Häufigkeit und Vorkommen

  • Schloessmann

Zusammenfassung

Nervenschmerzen sind als Begleiter von Nervenschüssen im allgemeinen häufiger, als es bei gewöhnlicher Betrachtung den Anschein hat. Wenn man sich zur Feststellung ihres Vorkommens allerdings nur auf fremde Krankengeschichtsangaben stützen wollte, würde man diesen Eindruck nicht immer gewinnen. Besonders in der ersten Zeit der Verwundung können sich Nervenschmerzen, die nicht sehr heftig sind, verhältnismäßig leicht der Beobachtung des behandelnden Arztes entziehen. Man betrachtet die vom Kranken geklagten Schmerzen vorerst als Wundschmerzen oder als zusammenhängend mit der vielleicht vorhandenen Schußfraktur und nimmt fürs erste keine besondere Notiz davon. Sind die nervösen Schmerzzustände dann wirklich nicht erheblich und bald abklingend, so können sie nach einiger Zeit verschwunden sein, ohne daß sie überhaupt zur ärztlichen Erkenntnis kamen. Gewöhnlich geht es bei Schußschmerzen leichteren Grades — wenn sich ihnen die ärztliche Aufmerksamkeit nicht von vornherein nachdrücklich zuwendet — so, daß sie erst dann als Nervenschmerzen erkannt werden, wenn sie die Zeit der Wundheilung über Gebühr überdauern. Aus diesem Grunde sind Krankengeschichtsangaben über Schmerzverhältnisse, die man selbst mit Hilfe des Verletzten nicht mehr nachprüfen kann, nicht ohne weiteres für eine Sammelforschung verwertbar.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1).
    Schloessmann, Über neuralgische Zustände nach Schußverletzungen der peripheren Nerven. Mönch. med. Wochenschr. 1915, Nr. 39, S. 1291.Google Scholar
  2. 1).
    Oppenheim, Zur Kriegsneurologie. Berliner klin. Wochenschr. 1914, Nr. 48.Google Scholar
  3. 2).
    Auerbach, Zur Behandlung der Schußverletzungen peripherischer Nerven. Deutsche med. Wochenschr. 1915, Nr. 9.Google Scholar
  4. 3).
    Donath, Wiener klin Wochenschr. 1915, S. 764.Google Scholar
  5. 4).
    Kirschner, Über Schußverletzungen der peripheren Nerven. Deutsche med. Wochenschr. 1915, Nr. 11.Google Scholar
  6. 5).
    Hirschel, Erfahrungen über Schußverletzungen der Nerven usw. Deutsche Zeitschr. f. Chir. 132, 567.Google Scholar
  7. 6).
    Bruns, Über die Indikationen zu den therapeutischen, speziell den chirurgischen Maßnahmen bei den Kriegsverletzungen des Nervensystems usw. Berliner klin. Wochenschr. 1915, Nr. 38.Google Scholar
  8. 7).
    Borchardt, Schußverletzungen peripherer Nerven. Bruns Beitr. 97, 233.Google Scholar
  9. 1).
    Spielmeyer, Zur Frage der Nervennaht. Mönch. med. Wochenschr. 1915, Nr. 2, S. 58.Google Scholar
  10. 2).
    Gerulan os, Schußverletzungen der peripheren Nerven aus dem Balkankriege. Bruns Beitr. 91, 231. 1914.Google Scholar
  11. 3).
    Bernhardt, Die Kriegsverletzungen der peripherischen Nerven. Berliner klin. Wochenschr. 1915, Nr. 13.Google Scholar
  12. 4).
    Bruns, Kriegsneurologische Beobachtungen und Betrachtungen. Neurol. Centralbl. 1915, S. 12.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1917

Authors and Affiliations

  • Schloessmann
    • 1
  1. 1.chirurgischen Universitätsklinik TübingenDeutschland

Personalised recommendations