Zusammenfassung

  • Nikola Schipkowensky
Part of the Monographien aus dem Gesamtgebiete der Neurologie und Psychiatrie book series (MONOGRAPHIEN, volume 63)

Zusammenfassung

  1. 1.

    Die Mordproblematik ist untrennbar mit den Grundfragen menschlicher Psychologie und Psychopathologie verbunden. Die großen Schwierigkeiten, die sich der Erforschung dieses Problems in den Weg stellen, können nur durch Heranziehung allgemein biologischer und psychologischer Gesichtspunkte überwunden werden.

     
  2. 2.

    Der Mord ist keineswegs als Ausdruck eines urtümlichen Todestriebes im Sinne Freuds aufzufassen: Er ist ebensowenig ein verkappter Selbstmord, wie umgekehrt der Selbstmord kein verkappter Mord ist. Ein Todestrieb läßt sich nach dem heutigen Stande der biologischen Forschungsergebnisse nicht nachweisen (Doelein, Lipschütz). Im Gegenteil: Eine unermeßliche Macht, welche in den lebendigen Wesen selbst steckt, treibt sie in ein Ringen, die Unsterblichkeit zu verwirklichen.

     
  3. 3.

    Der Schlaf ist die vervollkommnete Form der urbiologischen Lebensintroaktivität (Janischevski, Lhermitt und Tournay, Roger). Ebenso ist der Traum die seelische Introaktivität des Menschen, die unter normalen Verhältnissen eine vollständige Befreiung des psychischen Lebens von allen Psychotraumen erzielt und erreicht. Bei Schizophrenen tauchen zwar auch im Wachzustande traumhafte Biopsychismen auf, die Grunddynamik der Psychose besitzt aber keine biopsychische Verwandtschaft mit dem Traum: Es besteht hierin also lediglich eine strukturelle Ähnlichkeit.

     
  4. 4.

    Im menschlichen Wesen sind positive aufbauende Kräfte verankert und vorherrschend. Weder der Primitive noch das Kind und der Kulturmensch sind also in ihrem innersten Kerne potentielle Verbrecher. Wie die Dissimilation nichts anderes als eine Voraussetzung der Assimilation darstellt, ebenso dienen unter gesunden Verhältnissen die destruktiven Fertigkeiten des Menschen ausschließlich zur Ermöglichung seiner aufbauenden Aktivität. So wird die Mordfertigkeit z. B. lediglich im Dienste des Selbst- oder Artschutzes entsperrt. Alle jene Mordtaten dagegen, die von minderwertigen Personen verübt werden in dem unbegründeten Glauben, dadurch das Glück zu erhalten und zu erzwingen, sind Verbrechen.

     
  5. 5.

    Die Grundfunktion des Menschen besteht in dem fortdauernden Erleben jener natürlichen Verbundenheit, welche Individuum mit Art und Kosmos verbindet.

     

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1938

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  • Nikola Schipkowensky

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