Die Energieträger

  • Karl Bernhard Schmidt

Zusammenfassung

Die für das heutige Wirtschaftsleben ausgiebigste und wichtigste Art der Kraftgewinnung stützt sich auf die Auswertung der fossilen Urstorfe. In Betracht kommen als selbständige Quellen zur Erzeugung der nutzbringenden Energien: Wärme, Licht und Kraft, den drei „Grundfaktoren jeder Industrie“, die Steinkohlen, Braunkohlen, Torf, Holz, das Erdöl und in einigen von der Natur besonders begünstigten Staaten Nord-Amerikas das sogenannte Naturgas. Es kann für deutsche Verhältnisse von der Erörterung ausgeschlossen werden, da seine Entstehung mit dem Vorhandensein ausgedehnter und unter hohem Druck stehender Erdölfelder eng verknüpft ist. Soviel mir bekannt, ist vor Jahren einmal im hannöverschen Erdölgebiet eine Naturgasquelle angebohrt worden, aber nur auf die kurze Zeit von wenigen Monaten für industrielle Zwecke verwertbar gewesen. Von diesen primären Wärmekrafterzeugungsstoffen, wie wir sie bezeichnen wollen, waren bis in die neuere Zeit nur die höherwertigen Kohlensorten, die Steinkohlen, allenfalls in besonders waldreichen Gegenden Rußlands und Amerikas das Holz für den Energiebedarf des Gewerbe- und Verkehrslebens nutzbar.

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Literatur

  1. 1).
    Nach Berechnungen aus dem Statistischen Jahrbuch für das Deutsche Reich 1907.Google Scholar
  2. 2).
    Daß der Wert für Kupier so hoch ist, hängt mit dem abnormal hohen Kupferpreis im Jahre 1907 zusammen.Google Scholar
  3. 1).
    Siehe: Oskar Simmersbach: „Die Steinkohlenvorräte der Erde“in Stahl und Eisen 1904, Nr. 23.Google Scholar
  4. 2).
    Bei den wichtigsten Kohlenrevieren ist entsprechend einer möglichen und für die Zukunft zu erwartenden Produktionssteigerung ein erheblicher Zuschlag zu den heutigen Förderziffern gemacht.Google Scholar
  5. 1).
    Siehe Jüngst: „Neuere Entw. d. Ruhrbergbaus“in „Technik und Wirtschaft“, August 1908.Google Scholar
  6. 1).
    Unter dem Heizwert eines Brennstoffs versteht man die Wärmemenge, die bei seiner Verbrennung frei wird. Die Einheit des Heizwerts, die Kalorie, ist diejenige Wärmemenge, die erforderlich ist, um 1 kg Wasser von 0° C auf 1° C zu erwärmen.Google Scholar
  7. 1).
    Daß die Preisgestaltung in bestrittenen Gebieten noch von anderen Faktoren als nur Grundpreis und Frachtkosten abhängig ist, ist dem Verfasser wohl bewußt. Immerhin sind diese beiden in ihrem Einfluß vorwiegend, und glauben wir die anderen in diesem Zusammenhang übergehen zu dürfen.Google Scholar
  8. 1).
    Oskar Simmersbach in seiner erwähnten Abhandlung, Stahl und Eisen 1904, Nr. 23.Google Scholar
  9. 1).
    Vgl. die bez. Dietzelsche Schrift: „Bedeutet Export von Produktionsmitteln volkswirtschaftlichen Selbstmord?“(Berlin 1907), dessen Auffassung hierüber ich mich durchaus anschließe. Denn der Ausschluß der Kohle, dieses für die Bedürfnisbefriedigung der Menschheit unentbehrlich gewordenen Rohstoffs, aus den weltwirtschaftlichen Verkehrsgütern durch „nationalwirtschaftliche Einkapselung“wird sich bei dem modernen, auf den gegenseitigen Austauschverkehr aller Völker untereinander angewiesenen Wirtschaftsleben, niemals durchführen lassen.Google Scholar
  10. 2).
    Die Zahlen sind dem „Statistischen Jahrbuch für das Deutsche Reich“entnommen.Google Scholar
  11. 1).
    Nur im Hochkonjunkturjahr 1907, in dem die Einfuhr 8,9 Mill. t betrug, war hierin eine Ausnahme zu verzeichnen. Bereits das Jahr 1908 aber brachte wieder einen Rückgang auf 8,5 Mill. t.Google Scholar
  12. 2).
    Vgl. Dr.-Ing. Randhahn: „Der Wettbewerb der deutschen Braunkohlenindustrie gegen die Einfuhr der böhmischen Braunkohle“. Jena 1908.Google Scholar
  13. 3).
    Siehe Hermann Zickert: „Das Eindringen der böhmischen Braunkohle in ihr gegenwärtiges Absatzgebiet“. Dissert., Heidelberg 1907.Google Scholar
  14. 1).
    Dies trifft jedoch nur für die deutsche, nicht für die böhmische Braunkohle zu.Google Scholar
  15. 1).
    Daß die Dampferzeugung nicht nur für die Energieleistung, sondern auch zu Heizungs- und Kochzwecken geschieht, mag hier nur angedeutet sein. Prozentual ist die letztere Verwendungsart unbedeutender wie die erstere. Die genaueren Zahlen können übergangen werden und liegen auch nur für einen Staat, nämlich Bayern, vor. Vgl. aber später auf den S. 165 u. 166.Google Scholar
  16. 1).
    Aus der „Zeitschrift des Kgl. Preuß. Statist. Landesamts“. Berlin 1901.Google Scholar
  17. 2).
    Siehe: Die Dampfkraft in Bayern nach dem Stande vom 31. Dezember 1907, Heft 73 der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Herausgegeben vom Kgl. Statist. Landesamt. München 1909, S. 63.Google Scholar
  18. 1).
    Siehe „Statistisches Jahrbuch für das Großherzogtum Baden“. 36. Jahrgang, S. 175.Google Scholar
  19. 2).
    Der Grund dafür dürfte wohl der bereits erwähnte sein, daß diese Industrie gleichzeitig für die Brennzwecke ihres Produktionsprozesses die Braunkohle wegen ihrer feuerungschemischen Eigenschaften besser gebrauchen kann als die Steinkohle.Google Scholar
  20. 1).
    Vgl. die Denkschrift über das Kartellwesen in Deutschland. Berlin 1906.Google Scholar
  21. 2).
    Nach Angaben des Berliner Handelskammerberichts 1902 wurde das Fehlen jeglicher Produktions- und Preisregulierung in den meisten Braunkohlendistrikten als großer Mißstand empfunden, da die Verhältnisse der Preisbildung recht unklar und unstetig waren. Es ist interessant, daß gerade aus industriellen Konsumentenkreisen dieser freie Wettbewerb als, unzweckmäßig angesehen, und eine Bindung nicht ungern begrüßt wurde.Google Scholar
  22. 3).
    Dasselbe ist, wie ich der „Deutschen Kohlenzeitung“vom 1. Januar 1910 entnehme, augenblicklich in einem Umbildungsprozeß zu festeren Formen begriffen.Google Scholar
  23. 1).
    Die preußische Regierung hat schon vor vielen Jahren zur Hebung der Torfverwertung Moorkommissionen gebildet und Versuchsstationen eingerichtet. Ebenso hat auch Bayern schon vor 50 Jahren große Summen für denselben Zweck ausgegeben.Google Scholar
  24. 2).
    Die Verwendung des oberen leichten Moortorfes geschieht in der Torfstreuindustrie, deren Bedeutung jedoch gering ist. Für Energieerzeugungszwecke handelt es sich aber nur um die unteren Schichten des schweren Schwarztorfes der Moore.Google Scholar
  25. 1).
    Neuere Zahlen haben wir leider nicht finden können.Google Scholar
  26. 2).
    Vgl. die früher angeführte statistische Veröffentlichung: „Die Dampfkraft in Bayern“. S. 63.Google Scholar
  27. 1).
    Von den „Siemens Elektrische Betriebe in Berlin“.Google Scholar
  28. 2).
    Der hohe Heizwert der flüssigen Brennstoffe wurde erst anfangs der 70 er Jahre erkannt, und in dieser Zeit beginnen auch die Versuche, denselben für technische Zwecke auszunützen.Google Scholar
  29. 1).
    Das Geburtsjahr der Petroleumindustrie fällt in das Jahr 1859. Damals wurden in Pennsylvanien die ersten Erdölfelder der Welt angebohrt und systematisch ausgebeutet.Google Scholar
  30. 2).
    Der Petroleummotor als Explosionsmotor ist heute wegen des lästigen Geruchs der Abgase und der großen Verschmutzung fast völlig verschwunden und nur noch in Kraftanlagen, die aus früheren Jahren stammen, anzutreffen. Ebenso hat sich auch die Verwendung von Ligroin und Solaröl als unzweckmäßig erwiesen.Google Scholar
  31. 1).
    Über den Unterschied zwischen Explosions- und Verbrennungsmotoren siehe später auf S. 99.Google Scholar
  32. 1).
    Das sog. „reine“Wassergas, das entsteht, wenn man nur Wasserdampf über eine glühende Brennstoffschieht leitet, eignet sieh technisch auch für Motorbetrieb, ist aber wegen seiner hohen Gestehungskosten allgemein zur Krafterzeugung nicht brauchbar. Man findet es als solches zu Energiezwecken verwendet wohl nur auf Glashütten, wo es ohnedies im Produktionsprozeß benötigt wird. Im übrigen dient es besonders als Zusatzgas bei der Leuchtgasbereitung.Google Scholar
  33. 1).
    Junge: „Auswertung der Kohle“. Berlin 1909. S. 54.Google Scholar
  34. 2).
    Unterscheide Koksgas und Koksofengas. Jenes wird in besonderen Generatoren, dieses auf den Kokereien gewonnen.Google Scholar
  35. 1).
    Auf vier Zechen des Ruhrreviers waren 1907 Einrichtungen zur Vergasung der Waschberge und Lesebandabfälle vorhanden. In österreichischen Berg-und Hüttenbetrieben waren zur gleichen Zeit etwa 30 Generatoranlagen zur Verwertung von Stein- und Braunkohlenabfällen im Betrieb.Google Scholar
  36. 1).
    Neuerdings ist durch das Verfahren der Stickstoffgewinnung aus der Luft eine Industrie entstanden, die ebensolche oder vielleicht noch größere Energiekonzentration erforderlich macht.Google Scholar
  37. 1).
    Zu dem wirtschaftlichen Aktionsbereich gehören die Gebiete, für welche die Kostenerhöhungen der Zentralenenergie durch die Länge der Kabelleitungen noch nicht so groß ist, daß es für die Verbrauchsstelle billiger wäre, den nötigen Kraftbedarf in eigenen Dampfmaschinen zu erzeugen.Google Scholar
  38. 1).
    Siehe hierzu und zum folgenden Prof. Bonte: Antrittsrede an der Techn. Hochschule Karlsruhe. Zeitschr. d. Ver. deutsch. Ing. 1908, S. 1915.Google Scholar
  39. 2).
    In dem Geschäftsbericht der Concordia-Bergbau-A.-G. Oberhausen vom Jahre 1908 hieß es an einer Stelle: „Da nach den heutigen Einrichtungen der gesamte Bergbau von der Krafterzeugung aus den Koksofengasen abhängig ist, so kann die Kokserzeugung nicht in dem Umfang eingeschränkt werden, wie es zur Anpassung an die Absatzmöglichkeit nötig wäre.“Google Scholar
  40. 1).
    Neuerdings geben einzelne Zechen auch einen Teil ihrer Überschußgase für Beleuchtungszwecke an Kommunalverbände ab. Die Stadt Mülheim a. d. R. hat sogar vor kurzem mit der Friedrich-Wilhelms-Hütte einen Vertrag auf völlige Versorgung der Stadt mit Gas abgeschlossen und will ihr bisheriges Gaswerk stillegen.Google Scholar

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© Verlag von Julius Springer 1911

Authors and Affiliations

  • Karl Bernhard Schmidt

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