Jahre in Gebrauch gezogen worden sind und recht gut, wenn man keine deutschen Namen findet, Ampullen nicht (feiner?) französisch genannt werden sollten. Vgl. S. 553.Google Scholar
  91. 3).
    Ulstadius, Prof. der Heilkunde in Freiburg, sagt 1526 im Caelum Philosophorum: Wann du aber es öffnen wilt, so vmbwickel den Halß des Glaß mitt einem schwebelfaden sechs oder siebenfältig herumb gewunden, den zünde dann an hübschlich mit einem wachs-kertzlein und so der Faden gar außgebrannt ist, so bricht das Glaß daselbst ab. Oder laß dir drei oder vier eisne Instrument machen zweyer elenbogen lang, deren jedes an jedem ort zween ring hat. Auß welchem mach einen der dir fugt, glüend heiß vnd zwingen vmb den Halß deß glaß, so bricht es oder knallt gar baldt ab.Google Scholar
  92. 1.
    Vgl. oben S. 103, 40.Google Scholar
  93. 1.
    Daß Al Râzi unter seinen Geräten auch eine Scheere al Miqtac aufführt, läßt auch vermuten, daß die Araber den Verschluß kannten.Google Scholar
  94. 2).
    Vgl. meine Arbeit in der Cöthener Chem. Ztg. 1907, März 30: Der hermetische Verschluß.Google Scholar
  95. 3.
    Das Wort ist eine Verkleinerungsform von Amphora. An seinem Platze ist das Wort nicht. Tatsächlich wurden von unsern Vorgängern für solche Zwecke Phiolen benutzt. Libav sagt, sie zeigten als Eigenart „ex globoso ventre gracile collum in longum prominens. Ejus usus frequens, quia aptissimae sunt hermeticae signaturae“. Bis zur Größe einer Nuß herab hatte man sie, und seit jener Zeit schloß man sicherlich in den chemischen Laboratorien kleine Mengen flüssiger Präparate in solchen Gefäßchen ein. Vgl. auch S. 52- und auf der Tafel aus Baume unten Fig. 12, auf denen aus Lémery I, 2; 11 r und s. Google Scholar
  96. 1.
    Kunckel bildet in seiner „Ars vitraria“, Frankfurt und Leipzig 1689, auf S. 398 einen Blasetisch ab, wie er bis vor wenig Jahrzehnten noch von den Glasbläsern gebraucht wurde. Nur Verbesserungen stellen die neuen Tische dar, die in erster Reihe auf Rechnung der Gas-Lampe kommen.Google Scholar
  97. 1.
    Jean Baptista Porta scheint, was seine Phantasie betrifft, an erster Stelle zu stehen. In seiner Anweisung „De destillatione“ bildet er neben den Vorbildern der Schildkröte, Testudo, dem Bär, Urs us, dem Pelican, die entsprechenden Geräte ab, auch ein solches, das einer sich emporringelnden Schlange gleicht, und ein andres mit fünf Ambik übereinander und fünf Abflußrohren zum Ableiten verschiedener „Fraktionen“ : die vorbildliche vielköpfige Hydra. Die Abbildungen 10, 29 u. 31–3 sind diesem Werk entnommen.Google Scholar
  98. 2).
    Bei Ernsting, auch die Planche seconde von Lémery, Fig. S. Google Scholar
  99. 1.
    Weil sie für die „Amplexatio [das liebende Umfassen] oder die Basiatio [das liebende Küssen] d. h. die Vereinigung des Mercurii philosophorum oder weißen Weibes mit demFermento aureo oder dem roten Manne“ gebraucht wurden, wie es äußerst bezeichnend für die uferlose Phantasie der Alchemisten und ihrem Drang, die Vorgänge in den Retorten mit denen im Mikrokosmos Mensch und umgekehrt zu vergleichen, heißt. „Spagyrisch“ hieß letzterer der Maritus, d. i. der Sulphur philoäorum, Leo ruber, Fabrica, sein weißes Weib, Aqua mercurialis (andre Synonyma waren Alliaraeus, Aqua coelestis virginea , und foetida, Gluten spagyricum aquilae, Jordan, Lac virginis, Leo viridis, deutsch stinkend Wasser, Giftwasser, Straußenmagen) Beya, und Dunstan kleidet (in seinem „Rosarium“ S. 135) den zärtlichen Vorgang in folgende Worte: Wenn du das weiße Weib gebracht zum roten Mann, da nehmen sie alsbald einander freundlich an, darauf empfanget dann das edle weiße Weib. Die zuvor waren zwey, sind worden nun ein Leib. Folgerecht gab es für gignere und producere auch ein Synonym foetisare, und das Produkt dieser Darstellung oder (Er-) Zeugung hieß Foetus spagyricus. Vgl. dazu auch die Trennung der Gefäße nach dem Geschlecht oben S. 512 und S. 57, Abb. 32.Google Scholar
  100. 2).
    De arte destillandi. Vol. 2, lib. 1.Google Scholar
  101. 1).
    Vgl. auch oben S. 28 und weiter unten.Google Scholar
  102. 1).
    Vgl. die oben mitgeteilte Angabe von Porta bez. des Nelkenöls S. 48, auch auf der Planche troiso, Fig. K, das von Lémery benutzte Gerät.Google Scholar
  103. 2).
    Vgl. oben die sprachlichen Verhältnisse S. 2.Google Scholar
  104. 3).
    Vgl. unten.Google Scholar
  105. 1).
    Vom Iquis Artephii heißt es: Pontanus hat wohl zweihundertmal gefehlet, ehe er dieses Feuer hat treffen können.Google Scholar
  106. 2).
    Vgl. oben S. 51.Google Scholar
  107. 3).
    Megenberg setzt die oben S. 3 gegebene Stelle fort (S. 81, 11 ff.: also geschiht auch dem dunst, der dâ kümt von rôsen prennen oder von wein prennen: wenne der den kalten pleienne huet [bleiernen, in Wahrheit wohl zinnernen Hut] rüert, sô entsleuzt er sich auch in wazzer, und smeckt das selbig wazzer von dem ding, dâ von der dunst kümt. Vgl. unten.Google Scholar
  108. 1).
    In Frankreich wurde für ihn im XVI. Jahrh. schon Pipette gebraucht.Google Scholar
  109. 2).
    Ernsting, Lexikon chymicum. Google Scholar
  110. 3).
    Vgl. oben Brunschwigk, S. 58, auf S. 34.Google Scholar
  111. 4).
    Vgl. auch die Abbildung aus Porta auf S. 57 und S. 63.Google Scholar
  112. 5).
    Demachy erzählt von einem „sonderbaren Denkmal des Vorurteils unsrer Vorfahren“, das sich zu seiner Zeit noch in Paris erhalten hatte. „Eine sehr weite Blase ist mit einer Spiralröhre sechzehn Fuß hoch besetzt. Der Schnabel des Hutes ist fünf oder sechs Fuß lang und krümmt sich, um in einen sehr großen Wasserbehälter zu steigen, wo eine andre Schlangenröhre zwei Fuß im Durchmesser und wenigstens zwanzig Schritt herabsteigt. Laborant im Großen 1784, S. 199.Google Scholar
  113. 1).
    Vgl. z.B. die Pl. 1re v. Lémery, S. 75, Fig. r. Google Scholar
  114. 2).
    Der Arbeit Guareschis über ihn in seiner ausgezeichneten „Storia della Chimica“ S, 444 entnehme ich die Abbildung mit des Verfassers freundlicher Erlaubnis.Google Scholar
  115. 1).
    Sehr früh scheint das Wort brennen bis zum gewissen Grade an die Stelle des lateinischen coquere getreten zu sein, im vorliegenden Fall zuerst in der Form prennen und brennen [vgl. Bernstein]. Megenberg spricht vom Rosen- und Weinprennen. An die schon nötige staatliche Überwachung und Besteuerung erinnert die Stelle (vgl. oben S. 42) von 1450 (Cod. Brandenburg. I, 25,379): Bernewyn shal nemand in seinem huse schenken edder gesta darto settcn. 1484 heißt es (interessant auch für die Schießpulverbereitung, in Z. f. N.Sachsen 1870): Scholde bussen pulver noch vele rysscher [rascher, wohl entzündlicher] werden, so . . . besprenge dat (nicht mehr, wie es nach Jacobs, „Das Aufkommen der Feuerwasser am Niederrhein“, in Köln 1373 geschah, mit Wein, sondern) myd bernewyne. Aus andern Gründen ist die Stelle aus dem XVI. Jahrh. bemerkenswert: „Ein Stallvogt trank Lauge für (ge-)brannten Wien“, aus welchem Ausdruck dann der uns geläufige Branntwein entstand.Google Scholar
  116. 1).
    Ich verdanke diese Abbildung der Liebenswürdigkeit von Herrn Dr. A. Baudot in Dijon, dem Verfasser des vortrefflichen Werks: „La Pharmacie en Bourgogne“, Paris 1905.Google Scholar
  117. 2).
    Vgl. die Planche 1re Fig. r, und Planche seconde seines Werkes, Fig. q weiter unten.Google Scholar
  118. 1).
    Beiläufig gesagt bringt Liebigs Handwörterbuch auch noch die Abbildung einer Mohrenkopfkühlung mit Ablauf ganz am Boden. Abb. 47 auf S. 542, Bd. 2, 1842.Google Scholar
  119. 2).
    Vgl. oben S. 49.Google Scholar
  120. 3).
    Vgl. auch die Abbildungen.Google Scholar
  121. 1).
    Vgl. darüber weiter oben S. 271).Google Scholar
  122. 2).
    Demachy in seinem „Destillateur des eaux fortes“.Google Scholar
  123. 1).
    Ernsting, unter Spirit. Vitrioli. Vgl. weiter unten.Google Scholar
  124. 1).
    Cours de Chemie, Paris 1687. S. unten Planche lre y und seconde q. Google Scholar
  125. 1).
    Peters, Aus pharmazeut. Vorzeit I, S. 162, 2. Aufl.Google Scholar
  126. 1).
    Vgl. Troise planche von Lémery k Abb. 54.Google Scholar
  127. 2).
    Diesen Zusatz empfiehlt Glaub er (Pharmacopœa spagyrica III S. 5 u. a.) zur Destillation, noch mehr aber zur Rectifikation. Seine Erfahrung belehrte ihn, daß die Apotheker, da sie manche Öle nur einmal im Jahre brauchten „sie abgeben, so gut sie sie haben. Hilft es den Kranken nicht, so hilft es doch ihrem Beutel, ist aber nicht recht vnd vergleicht sich mit der christlichen Lieb gar nicht, es ist ein Ding, das das Gewissen beschwert. Es wird auch Ol. Laterinum (das eben erwähnte über Ziegelsteinbrocken trocken destillierte Öl) und Cerae gefunden, aber mehrenttheils durch Stehen so veraltet, verrochen, dick, roth vnd zeh, sehr stinkend vnd vnkräfftig, den solche olea selten rectifiziert und also verkaufft werden, wie sie das erste mal per retortam übergehen. Solche Öle sollen von dem Sal volatili geschieden, über ihrem Caput mortuum oder ein anderes Aschensalz denn mit Spiritus Salis rektifiziert werden.“Google Scholar
  128. 1).
    Ernsting, Lexic. pharmaceut. 1770, S. 881.Google Scholar
  129. 2).
    Dentiscalpia [dens und scalpo, wie sculpo kratzen, schaben], weiße oder rote Zahnstocher oder Bürsten, besser Zahnpinsel wurden aus Rad. Althaeae, Liquiritiae, Malvae und dgl. gemacht und in den Apotheken vorrätig gehalten. Sie wurden fingerlang eben geschnitten, auf „beiden Enden mit einem spitzigen Messer oder noch besser Pfriemen, Nadel etc. eingekerbt, so daß deren Fibrae fein auseinander gehen und wie ein Pinsel gestaltet werden“. Um sie rot zu färben, wurden sie mit einem Farbdecoct getränkt.Google Scholar
  130. 1).
    Caspar Neumann 1740. Im selben Jahre etwa kam der Name Äther für die „versüßten Säuren und Naphthen“ dann speziell für Schwefeläther auf. 1648 hatte Glaub er schon Äthylchlorür in seinem „lieblichen klaren Oleum vini“ unter den Händen gehabt, Hohenheim seinen Spiritus Vitrioli antepäepticus, jedenfalls einen unreinen Äther aus Wein und Vitriolöl, und etwa 1539 Valerius Cor du s als Ol. de Chalcantho im Laboratorium seines Onkels, des Apotheker Rail a in Leipzig (vgl. auch weiter unten) dasselbe reinere Schwefelpräparat destilliert.Google Scholar
  131. 2).
    Ernsting, S. 880. Vgl. unten Abb. 56 S. 79.Google Scholar
  132. 3).
    Dieses Wort, das niederdeutsch und niederländisch Tracht er und Trechter lautet, stützt sich auf einen n. lat. Tractarius, umgeformt aus Trajectorium von trajicere. [Vgl. dazu U-trecht, Mas-tricht.]Google Scholar
  133. 4).
    Ernsting, Lexic. chemic. S. 713, pharmaceutic. S. 880.Google Scholar
  134. 5).
    Die erste Abbildung von Stechhebern fand ich auf dem Bilde eines Distillier-raumes bei Dem achy in Le distillateur d’eaux fortes, 1773; „Winkel-H eber“ in Le fêvres „Chymischem Kleinod“ von 1685.Google Scholar
  135. 1).
    Ernstin g, Lexic. pharmaceut. S. 879; Neumann, Praelectiones chemic. 1740, S. 697.Google Scholar
  136. 2).
    Libav sagt übrigens schon 1610, daß diese Destillatio nur ,,ad transferendos liquores“ dient, und Schröder beschreibt die Methode unter Filtrare.Google Scholar
  137. 3).
    Ernsting, Lexic. pharmaceut. 882. Vgl. die Abb. 53.Google Scholar
  138. 1).
    Ich verdanke die Abbildung der besonderen Liebenswürdigkeit des um die Geschichte, nicht nur der Pharmazie hochverdienten Herrn ßurghard Reber in Genf.Google Scholar
  139. 2).
    Vgl. Jorissen, Het chemisch Laboratorium Leiden. Leiden 1909.Google Scholar
  140. 1).
    Vgl. meine Arbeit in der Cöthener Chem. Ztg. darüber. Die Redaktion lieh freundlichst die Abbildungen.Google Scholar
  141. 2).
    Vgl. Max Speter, Geschichte der Erfindung des Liebigschen Kühlapparates. Cöthener Chem. Ztg. 1908, No. 1.Google Scholar
  142. 1).
    Was Libav in seiner „Alchymistischen Practic“ 1603 S. 131 über Beherzigung des späteren Goethe sehen Wortes „In der Beschränkung zeiget sich der Meister“ in den Laboratorien im Allgemeinen sagt, gilt ganz besonders auch jetzt noch für die der Apotheken: „Man kann nicht an allen Orten allerley haben, muß sich ein Laborant mit mancherlei compendien behelfen, und darumb viel Formen erkennen lernen, sonst stehet die Kunst nicht in viele der Gläser, und könnte man mit einem geringen Zeug viel ausrichten. Sonderlich ists ein behend Ding mit den offen, wer dieser Form in genere und idealiter hat und sich um die Arbeit recht verstehet, kann nur ein einigen zu mancherley Nutz verwenden und leicht aus einer Form eine andere machen. Aber in großen beständigen Officinen muß man der Muster zu allerley chymischen Sachen mehr haben.“Google Scholar
  143. 2).
    Buchners Repertor. 1817, 3, S. 137 u. 6, S. 142. Trommsdorffs Journal 11, 241.Google Scholar
  144. 1).
    Vgl. die Abb. 67–69.Google Scholar
  145. 2).
    Vgl. oben S. 61.Google Scholar
  146. 1).
    Conrad Gesner (Euonymus) empfiehlt z. B. „Die Blumen der Spicken oder der Lavender solt Du eine kurze Zeit lang sonnen in einer großen gläsinen Retorte.“Google Scholar
  147. 1).
    Buch ner, Repertor. 1819, 418,Google Scholar
  148. 1).
    Annals of Philosophy, June 1819. Buchner Repertor. 1819, S. 99, Tafel I, fig. 2.Google Scholar
  149. 2).
    Buchners Repertor. 6 (1819), Taf. 1. Die Zeichnung ist ohne Erklärung zu verstehen. Vor Tritton hatte schon ein Ingenieur Philipp Lebon 1796 ein Brevet auf Alkoholdestillation in luftverdünntem Raum genommen. Wie sein Gerät aussah, weiß ich nicht.Google Scholar
  150. 1.
    In der Art, wie sie von dem oben genannten Tennant und ein Jahr früher von John Barry (Buchner Rep. 11, 316) für Abdampfungszwecke empfohlen worden und bis vor wenig Jahrzehnten noch bei manchen Vacuumapparaten angebracht war. Vgl. Buchner, Repertor. 13 (1822) Taf. 4.Google Scholar
  151. 2).
    Vgl. Buchner Repertor. 7 (1819), S. 616. Taf. 1. Fig. 1.Google Scholar
  152. 1.
    An dieser Stelle möchte ich auf die wenig bekannte Tatsache hinweisen, daß Heinrich II. von England, als er 1171 erobernd in Irland einzog, dort schon die Gewohnheit des Trinkens, aus Gerste selbst destillierten Whiskys [aus dem keltischen uisge-beatha d. h. Wasser des Lebens] vorfand. Solche Kenntnis kann wohl, wenn sie nicht bodenständig war, nur aus unserm jetzigen, damals von Arabern bewohnten Spanien, wenn nicht gar aus dem Orient auf die ferne Insel gekommen sein.Google Scholar
  153. 2).
    Conr. Gesner in dem Sammelband „De artificiosis extractionibus“ Argentor. 1561. Cap. De Oleo e chalcanto, uno austtro (s. acido) altero dulci. Google Scholar
  154. 1).
    Vgl. z.B. Gesner-Euonymus Destillationsarbeit, das Separieren von Lémery usw.Google Scholar
  155. 1).
    Ich nannte in meiner Geschichte d. Pharm, noch E. F. Anthon als ersten auf diesem Gebiete. Er leitete den überdestillierenden Weingeist seitwärts in eine Vorlage, aus der das Destillat wieder durch die bei der Abkühlung entstandene Luftleere zurückgesaugt wurde.Google Scholar
  156. 2).
    Die Abbildung 85 und einige weitere stellte mir die Firma E. Leybold Nachf. in Köln freundlichst zur Verfügung.Google Scholar
  157. 3).
    Vgl. oben S. 70.Google Scholar
  158. 1).
    Vgl. unten die Planche seconde Fig. k von Lémery. Abb. 102.Google Scholar
  159. 1).
    Johannis Kunckelii, Ars vitraria experimentalis, Frankfurt unci Leipzig, 1689, Abb. C auf S. 47, hier Abb. 96, S. 112.Google Scholar
  160. 1).
    Abb. 97 nach Kunckels Fig. B S. 45.Google Scholar
  161. 2).
    Die Abb. 98 zeigt senkrechte „Gifttürme“, wie sie z. B. in Reichenstein und Andreasberg in Anwendung kommen (sie erinnern an die Geber-Kunckelsehen Geräte), die Abb. 99 ein wagerecht gelagertes Sublimationsgerät. Die Dämpfe werden in Kammern geleitet, die, wie die Abb. 100 zeigt, angeordnet sind.Google Scholar
  162. 3).
    Vgl. in meiner Gesch. d. Pharm, auf S. 347 die Nürnberger Verordnung bez. der Überwachung des GiftverkaufsGoogle Scholar
  163. 1).
    Vgl. auf Abb. 101 g, h, ferner i, k, 1 ein Sublimationsgerät mit einem Chapiteau aveugle, einem blindgemachten Helm.Google Scholar
  164. 1).
    Vgl. auch meine Gesch. d. Pharmacie S. 596.Google Scholar
  165. 2).
    Beiläufig sei gesagt, daß er angibt „Gutta una olei vitrioli (also der aus Vitriol destillierten Säure) quotidie vino albo mane assumpta, pingues homines demacrare facit“. Es galt ihm also die mit Weißwein vermischte Säure als Entfettungsmittel.Google Scholar
  166. 1).
    Dossie in seinem ,»Neueröffneten Cabinet“, S. 56, berichtet darüber, Schröder in seinem „Arzneischatz“ zeichnet sie, Göttling im „Handbuch der theoretischen und praktischen Chemie“ 1779 ebenfalls. Zeitweise, wohl bevor man sie mit Bleiplatten ausschlug, machte man die aus Holz gezimmerten Häuser mit Firniß-, Wachs-, Terpentin-, oder Pech-Überzug säuredicht.Google Scholar
  167. 1).
    Vgl. hierzu auch das Synonym für Menstruum (vgl. S. 103) Clavis mixtionis. Google Scholar
  168. 2).
    Die schematisch gehaltene Abb. 104 erinnert lebhaft an das oben in Abb. 103 gezeigte Destillationsgerät von Porta für seinen Clissus.Google Scholar
  169. 1).
    Im Jahre 1530 ist der (in Hamburg noch, vor kurzem wenigstens, lediglich für den Stoff gebrauchte) Name Cinder für „coal from which the gaseous volatile constituents have been burnt“, damit die Verkokung von Steinkohle bezeugt. 1669 kommt der Name Coke für burnt Pit-or Seacoal vor, und 1674 „it is now a word of general use“ — in Frankreich und Deutschland aber zu Demachys Zeit offenbar noch nicht.Google Scholar
  170. 1).
    Girardin, Leçons de chimie élémentaire, Paris 1860 II. S. 425. Vgl. Abb. 107.Google Scholar
  171. 2).
    Daß seine und die von einem Deutschen vermutlich empfohlene Verwendung des Steinkohlenteers zum Streichen der Schiffe, der Dächer u. dgl. keineswegs neu, sondern bis in klassische und noch frühere Zeit zurück zu verfolgen ist, wurde oben gezeigt. Vgl. S. 82.Google Scholar
  172. 1).
    Vgl. oben die Abb. 41, S. 67.Google Scholar
  173. 1).
    Flückigers auf Mitteilung von Schimoyama gestützte Angabe (Pharmakognosie 1891, S. 726), daß Menthol an 2000 Jahre in Japan bekannt sei, ist wohl irrig. Die obengenannten Worte bedeuten die Pflanze, ihr Ol und Menthol. Nach dem von Schimmel & Co. angeführten Schriftsteller wurde Pfefferminze seit altersher gebaut. Öl wird in dem ältesten, in Betracht kommenden Werk aus dem Anfang des IX. Jahrhunderts nicht genannt, wohl aber unter dem Namen Megusa (Augenkraut) in dem Sehin I Ho von 984. Danach mußte es um die Zeit jedenfalls destilliert worden sein. Daß es nicht nach dem Erscheinen der Portugiesen oder Holländer (1609) erst destilliert wurde, scheinen die ganz eigen, ja einzig gearteten Geräte zu verbürgen. Die Europäer hätten doch sicher ihre Geräte eingeführt.Google Scholar
  174. 2).
    Krünitz, Ökonomische Enzyklopädie, Berlin 1781. Abb. 470, 471 im Artikel Destillation.Google Scholar
  175. 1).
    Ob die Ähnlichkeit des Ausdrucks mit dem gleiches bedeutenden arab. Wort zufällig ist, kann ich nicht sagen. Vgl. S. 28.Google Scholar
  176. 2).
    In seiner „Natur- und Urgeschichte der Menschen“, Wien, Leipzig. Vgl. Abb. 114.Google Scholar
  177. 3).
    Die betr. Abbildungen sind zumeist dem Werke von Gildemeister und Hoff mann oder der betr. Bearbeitung von Edw. Kremers entnommen.Google Scholar
  178. 1).
    Grassmann, Der Campherbaum, Mitteilgn. der deutschen Gesellsch. f. Natur- und Völkerkunde Ostasiens 1895, S. 277 f.Google Scholar
  179. 1).
    Vgl. darüber die Angaben in meiner Geschichte der Pharmazie.Google Scholar
  180. 2).
    Vgl. darüber Baudot, La Pharmacie en Bourgogne.Google Scholar
  181. 1).
    Analoge Zustände herrschten auch noch auf andern Gebieten landwirtschaftlichchemischer Gewerbe. An die Stelle bodenständiger germanischer Milchverarbeitung zu Anke und Ostr trat etwa im XIV. Jahrh. nach römisch-italienischem Muster eine verbesserte häusliche Darstellung von nach demselben Muster benannter Butter [βούτυϱον, eigentlich Ochsen-, im Gegensatz zu ι͑ππάϰη, Pferde-Käse] und Käse [lat. Caseus]. Erst vor ganz kurzer Zeit folgte sie wissenschaftlichen Erwägungen, und, „rationell“ betrieben, liefert die Molkerei jetzt Erträge, die in Güte und Größe die alten weit hinter sich lassen.Google Scholar
  182. 1).
    Vgl. Kremers (Gildemeister u. Hoffmann). Ich möchte annehmen, daß seine Darstellung irrtümlich, die meine richtig ist. Das spezifisch leichte Öl kann unmöglich, da es auf dem Wasser schwimmt, replace the water in the flask. Sie soll zumeist eine in Indien sehr häufig anzutreffende viereckige Branntweinflasche sein.Google Scholar
  183. 2).
    Vgl. die Lu ta oben S. 104, 40, 54.Google Scholar
  184. 1).
    Kremers, S. 587, Abb. 77.Google Scholar
  185. 2).
    In seiner im Erscheinen begriffenen Pharmakognosie.Google Scholar
  186. 3).
    Die Abb. 110 stellt eine auf der Höhe der Zeit stehende Verbesserung dieses sehr einfachen Gerätes dar.Google Scholar
  187. 1).
    In welcher großzügigen Art die Destillation von Rosenwasser und -Öl schon frühzeitig betrieben wurde, geht aus der Nachricht hervor, die Istachry, wohl zwischen 915 u. 20 bringt, daß der Staat die Häuser, in denen in der Nähe von Schiras solches Gewerbe betrieben ward, besteuerte. Daß ihre Erzeugnisse bis China, Afrika und Spanien verschickt wurden, teilte ich schon in meiner Geschichte mit.Google Scholar
  188. 2).
    Vgl. oben S. 35.Google Scholar
  189. 3).
    1. c. S. 247.Google Scholar
  190. 1).
    Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß der s. Z. durch seine Unmenge von kleinen Mitteilungen sehr bekannt gewordene frühere bayrische, dann griechische Apotheker und Prof. der Chemie und Pharmazie in Athen Xaver Landerer im Jahre 1847 (Buchners Repert. 96, 401) berichtete, daß in Macedonien aus in einen Brei gemahlenen Rosen ein Saft ausgepreßt und an die Sonne gehängt würde. Nach wenigen Wochen hätte sich oberseits Rosenöl ausgeschieden, das von Smyrna und Alexandria aus in den Handel käme. Aus diesem Berichte, der ja kaum anzuzweifeln ist, kann gefolgert werden, daß, wenn Galen (vgl. meine Geschichte S. 175) beobachtete, daß aus seinem Rosensaft sich ein schweres Prinzip, ähnlich der Amurca aus dem Öl, dann ein leichtes, über ihm ein gärendes, schließlich ein sehr reines abschied, dieses letzte, das Produkt einer „Destillation“ im Sinne des Volks, in der Tat ätherisches Rosenöl war.Google Scholar
  191. 2).
    Vgl. meine Geschichte S. 186.Google Scholar
  192. 3).
    Wie schon oben z. B. S. 3 angeführt ist.Google Scholar
  193. 1).
    Vgl. auch oben S. 62.Google Scholar
  194. 2).
    Als Seitenstück sei erwähnt, daß Vergil, in den Georgica, auf das als gefährliches Gift verschrieene, nicht ganz klar zu stellende Hippomanes anspielend, 3,28 singt : Hinc demum Hippomanes vero quod nomine dicunt Pastores, lentum destillat ab inguine virus.Google Scholar
  195. 1).
    Vgl. auch oben S. 58.Google Scholar
  196. 2).
    Wie solche Anschauung ins Volk gedrungen, Gemeingut geworden ist, belegt auch für die Wende des XVI. Jahrh. Shakespeare. In Venus und Adonis sagt er: „From the stillatory of thy face comes breathe perfumed“ — dem Destilliergerät deines Antlitzes entströmt wohlriechender Hauch. In Macbeth heißt es: Memory shall be a fume and the receipt of reason a limbeck [aus Alambik entstanden] only — das Gedächtnis soll in Rauch aufgehen und das Behältnis der Vernunft nichts als ein Destillierhelm sein. Der Ausdruck Mohren-Kopf, Tête de more, spricht übrigens auch schon für die Tatsache des Vergleichs.Google Scholar
  197. 1).
    Geschichte der Pharmazie S. 242.Google Scholar

Copyright information

© Julius Springer, Berlin 1904

Authors and Affiliations

  • Hermann Schelenz

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