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Entstehung der Dämpfe. Heißdämpfe und Kaltdämpfe. Kritischer Zustand

  • W. Schüle

Zusammenfassung

Die gewöhnliche Art der Entstehung von Dämpfen ist die Dampfbildung durch Verdampfung von Flüssigkeiten, wie Wasser, Öle, Alkohol, Äther, Quecksilber. Um solche Stoffe, die im gewöhnlichen Druck-und Temperaturzustand (1 at, 15°) flüssig sind, in Dampf zu verwandeln, müssen sie zunächst auf die Siedetemperatur t s erhitzt werden, die je nach dem äußeren Druck, unter dem die Flüssigkeiten stehen, höher oder tiefer liegt (Siededruck p s ). Alsdann können sie, durch Zufuhr einer für jeden Stoff verschiedenen Wärmemenge, der Verdampfungswärme, in gesättigten Dampf verwandelt werden, wobei die Temperatur unverändert bleibt, falls der Druck konstant erhalten wird. Diese Dämpfe haben, solange sie mit der Flüssigkeit in Berührung stehen, die Siedetemperatur und werden als gesättigte Dämpfe bezeichnet. Je nach dem Druck kann die Siedetemperatur erheblich höher als 100° sein, z. B. für 10 at bei Wasserdampf 179°, bei Quecksilber 400°. Solche Dämpfe können daher als „Heißdämpfe“bezeichnet werden. Alles was in Abschn. 1 bis 22 über den Wasserdampf ausgeführt ist, gilt grundsätzlich für alle anderen Dämpfe von chemisch einheitlichen, bei den Siedetemperaturen nicht dissoziierenden Stoffen. Nur sind die Siedetemperaturen und Siededrücke, Flüssigkeits-,Verdampfungs- und Gesamtwärmen der verschiedenen Stoffe sehr verschieden. Abb. 22, S. 47 zeigt die Dampfdruckkurve des Wasserdampfes. In Abb. 36 und 36a1) sind die Dampfdruckkurven von Quecksilber und Phenyläther (sog. Diphenyloxyd C6H5OC6H5) aufgetragen, zwei Stoffe, die neuerdings für den Betrieb von Dampfkraftanlagen eine gewisse Bedeutung erlangt haben (Abschn. 26,63). Wird ein gesättigter Dampf bei unveränderlichem Druck über seine Sättigungstemperatur hinaus erhitzt (Abschn. 4), so tritt er in das Gebiet der überhitzten Dämpfe ein. Je weiter sich dabei seine Temperatur von der Sättigungstemperatur entfernt, desto mehr nähert er sich in seinen Eigenschaften den vollkommenen Gasen.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1930

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  • W. Schüle

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